Ein stiller November – „Mini-Lockdown“ und minimalste Kontakte

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Flaute in der Gaststätte: Corona hat zu einem Einbruch in der Beherbergungs- und Gastrobranche geführt. (Fotoquelle: Gewerkschaft NGG Dortmund)

Restaurants, Bars, Massagepraxen, Kosmetiksalons müssen ab Montag (2. November) schließen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefinnen und -chefs haben sich am Mittwochnachmittag, 28. 10., auf weitreichende bundesweite Corona-Einschränkungen verständigt. Danach beginnt am 2. November ein vierwöchiger „Mini-Lockdown“, wie er im Vorfeld z. B. schon von dem Virologen Drosten vorgeschlagen worden war.

Folgendes wurde mit Befristigung vom 2. bis zum 30. 11. 2020 für alle Bundesländer einheitlich beschlossen:

  • Kontaktbeschränkungen – in der Öffentlichkeit darf man sich nur noch mit Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes mit maximal 10 Personen aufhalten.
  • Verstöße sollen von den Ordnungsbehörden empfindlich sanktioniert werden.
  • Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen seien „inakzeptabel“.
  • Schulen und Kindergärten bleiben im November geöffnet.
  • Gastronomiebetriebe hingegen müssen ab dem 2. 11. für den Rest des Monats schließen, Lieferung und Abholung von Speisen bleibt erlaubt, Kantinen bleiben geöffnet.
  • Ebenfalls schließen müssen Kosmetik- und Tattoostudios und Massagepraxen. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physiotherapie soll weiter möglich sein, Friseursalons bleiben geöffnet.
  • Der gesamte Profisport inkl. die Fußballbundesliga findet ohne Zuschauer statt.
  • Kultur und Sport (Theater, Konzerthäuser, Vereinssport, Fitness) muss ebenfalls im November pausieren.
  • In Geschäften darf sich nicht mehr als ein Kunde pro 10 Quadratmeter aufhalten.
  • Touristische Übernachtung im Inland soll bis zum Monatsende untersagt werden.

UPDATE – aus der Pressekonferenz des NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet, die um 18.20 Uhr begann:

Ministerpräsident Armin Laschet. (Screenshot / Quelle Land NRW)

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sprach am frühen Abend vor der Presse im Landtag von einer „gemeinsamen großen Kraftanstrengung“, die alle Bundesländer jetzt kurzfristig umsetzen werden. Dies sei eine wichtige politische Weichenstellung dafür, die rasante Entwicklung der steigenden Zahlen zu verlangsamen.

„Wir sind nicht in einem Notstand. Diese Maßnahme ist eine Prävention, um nicht in den Notstand zu geraten.“

Wieso gerade Gastronomie, Fitness u. ä., wo die sorgfältig ausgearbeiteten Hygienekonzepte vorliegen? Dazu Laschet:

„Wir wissen bei 75 Prozent der Infektionen nicht, wo sie herkommen.“

Daher gelte es, Kontakte generell zu mimimieren. Egal, ob jemand ein Hygienekonzept habe oder nicht.

All „denen, die jetzt ein Opfer bringen, werden wir umfangreiche Hilfe zusagen“, so Laschet: Er kündigte eine außerordentliche Wirtschaftshilfe von 10 Milliarden Euro an, für alle, die von den Schließungen betroffen sind, auch die Soloselbstständigen.

Bereits morgen werden die Maßnahmen in die Coronaschutzverordnung NRW eingearbeitet. „Uns ist es leicht gefallen, hier mitzumachen“, sagte der Ministerpräsident, „weil wir auch wissen: Sie enden am 30. November.

Laschet abschließend: „Wir brauchen jetzt Solidarität mit den Alten und Kranken, die durch das Virus tödlich bedroht sind; wir brauchen Solidarität mit den Pflegekräften und mit denen, die jetzt ein Opfer bringen.“ Dies alles in der Hoffnung, „in etwas entspannterer Situation Weihnachten zu feiern.“

Lesen Sie dazu auch: Ungewöhnlich deutliche Kritik an den Maßnahmen übt die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund.

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