Steigende Coronafallzahl drückt Konsumlaune – „Ohne staatliches Förderprogramm drohen verödete Stadtzentren“

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Menschenleer - die Unnaer Innenstadt während der flächendeckenden Schließungen im Frühjahr. (Foto Kyncl)

Täglich mehr Kreise und Städte verfärben sich auf der Corona-Landkarte des Robert-Koch-Instituts aufgrund sprunghaft steigender Neufallzahlen rot, immer mehr Städte und Kreise erlassen Allgemeinverfügungen mit zusätzlichen Auflagen wie Maskenpflicht in Innenstadtbereichen: Dem Kreis Unna folgten gestern entsprechend der Märkische Kreis und heute der Hochsauerlandkreis nach.

Das alles drückt die Konsumlaune der Bürger, hat das Marktforschungsinstitut GfK am Donnerstag mitgeteilt. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartungen als auch die Neigung, eine Anschaffung zu tätigen, gingen zurück.

„Die rasant steigenden Infektionszahlen führen zu Verschärfungen der Einschränkungen, zudem steigt die Furcht vor einem weiteren Lockdown, sollte die Entwicklung in den Wintermonaten außer Kontrolle geraten“, erläutert das GfK. Die teils kräftige Erholung seit dem Spätsommer sei zum Stillstand gekommen.

Der Einzelhandelsverband Westfalen (HDE) sieht die Lage in vielen Stadtzentren kritisch. Die Händler seien bei Zukunftsinvestitionen in die Digitalisierung auf Unterstützung angewiesen.

„Der Einzelhandel als Kernbranche vitaler Innenstädte steht in Folge der Corona-Krise insbesondere im Bekleidungsbereich in vielen Fällen vor der Insolvenz. Am Ende der Krise könnten bis zu 50.000 Geschäfte vom Markt verschwunden sein.

Das habe Auswirkungen auf ganze Innenstädte, warnt der HDE.

Er setzt sich für eine Verlängerung der Überbrückungshilfen des Bundes ein. Denn diese Gelder könnten auch vielen mittelständischen Innenstadthändlern helfen.

Gleichzeitig regt der HDE Unterstützung bei der Digitalisierung der mittelständischen Händler an: „Die aktuelle Krise führt dazu, dass das Eigenkapital der Handelsunternehmen aufgebraucht ist. Und doch müssen gerade die mittelständischen Händler sich für die Zukunft rüsten. Damit der Mittelstand in unseren Innenstädten in dieser Krise nicht unverschuldet den Anschluss verliert, braucht es ein staatliches Förderprogramm. Ansonsten drohen verödete Stadtzentren.“

Quellen:

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