„Das vorgetäuschte blühende Unna, das wahre Gesicht und eine ratlose Stadtverwaltung“

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„Es war schon ein trauriges Bild von Unna, in Abschnitten: Vorn das vorgetäuschte blühende, strahlende Unna, mit den Blumenampeln an
den Laternenmasten, gepflegt vom einem niederländischen Unternehmen, dann das wahre zunehmende Gesicht von Unna: Vermüllung, Trinkerszene und als Hintergrund, die historische Stadtmauer – und Unna ist ratlos, das zu bekämpfen…“

Volker Viebahn, Anwohner des Bornekamps und Ratskandidat für die Freie Liste Unna (FLU), hat beschlossen, gegenüber dem städtischen Ordnungsamt beim leidigen Thema Vermüllung und öffentliche Trinkgelage nicht mehr locker zu lassen.

An Heike Güse, die den Fachbereich seit einigen Monaten leitet, listete Viebahn am vorletzten Wochenende eine erneut abschreckende Bilanz auf. Und fordert von der Fachbereichsleiterin Taten statt Absichtserklärungen. Denn die habe es inzwischen hinreichend gegeben.

Vorletztes Wochenende etwa…

„…ein lauer Freitagabend im Bornekamp. Um 18.30 Uhr zogen die jugendlichen Gruppen stadtauswärts los. Bepackt mit Umwelttüten, Einkaufskorb, man macht es sich bequem,  schiebt die Getränke und Rucksäcke auf den Weg…

Die Spuren können Sie heute ab dem Freibad verfolgen:
Katzenbuckel z.B. obere Bank besprüht, untere Bänke im Bereich der Natursteine Korbelbach vermüllt. Da liegen dann die Einkaufstüten, die Umwelttüten in braun, nur der Müll wird darin nicht deponiert. In dem Zusammenhang habe ich auch den gut ausgebauten Schlafplatz der Obdachlosen entdeckt. Das Problem scheint ja auch noch nicht gelöst zu sein.

Kein schöner Anblick für die spielenden Kinder in dem Bereich.

Wir kommen dann zum oberen Parkweg.

1. Teich: leere Flaschen Russia Wodka 40%, mit den entsprechend leeren Packungen Softgetränken zum Mixen, Pizzakartons etc. Ich habe bewusst keine Fotos gemacht, ich habe aber Zeugen, Spaziergänger mit Hunden, die nur mit dem Kopf geschüttelt haben. Auch hier wieder die braunen Tragetaschen, nur nicht für den Müll genutzt.

Ich mache weiter, der genannte Weg, östlich vom Regenrückhaltebecken, Richtung Schützenhof, beide Bänke, entsprechender Müll. Den Einkaufwagen finden Sie dann am 2. Regenrückhaltebecken.

Liebe Frau Güse, wie bekommen wir gemeinsam die Kuh vom Eis? Anlieger aus dem Bereich Am Wiesenanger sind auch schon auf den Missstand aufmerksam geworden. Ich habe bewusst auf den Anruf bei der Polizei verzichtet, weil ich nicht wusste, welche Maßnahmen Sie eventuell schon eingeleitet haben.

Sie hatten mir ja geschrieben, das ganze Thema wäre nicht so ganz einfach. Da bin ich auch bei Ihnen. Das ist hier nicht die Trinkerszene aus dem Stadtgarten!

Ich komme aus der freien Wirtschaft, von der Firma Henkel KGaA, in Düsseldorf. Wenn ich da in solchen Situationen so reagiert hätte,
wäre die Antwort: Einfache Dinge können wir selbst erledigen, für die schwierigen haben wir sie als Fachmann eingestellt.

Bei uns gab es alle möglichen Zertifizierungs-Modelle, mit der Problembeschreibung und dem Maßnahmenkatalog zur Abstellung,
mit einer Zeitachse: Sofort, mittelfristig, langfristig. Und dann ging man frisch ans Werk. Darüber musste man dann in zeitlichen Abständen berichten.

Warum ich das erwähne? Weil ich Sie ja auch als Fachfrau einstufe, ansonsten hätten Sie ja nicht die Bereichsleitung eines so wichtigen Amtes übertragen bekommen. Das schreibe ich Ihnen als Bürger unserer Stadt, nicht mehr und nicht weniger.

Nur wenn Sie sich die Kandidatenliste der FLU anschauen, da kandidiere ich zum ersten Mal für die Kommunalwahl 2020. Das ausgerechnet für den Wahlbezirk 907, zu dem auch der Bornekamp zugehört. Was soll ich den Wählern gegenüber für eine Aussage machen? „Schwieriges Thema“ reicht nicht, da möchte ich schon konkreter werden.

Die Wahlkampfzeit beginnt, und es bleibt nicht mehr viel Zeit. Aussagen zur Trinkerszene vom Herrn Bürgermeister und Ihrem Vorgesetzten Beigeordneten waren in den letzten Ratssitzungen auch nicht aufschlussreich und klar und eindeutig. „Man müsse prüfen“, das ist ja auch schon
eine Zeit her, vielleicht ist ja schon was passiert.

Noch ein aktuelles Beispiel von gestern Abend, 20.30 Uhr, an anderer Stelle. Ich kam von der Morgenstraße und bin über den Verkehrsring gegangen.

Die Bänke gegenüber dem Hellweg Center belegt, die Örtlichkeit noch relativ sauber. Ein Stück weiter, unterhalb des Oelckenthurms, nördlich, die Bänke in der Parkanlage an der Stadtmauer, laute Musik, sechs junge Männer, die Örtlichkeiten schon total vermüllt, Becher, Pappe, Dosen, Flaschen, eine Person urinierte gerade, eine weitere Person kam vom Meisterhaus, hatte Pizza geholt, noch eine weitere Person kam hinzu und hatte flüssigen Nachschub aus der Tankstelle geholt. Den Müll können dann die Mitarbeiter von den SBU entfernen.

Es war schon ein trauriges Bild von Unna, in Abschnitten: Vorn das vorgetäuschte blühende, strahlende Unna, mit den Blumenampeln an
den Laternenmasten, gepflegt vom einem niederländischen Unternehmen, dann das wahre zunehmende Gesicht von Unna, Vermüllung, Trinkerszene und als Hintergrund, die historische Stadtmauer – und Unna ist ratlos, das zu bekämpfen…“

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