Die Stadt Unna meldet nahenden Vollzug an ihrer neuesten City-Verweiloase „Minette-Pötter-Park“ und beteuert zugleich: Auch der angrenzende „Mille Fiori“-Garten wird neu gestaltet. Allerdings nicht wieder so wie frührer. Unsere Redaktion dokumentierte den Verfall des einstigen Künstlergärtchens mit einer bebilderten Rückschau in der vergangenen Woche.
Derweil wirbt die Stadt für ihr neuestes Steuergeldprojekt, einen „naturnahen Erholungsort mitten in der Innenstadt'“, einen Park, der erst vor 4 Jahren aus einem Parkplatz entstand und jetzt erneut für rund eine halbe Mio. Euro umgestaltet wird.
Der Minette-Pötter-Park nehme Formen an. „In den vergangenen Monaten ist aus dem einstigen Parkplatz ein sogenannter Piko-Park entstanden.“
Für solche Piko-Parks, die bestimmten Kriterien entsprechen müssen, gibt es Fördergeld. Dies zum Hintergrund der hohen Kosten.
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- Lesen Sie dazu bei Interesse auch unseren Meinungsbeitrag: Unna – die Stadt, die für Hunderttausende Steuer-Euro neue Verweiloasen eröffnet und vorhandene verwahrlosen lässt
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Sodann erinnert die Stadt in ihrer wortreichen Pressemitteilung daran, dass die Gestaltung der Fläche (ehemals auch als „Reallabor Schulstraße“ bekannt) „auf eine breite Beteiligung der Bürgerschaft“ zurückgegangen sei – „Unnas Bürgerinnen und Bürgern konnten 2023 selbst entscheiden, wie sich der einstige Parkplatz entwickeln soll.“ Dabei konnte man allerdings beliebig häufig abstimmen.
Die Wahl fiel auf eine Kombination aus Spielplatz, Aufenthaltsort und weiterhin Parkfläche für Anwohner und Schwerbehinderte. Ein neuer Kletterturm nebst Rutsche wird ergänzt „um zahlreiche Gelegenheiten, am und mit Wasser zu spielen“, ein Trinkwasserbrunnen wurde installiert, die Flächen sind barrierearm gestaltet und weitgehend entsiegelt mittels wasserdurchlässigen Pflastersteinen.
Sodann kommt die Stadtverwaltung auf ein Thema, das ihr jüngst heftige Kritik einbrachte: Dem von ihr dem Verfall und der Verdorrung preisgegenen angrenzenden „Mille Fiori“-Garten, einst Künstlerprojekt und Hingucker für Besucher in der Innenstadt.

Dieser ehemalige Garten werde nun in die Neugestaltung des gesamten Areals einbezogen.
„Der aktuelle Zustand dieser Fläche ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass der ehemalige „Mille Fiori“ in diesem Jahr nicht aktiv weiter gepflegt wurde, da er in die anstehenden Maßnahmen im Umfeld des Minette-Pötter-Parks einbezogen wurde“, erläutert die Stadt jetzt, nachdem sich Bürger schon Monate über den Zustand des Areals aufregen.
„Aufgrund der räumlichen Nähe zum Baufeld und insbesondere zur unmittelbar angrenzenden Wilhelm-Sternfeld-Gasse war es erforderlich, den Bereich des ehemaligen „Mille Fiori“ während der Bauphase klar vom Baufeld abzugrenzen. Die Bauzäune dienten dabei dem Schutz der vorhandenen Bäume und des Inventars, insbesondere der Sitzmöbel, vor möglichen Beschädigungen durch den Baustellenbetrieb.“
Die Bauzäune werden nun entfernt, da nun auch der ehemalige „Mille Fiori“ für die künftige Gestaltung vorbereitet werde. Zitat aus der Stadtmitteilung:
„Vorgesehen ist eine pflegeleichte Staudenbepflanzung in Verbindung mit dem Erhalt der vorhandenen Sitzgelegenheiten. Damit soll die Aufenthaltsqualität erhalten und zugleich eine dauerhaft leistbare, pflegbare Gestaltung geschaffen werden. Die Pflege dieser so neu gestalteten Grünfläche erfolgt durch die Stadtverwaltung.
„Die künftige Gestaltung soll somit nicht auf eine eins-zu-eins-Wiederherstellung des früheren Gartens hinauslaufen, sondern auf eine nachhaltige Lösung im Zusammenspiel mit dem neugestalteten Minette-Pötter-Park. Ziel ist es, beide Bereiche gestalterisch und funktional miteinander zu verbinden und den Standort insgesamt langfristig aufzuwerten.“
Fertigstellung der neuen Stützmauer im September
Die Bruchsteinmauer, die den neuen Park zur Schulstraße abgrenzt, wird in den kommenden Wochen noch erneuert. Überprüfungen der Statik haben laut Stadt gezeigt, dass eine komplette Erneuerung der wichtigen Stützmauer erforderlich ist, nachdem im Dezember 2025 ein Fahrzeugfahrer gegen die Mauer geprallt war.

„Anders als zunächst angenommen, muss aufgrund dieses Schadens die gesamte Mauer erneuert werden, um ihre Standsicherheit weiterhin sicherzustellen.“
Die Mauer wird aus grünem Sandbruchstein gestaltet und sich optisch in das bisherige Gesamtbild einfügen. Aufgrund der Lieferzeiten der Steine werden die Arbeiten und damit die Fertigstellung des gesamten Parks im Laufe des Septembers abgeschlossen sein.
Aktuelle Kosten und Auswirkungen auf den Straßenverkehr
Die aktuellen Gesamtkosten für den Ausbau des Minette-Pötter-Parks liegen bei ca. 470.000 Euro Steuergeld (Stand: Juli 2026). Wieviel aus dem Haushalt fließt und wieviel aus Fördertöpfen, werde erst nach Abschluss der Bauarbeiten feststehen. Gleichwohl bleiben es natürlich Steuergelder.
Die Sperrung der Wilhelm-Sternfeld-Gasse kann frühzeitig aufgehoben werden. Die weiteren Sperrungen im Bereich der Schul- und Klosterstraße müssen wegen des Baustellenverkehrs bis zum Abschluss der Baumaßnahme aufrechterhalten werden.
Quellen: PM Stadt Unna, eigenes Archiv
































