Nachdem über den neuen Busfahrplan und die neuen Liniennetze der kreiseigenen VKU eine regelrechte Beschwerdelawine niedergegangen ist, hat unsere Redaktion bei den zuständigen Parteien im Kreitag um Stellungnahmen gebeten.
Die Kreitagsgrünen reagierten nicht auf unsere Anfrage und werden daher künftig, wie auch schon die Grünen Unna, nicht mehr im Rundblick stattfinden.
SPD: Nahverkehrsplan bleibt die Grundlage für attraktiveren ÖPNV im Kreis Unna
„Der Start des neuen Nahverkehrsplans bewegt derzeit viele Menschen im Kreis Unna. Uns erreichen Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern, Eltern, Schülerinnen und Schülern, Pendlerinnen und Pendlern sowie älteren Menschen. Viele Hinweise zeigen: Für zahlreiche Fahrgäste bedeutet die Umstellung eine spürbare Veränderung im Alltag. Gewohnte Linienwege ändern sich, Abfahrtszeiten verschieben sich, Haltestellen werden anders bedient oder fallen in Einzelfällen weg. Diese Sorgen und Beschwerden nehmen wir sehr ernst.
Gleichzeitig ist uns wichtig, die Entscheidung für den neuen Nahverkehrsplan sachlich einzuordnen. Der Plan wurde Ende 2024 nach intensiven Beratungen, fachlichen Abwägungen und unter Beteiligung aller Städte und Gemeinden im Kreis Unna vom Kreistag mehrheitlich beschlossen – auch mit den Stimmen der SPD-Kreistagsfraktion.
Der Beschluss ist also nicht kurzfristig oder übereilt gefasst worden, sondern war Ergebnis eines breiten Beratungs- und Beteiligungsprozesses.
Auch zwischen der Beschlussfassung Ende 2024 und dem Inkrafttreten am 25. Mai 2026 lag ein langer Zeitraum. In dieser Phase wurden die konkrete Umsetzung vorbereitet, Fahrpläne erarbeitet, Informationsangebote aufgebaut und die organisatorischen Voraussetzungen für den Start geschaffen. Ein Nahverkehrsplan dieser Größenordnung ist ein umfassendes Projekt, das nahezu alle Kommunen, viele Alltagswege und unterschiedliche Nutzergruppen betrifft.
Mit dem neuen Nahverkehrsplan wird der Busverkehr im Kreis Unna grundlegend neu strukturiert. Ziel ist ein leistungsfähigeres, klareres und zukunftsfähiges Netz mit besseren Verbindungen, stärkerer Verknüpfung zwischen den Kommunen und neuen schnellen Angeboten, insbesondere durch die X-Bus-Linien. Viele Fahrgäste profitieren bereits von direkteren Verbindungen, besseren Anschlüssen sowie erweiterten Angeboten am Abend und am Wochenende.
Dennoch gilt: Ein neues Netz muss sich im Alltag bewähren. Gerade in der Anfangsphase eines so umfassenden Fahrplanwechsels sind Unsicherheiten und Schwierigkeiten nicht ungewöhnlich. Neue Linienbezeichnungen, geänderte Wege, neue Umstiege und veränderte Haltestellen erfordern Orientierung. Besonders im Schülerverkehr, bei Pendlerinnen und Pendlern, älteren Menschen und allen, die regelmäßig auf bestimmte Haltestellen angewiesen sind, müssen Probleme genau betrachtet werden.
Auch die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion erhalten derzeit zahlreiche Hinweise, Fragen und kritische Rückmeldungen aus den Städten und Gemeinden. Diese Rückmeldungen werden wir aufnehmen, bündeln und an die zuständigen Stellen weitergeben. Wir verstehen unsere Aufgabe darin, die Umsetzung des Nahverkehrsplans politisch aufmerksam zu begleiten und konkrete Hinweise aus der Bürgerschaft in den weiteren Prozess einzubringen.
Unser Anspruch ist klar: Dort, wo sich nach dem Start praktische Probleme zeigen, müssen diese sorgfältig geprüft werden. Dabei geht es um Fragen der Information und Orientierung, um Anschlüsse, Fahrzeiten, Linienwege, Haltestellen und betriebliche Abläufe. Wir erwarten, dass Kreis und VKU die Rückmeldungen aus den Kommunen, von Schulen, Eltern, Betrieben und Fahrgästen systematisch auswerten und dort nachsteuern, wo dies fachlich sinnvoll und betrieblich möglich ist.
Der richtige Weg ist aus unserer Sicht keine pauschale Rückabwicklung des neuen Netzes, sondern eine sachliche Auswertung der Startphase und gezielte Verbesserungen dort, wo Anpassungen notwendig und machbar sind.
Der Nahverkehrsplan bleibt die Grundlage für einen moderneren, leistungsfähigeren und attraktiveren ÖPNV im Kreis Unna. Zugleich darf ein beschlossenes Konzept nicht bedeuten, dass berechtigte Hinweise aus der Praxis unbeachtet bleiben.
Wir begrüßen daher, dass es Beratungs- und Feedbackwege gibt, über die Fahrgäste konkrete Hinweise, Kritik und Verbesserungsvorschläge einreichen können. Wichtig ist nun, diese Rückmeldungen ernsthaft auszuwerten und transparent zu machen, welche Probleme kurzfristig gelöst werden können, wo weitere Prüfungen notwendig sind und welche Veränderungen aus betrieblichen oder fachlichen Gründen nicht ohne weiteres möglich sind.
Fahrgäste, deren Fragen zum neuen Nahverkehrsplan noch nicht beantwortet werden konnten, können sich direkt an die VKU wenden.
Die elektronische Auskunft zum neuen Nahverkehrsplan ist rund um die Uhr zum Ortstarif erreichbar. Das automatisierte System informiert schnell und ohne Wartezeiten zu Linien, Verbindungen und allgemeinen Fragen. Telefon: 0 230 7 – 940 322 2
Darüber hinaus können Hinweise, Kritik und Verbesserungsvorschläge über das Feedbackformular der VKU eingereicht werden:
https://forms.cloud.microsoft/e/TQ5ptSmfbv?origin=lprLink
Nur im Zusammenspiel von Fahrgästen, Kommunen, VKU, Kreisverwaltung und Politik lassen sich praktische Verbesserungen erreichen. Die SPD-Kreistagsfraktion wird diesen Prozess konstruktiv begleiten. Unser Ziel bleibt ein Nahverkehr, der möglichst vielen Menschen im Kreis Unna eine gute, verlässliche und alltagstaugliche Mobilität bietet.“
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CDU: Jede Stadt kann selbst zusätzliche Verkehre bei der VKU beauftragen
„Der Nahverkehrsplan (NVP) wurde komplett neu aufgestellt.
Ziel war es, die finanziellen Mittel verantwortungsvoll einzusetzen und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Angebot, Nachfrage und finanzieller Belastung der kreisangehörigen Kommunen zu schaffen.
Der neue Nahverkehrsplan ist Grundlage eines leistungsfähigen und finanzierbaren öffentlichen Nahverkehrs im Kreis Unna.
Die CDU-Kreistagsfraktion Unna registriert die Rückmeldungen und Beschwerden aus der Bevölkerung aufmerksam. Die Erfahrungen der Fahrgäste werden von der VKU aufgenommen und gesammelt.
Gemeinsam mit den Städten und Gemeinden werden wir mit der VKU die Auswirkungen des neuen Nahverkehrsplans auswerten. Anpassungsbedarfe werden fachlich und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten bewertet und in die Systematik des neuen NVP eingeordnet. Nach dieser Systematik werden X-Buslinien komplett über den Kreis finanziert, Y-Buslinien hälftig vom Kreis und den Kommunen.
Darüber hinaus haben die kreisangehörigen Kommunen immer die Möglichkeit, selbst zusätzliche Verkehre bei der VKU zu beauftragen.“ Dann, Annmerkung der Redaktion, zahlt sie aber auch selbst dafür.
AfD: Beschwerden bei unter 1 %
„Als Kreisverband haben wir bisher lediglich eine einzige Anfrage zu diesem Thema erhalten. Als Kreistagsfraktion liegen uns keine Anfragen von Bürgern in diesem Bereich vor.
Wir haben Kenntnis von vereinzelten Problemen, die VKU arbeitet jedoch bereits an Lösungen, wie uns mitgeteilt wurde. Im Verhältnis zu den Fahrgastzahlen liegt die Zahl der Beschwerden bei unter 1 %.
Wir werden die Angelegenheit weiterhin beobachten.“





































