
Einem Leser, der seit einiger Zeit wieder in Unna wohnt, ist etwas aufgefallen, das er gerne mit uns und unserer Community teilen möchte.
Es geht um einen Fahrradweg, in dessen Verlauf deutlich wird, dass es so, wie es derzeit verkehrlich angelegt und geregelt ist, mit dem Miteinander von Autofahrern, Fahrradfahrern und Fußgängern irgendwie überhaupt nicht zusammengeht.
André hat den Status Quo sorgfältig mit Fotos und einem Video dokumiert.
Es geht um den Fahrradweg an der Massener Straße in der westlichen Unnaer Innenstadt in Richtung Massen, der am Netto vorbei führt. Hier hat es André lückenlos dokumentiert.









„Es kann doch nicht sein, dass die Parkplätze viel zu klein sind und die Autos (fast schon gezwungenermaßen) halb auf dem Radweg stehen!“, kritisiert André.
„Es ist dort so eng, und der Radweg ist wirklich sehr viel befahren. Es ist ja nun mal die einzige Möglichkeit, aus der Stadt rauszukommen.
Es geht mir konkret um die Situation, wo man an der Kreuzung Star-Tankstelle über den Ring in Richtung Massen muss.
Die Situation mit dem Netto, wo ständig Autos rein- und rausfahren, Kunden, die aus dem Netto kommen und zur Bushaltestelle gehen oder die Straße kreuzen… Letztens hatte ich eine Familie mit Kinderwagen vor mir und hinter mir gleichzeitig mehrere Radfahrer.
Es ist doch nur eine Frage der Zeit, bis etwas passiert… Es gibt leider keine Alternative, wenn man Richtung Massen fahren muss.“
Die rechtliche Frage: Radweg oder nicht?
Hier ist die rechtliche Lage nach der deutschen Straßenverkehrsordnung (StVO) im Detail:
1. Radfahrstreifen / Schutzstreifen auf der Fahrbahn
Im Vordergrund sieht man eine asphaltierte Spur mit Fahrrad-Piktogramm auf der Fahrbahn. Wenn hier eine gestrichelte Linie ist, handelt es sich um einen Schutzstreifen; bei durchgezogener Linie und Zeichen 237 um einen Radfahrstreifen. Diese Spur führt jedoch in eine Rechtsabbiegespur / Einmündung hinein.
2. Der rote Pflasterstreifen auf dem Gehweg
Der rote Streifen auf dem Gehweg weiter hinten hat kein blaues Radweg-Schild (Zeichen 237, 240 oder 241).
- Benutzungspflicht: Ohne ein blaues Schild mit Fahrrad-Symbol besteht keine Benutzungspflicht für Radfahrende.
- Anderer Radweg („sonstiger Radweg“): Ein Weg auf dem Gehweg kann ein baulich angelegter, nicht benutzungspflichtiger „sonstiger Radweg“ sein, wenn er baulich eindeutig als solcher erkennbar ist (z. B. durch durchgehende rote Pflasterung und Piktogramme). Aber: Auf dem Foto endet der Schutzstreifen der Fahrbahn direkt am abgesenkten Bordstein, während der rote Pflasterstreifen dahinter sehr schmal wirkt und zudem direkt an einem Ampelmast und einer Straßenlaterne vorbeiführt (Sicht- und Hindernisbereich).
3. Verkehrszeichen an der Ampel
An dem Pfosten weiter hinten ist oben ein Stopp-Schild (Zeichen 206) zu sehen. Darunter befindet sich ein runden Schild im Schatten, welches wie Zeichen 239 (Reiner Gehweg) oder Zeichen 240/241 aussieht – die Rückseite lässt jedoch erkennen, dass dort der Gehweg beginnt. Radfahrer, die von der Straße auf das Pflaster fahren wollten, würden hier direkt auf den Gehweg geleitet.
Fazit:
- Auf der Fahrbahn: Radfahrer müssen/sollen auf der Fahrbahn bzw. dem markierten Streifen fahren.
- Auf dem Gehweg (roter Streifen): Das ist kein benutzungspflichtiger Radweg. Erwachsene Radfahrende dürfen (und müssen) auf der Fahrbahn fahren und dürfen den Gehweg – selbst wenn er rötlich gepflastert ist – ohne entsprechende Beschilderung („Radverkehr frei“ oder blaues Schild) in der Regel nicht befahren, da Gehwege laut StVO Fußgängern vorbehalten sind.
Die rote Pflasterung ist hier eher ein gestalterisches Überbleibsel oder eine Führung für den Fußgängerverkehr/Verbindung zur Fußgängerampel, aber rechtlich kein ausgewiesener Radweg.
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Die Stadt Unna schmückt sich mit der Auszeichnung „fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt“. Die entsprechenden Schilder, hier an der Morgenstaße, sorgten in der Rundblick-Community schon oft für beißenden Spott.
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Die Zeiten von Opel Kadett A, VW Käfer, NSU Prinz 4 oder Renault 4 sind seit Jahrzehnten vorbei, entsprechend sollte man Parkplätze planen und anlegen. Heute sind Kleinwagen halt so breit wie früher eine anständige Mittelklasse.
Wie soll das an Straßen wie dieser funktionieren, Dortmunder?
Es ist kein Fahrradweg. Es ist ein Gehweg mit teilweise rotem Pflaster. Die Stadt Unna hat nur kein Geld um die Pflasterung an die vor einigen Jahren geänderten bundesweiten Vorschriften anzupassen. Es gibt in Unna viele solche Fußwege mit teilweise roter Pflasterung. Radfahrer meinen dann fälschlicher weise das sei ein Radweg. Die Farbe der Pflasterung sagt aber nichts über die vorgeschriebene / zulässige Nutzungsart aus. Eine Nachfrage bei den zuständigen Stellen der Stadt Unna könnte diesen Sachverhalt klären.
Sie sehen auf dem ersten Foto, Herr Berghues, dass die gestrichelte Linie mit dem Radsymbol auf den roten Weg geführt wird. Also sollen Radler dort weiterfahren. Daher handelt es sich auch nicht um einen reinen Gehweg, denn auf Gehwegen ist Radfahren, wie Sie wissen, nur Kindern erlaubt. Benutzungspflichtig ist der rote Streifen nicht. Benutzungspflicht gilt nur auf Radwegen mit blauer Beschilderung.
Hallo Redaktion. Ich bin der Meinung, Sie irren sich. Nur das blaue Schild mit dem Radwegsymbol zeichnet einen Weg als Radweg aus! Ich werde zu diesem Thema eine schriftliche Anfrage an die Stadt Unna machen.
Sie haben formal Recht, Herr Berghues, wir haben es im Artikel ergänzt. Gespannt erwarten wir das Ergebnis Ihrer Anfrage an die Stadt, die dort entweder Beschilderung anbringen oder die Polizei auf Sanktionierungen hinweisen müsste. Die Redaktion selbst stellt an die Stadtpressestelle in ihrer aktuellen Besetzung grundsätzlich keine Anfragen mehr. Viel Erfolg!
@ Redaktion
Halbseitiges Parken auf dem Geh/Radweg, Radfahrer auf die Straße, Durchgangsverkehr einschränken oder diese unpassenden Parkplätze ganz weglassen.
Gehwegparken einrichten wo immer es geht, dann aber so dass die Leute mit Kinderwagen nicht auf die Fahrbahn ausweichen müssen. Die Autos werden nicht verschwinden, es werden immer mehr und sie werden immer größer.
Durchgangsverkehr einschränken auf einer Hauptverkehrsstraße zwischen B1/Autobahn und Verkehrsring, zudem Krankenhauszufahrt, scheint kaum realistisch, Dortmunder. Die übrigen Vorschläge klingen nicht schlecht. Aber dass die Stadt dort überhaupt irgend etwas ändert, können wir uns leider erst vorstellen, wenn etwas Gravierendes passiert. Die Massener Straße zählt „noch nicht einmal“ zu den Unfallbrennpunkten. Danke allemal für Ihre Anregungen.
Da hat Andre etwas gesehen, was vor vielen vielen Jahren schon in die Politik getragen wurde. Herr von der Heide hat vor vielen vielen Jahren schon in einem Ausschuss versprochen, sich die Situation anzusehen und hat danach versprochen, das richtig regeln zu wollen.
Wie mit fast allem in Unna: Probleme werden angesprochen, es wird Aktionismus vorgegaukelt und dann schläft wieder alles weiter und alles bleibt wie es war.
Ach ja, und in den laaaaangen Sommerferien passiert sowieso nichts. Sind irgendwie alle geschlossen in die Betriebsferien gegangen.
Vielen Dank für den Rückblick, Jürgen, daran kann sich die Redaktion in diesem Fall tatsächlich nicht erinnern. Da mindestens ein Leser angekündigt hat, sich direkt an die Stadt zu wenden, bekommt die Sache jetzt evtl. neuen Schwung. Nach den Ferien… Sonnigen Tag Ihnen!