
Fröndenberg bekommt einen Wohnmobilstellplatz. Die vorbereitenden Arbeiten für die Errichtung des WoMo-Stellplatzes am Westrand des Himmelmannparks haben Ende der Woche begonnen, teilt die Stadt Fröndenberg mit.
Die Firma CCP Deutschland GmbH als Bauherrin und künftige Betreiberin der Stellplatzanlage hatte einen Fachbetrieb damit beauftragt, die Fläche noch vor den ab März geltenden naturschutzrechtlichen Verboten im erforderlichen Umfang von Bewuchs zu befreien.
Eine vorherige Prüfung des Baum- und Strauchbestandes auf bereits vorhandene Gelege habe selbstverständlich stattgefunden, betont die Stadt: „Der beauftragte Gartenbaubetrieb ist zudem nochmals auf diese strikte Kontrollpflicht hingewiesen worden.“
Auch die eigentlichen Bauarbeiten sollen noch vor Ostern starten, so dass die CCP GmbH mit einer Inbetriebnahme der Anlage zur Jahresmitte 2026 rechnet. Heißt: Wenn alles nach Plan läuft, könnten in den Sommerferien die ersten Wohnmobile in Wurfweite zum Ruhrufer parken.
Quelle Stadt Fröndenberg




































Der schrittweise Ausverkauf der Schönheit Fröndenbergs:
Fröndenberg mag ich sehr wegen seiner Natur. Oft parke ich an der Hönnemündung und gehe den schönen Weg entlang über die Ruhrbrücke in die kleine beschauliche Stadt. Von der Ruhrbrücke hat man einen phantastischen Blick auf die Ruhr und den Himmelmannpark bevor man in ihm eintaucht. Der im Sommer bewachsene englische Landschaftsgartenbaustil hat eine naturnahe romantische Ausstrahlung. Inzwischen habe ich zu den verschiedenen Jahreszeiten eine schöne Fotosammlung von der Ruhrbrücke aus zusammen gestellt.
Das ist das was Fröndenberg für Besucher attraktiv macht wenn sie aus dem nahegelegenen Moloch Ruhrgebiet für eine kurze Zeit in die Natur entfliehen wollen. Die Ruhr südlich von Essen, Bochum oder Dortmund wird im Gegensatz dazu inzwischen an schönen Wochenenden vom dicht gedrängten Massentourismus überrannt.
Nun habe ich zu meinem Entsetzen erfahren das eine Firma aus Köln von der Stadt die Erlaubnis bekommen hat dort 16 wahrscheinlich großzügige Wohnmobilstellplätze mit entsprechender Infrastruktur zu bauen um Gewinne damit zu erzielen.
Warum?
Das wesentliche Potential von Fröndenberg liegt in seiner naturnahen Lage an der Ruhr welche nun optisch getrübt wird.
Die Ufer der Ruhr entlang sind eigendlich vom Naturschutz her geschützt und es gibt kaum keine Chance das man sie zubaut. Andere Campingplätze an der Ruhr haben einen Bestandsschutz aber dürfen nicht weiter ausgebaut werden. Warum wird für eine gewerbliche Firma aus Köln eine Ausnahme gemacht?
Es soll mir keiner erzählen das diese Camper einen großen wirtschaftlichen Zugewinn für Fröndenberg bringen nur weil sie vielleicht mal in einem Restaurant essen anstatt am Campingplatz. Der wirtschaftliche Zugewinn durch diesen Campingtourismus ist für die Stadt unbedeutend. Wenn man bedenkt wie viel Umsatz Fröndenberg alleine durch die tausende Besucher am Frühlingsfest, der Fliegenkirmis oder an ähnliche Veranstaltungen macht.
Auf dem Parkplatz am Rathaus bietet die Stadt bereits Stellplatzmöglichkeiten für Campingmobile an.
Der Platz macht den zahlreichen Bauernhöfen in der Umgebung Konkurrenz welche mit Wohnmobilstellplätze einen kleinen Zuverdienst generieren.
Solche Plätze werden auch oft von Arbeiterkolonnen genutzt um Hotelkosten zu sparen während sie temporäre Aufträge in der Region ausführen.
Es ist nicht unwahrscheinlich, das sich ein alternativer Campingplatz negativ auf Hotelbuchungen in Fröndenberg auswirkt.
Der Himmelmannpark ist Überschwemmungsgebiet.
Die Campingmobile sind außerhalb der Saison die meiste Zeit des Jahres verschwunden, den Bürgern bleibt die leere bebaute Fläche.
Die Fröndenberger haben rein gar nichts davon wenn da nun eine Campingplatzfläche zwischen Ruhrbrücke und Himmelmannpark die natürliche Sicht auf die Ruhrauen verschandelt und ihne einen Teil des Parkes wegnimmt.
Die Einwohner von Fröndenberg wurden nicht vorab in diese Planungen eingebunden. Stattdessen wird plötzlich vermeldet das die Bauarbeiten beginnen und man wird vor vollendete Tatsachen gestellt.
Vergleichsweise Plätze der Firma aus Köln zeigen großzügige Flächen pro Stellplatz. Aufgrund fehlender öffentlicher Informationen kann man den Flächenverbrauch mit Zufahrten, Waschräume, Toiletten und möglicherweise einem Empfangsgebäude kaum einschätzen. Auch nicht ob dieser Campingplatz zur Sperr- und Durchgangsverbotszone für die Einwohner Fröndenbergs wird. Warum veröffentlicht die Stadt Fröndenberg keine Informationen darüber auf ihren Webseiten?
Der Park gehört den Einwohnern von Fröndenberg !
Mir ist unbegreiflich warum man diesen schädlichen Eingriff in das Stadtbild von Fröndenberg zuläßt.
Eine persönliche Vermutung :
Irgendwelche für Marketing oder Tourismus zuständige Mitarbeiter der Stadt brauchen einen Tätigkeitsnachweis warum sie mit Steuergelder bezahlt werden. Der einzige langfristige Gewinner an dem Verkauf eines Teiles des Himmelmannparks ist das Unternehmen aus Köln. Solch eine Planung erinnert mich an das Buch „Der Blaumilchkanal“ von Ephraim Kishon.
PS:
Das ufernahe Gelände gegenüber vom geplanten Campingplatz hat man bereits aus kommerzielle Gründe großflächig mit Solarpaneele zugekleistert.
Der naturnahe Wanderweg von der Hönnemündung über die Ruhrbrücke durch den Himmelmannpark zur Kiebitzwiese war immer getrübt weil man das Ufer am Stadtwerkegelände aus Naturschutzgründen durch ein Wohngebiet umgehen mußte. Nun erklärt die Stadt Fröndenberg ernsthaft daß man dort am Ufer einen Parkplatz für städtische Mitarbeiter hinplaniert.
Das ehemals romantische Wehr (früher ein wirklicher Geheimtip) an der Kiebitzwiese wurde mit mit einem häßlichen Betonklotz und hohe Zäune ausgebaut um dort neben einer Fischtreppe durch laute Stromgewinnung etwas mehr Einnahmen zu erzielen.