„Was in Unna nicht möglich schien, klappt in Solingen“ – Unna.braucht.Eis sieht sich rückblickend bestätigt

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Unmissverständlich zeigten Grüne, CDU und FDP im April 2022 ihre gemeinsame Haltung zur Sanierung der Eissporthalle. (Quelle: Abstimmungsheft Stadt Unna)

Am 26. April vor zwei Jahren zog die Initiative Unna.braucht.Eis ihr drittes Bürgerbegehren für den Eissport in Unna zurück. Für die Eishalle gab es nichts mehr zu kämpfen, sie war bereits abgerissen.

Der Neubau einer Eissporthalle auf dem Grundstück der früheren an der Ligusterstraße würde „mindestens 14 Millionen Euro“ kosten: So schrieb es die Stadt in ihrer Kostenschätzung für ein mögliches drittes Eishallen-Bürgerbehren. Damit war die Sache nach Jahren vom Tisch.

Vorausgegangen waren ein erstes Bürgerbegehren, das die Eishallenretter mit klarer Mehrheit gewannen (damals noch in der letzten Ratsperiode unter SPD-Bürgermeister Werner Kolter).

Nach mehreren Jahren der, so der Vorwurf der Eishallenbefürworter, bewussten Verschleppung durch die Verwaltung wurde der Bürgerentscheid dann vom neuen Rat unter CDU-Bürgermeister Dirk Wigant einkassiert, ein zweiter folgte und ging verloren. Und ein dritter wurde final zurückgezogen.

Das Areal der inzwischen abgerissenen Halle hat sich längst die Natur zurück erobert. Noch ist offiziell nicht darüber entschieden, wie es dort weitergeht.

Am heutigen Montag, 28. September, meldete sich Unna.braucht.Eis überraschend zurück. Diesmal mit Nachrichten aus der etwas weiteren Nachbarschaft.

„Was in Unna nicht möglich schien, funktioniert heute in Solingen!“, verkündet die Initiative.

„UNNA.braucht.EIS freut sich über die erfolgreiche Entwicklung der Eissporthalle in Solingen und ruft zur Unterstützung des dortigen Projektes auf.

Manchmal lohnt sich der Blick über die eigene Stadtgrenze – und manchmal zeigt dieser Blick auch, dass Ideen, für die man jahrelang gekämpft hat, durchaus funktionieren können.

Mit unserem damaligen Konzept #Eis.Phönix haben wir von UNNA.braucht.EIS ein umfangreiches Modell für den Erhalt und einen langfristig tragfähigen Betrieb der Unnaer Eissporthalle entwickelt. Unser Ansatz bestand schon damals ausdrücklich nicht darin, die Verantwortung für den laufenden Betrieb dauerhaft bei der Stadt Unna abzuladen.

Stattdessen schlugen wir einen vereinsgetragenen beziehungsweise gemeinnützigen Betrieb vor – bis hin zur Gründung einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH).

Ehrenamtliches Engagement, Spenden und Sponsoring, die Nutzung öffentlicher Förderprogramme, eine moderne und energieeffiziente Technik sowie eine schrittweise energetische Sanierung waren wesentliche Bestandteile unseres Konzeptes.

Umso mehr freut es uns heute zu sehen, dass viele dieser Grundgedanken in Solingen ganz praktisch gelebt werden.

Die dortige Eissporthalle ist weiterhin Heimat des Eissports und zugleich Freizeitstätte für Kinder, Jugendliche und Familien. Der EC Bergisch Land hat Verantwortung für die Halle übernommen und kämpft gemeinsam mit vielen Unterstützerinnen und Unterstützern dafür, sie nicht nur zu erhalten, sondern zukunftsfähig aufzustellen.

Und die Entwicklung zeigt eindrucksvoll, was möglich ist: Für die energetische Sanierung der Solinger Eissporthalle sind inzwischen 4,8 Millionen Euro Fördermittel zugesagt. Geplant sind unter anderem moderne Wärmepumpen, die Nutzung der Abwärme aus der Eisaufbereitung sowie energetische Verbesserungen an Dach und Gebäudehülle.

Damit diese Förderung umgesetzt werden kann, muss der EC Bergisch Land allerdings einen Eigenanteil von 50.000 Euro aufbringen. Dieses Geld soll vollständig durch Spenden zusammenkommen.

Wir von UNNA.braucht.EIS freuen uns sehr über diese Entwicklung.

Natürlich schauen wir dabei auch mit einer gewissen Wehmut nach Solingen. Denn vieles von dem, was dort heute funktioniert, erinnert in wesentlichen Punkten an die Gedanken und Strukturen, die wir bereits vor Jahren für Unna vorgeschlagen und detailliert ausgearbeitet hatten.

Diesen Weitblick und diesen Mut, gemeinsam mit den Vereinen nach tragfähigen Lösungen zu suchen, hätten wir uns damals auch für Unna gewünscht.

Die Entwicklung in Solingen zeigt jedenfalls: Eine Eissporthalle muss nicht zwangsläufig ein kaum beherrschbarer Kostenfaktor für eine Kommune sein. Mit Engagement, einem geeigneten Betreibermodell, Fördermitteln, Ehrenamt und dem Willen aller Beteiligten können Lösungen entstehen, die eine solche Sport- und Freizeitstätte langfristig erhalten.

Wir möchten deshalb nicht zurückblicken und darüber diskutieren, was in Unna hätte sein können. Viel lieber möchten wir denjenigen helfen, die heute noch die Chance haben, ihre Eishalle für kommende Generationen zu bewahren.

Deshalb unsere Bitte an alle ehemaligen Mitstreiterinnen und Mitstreiter, Unterstützerinnen und Unterstützer von UNNA.braucht.EIS und an alle Menschen, denen der Eissport am Herzen liegt:

Unterstützt SOLINGEN.braucht.EIS und den EC Bergisch Land bei ihrem Vorhaben!
(https://www.betterplace.org/de/projects/186335)

Vielleicht kann auch eine kleine Spende dazu beitragen, dass in Solingen gelingt, wofür wir in Unna viele Jahre mit großer Leidenschaft gekämpft haben:

Eine Eissporthalle zu erhalten – als Sportstätte, als Treffpunkt, als Stück Heimat und vor allem für die nächsten Generationen.

Wir drücken unseren Freunden und Mitstreitern in Solingen die Daumen und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg.

Denn eines hat sich für uns bis heute nicht geändert: Eissport braucht Menschen, die für ihn kämpfen.“

UNNA.braucht.EIS e.V.
(https://unnabrauchteis.de)

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