Kamener Tierschutzverein stellt klar: Was Ehrenamt NICHT „muss“

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Kater Frodo gehört zu den vielen Schützlingen der Tierfreunde e.V., die jetzt als zweiter Sieger des Heimatpreises 2025 gewürdigt wurden. (Foto RB)

„Weil es offenbar immer noch nicht verstanden wurde“, stellt der in Kamen beheimatete Tierschutzverein „Tierfreunde e.V.“ einige grundsätzliche Dinge zum Thema Tierschutz und Ehrenamt klar.

Es ist nicht das erste Mal, dass ehrenamtlich tätige Tierschützer mit einem Statement an die Öffentlichkeit gehen.

Hintergrund ist der zunehmend fordernde Anspruch vieler Menschen, dass Ehrenamtliche rund um die Uhr an 7 Tagen in der Woche im Einsatz zu sein haben.

Dir Tierfreunde e.V. erklären das Problem auf ihrer Facebookseite wie folgt:

„Eine wichtige Klarstellung zum Thema Tierschutz.

Wir sind ein ehrenamtlicher Tierschutzverein. Keine 24-Stunden-Hotline, kein Amt und auch nicht für jedes Tier und jedes Problem zuständig.

Wir müssen weder rund um die Uhr ans Telefon gehen, noch auf jede Nachricht sofort reagieren oder uns dafür rechtfertigen, warum wir etwas nicht übernehmen können.

Wir machen das freiwillig, weil wir Tieren helfen möchten – nicht, weil irgendjemand es von uns verlangt.

Was uns wirklich ärgert, sind öffentliche Posts und Kommentare darüber, dass „der Tierschutz nicht erreichbar ist“ oder „der Tierschutz sich kümmern muss“. Nein.

Wir müssen nicht alles übernehmen können. Unsere Kapazitäten, unsere finanziellen Mittel und vor allem unsere Zeit sind begrenzt.

Hinter unserem Verein stehen Menschen, die neben Beruf, Familie und ihrem eigenen Alltag unzählige Stunden ehrenamtlich für Tiere aufbringen. Wer der Meinung ist, dass wir nicht genug tun, darf sehr gerne selbst aktiv werden:

Kommt vorbei. Helft mit. Rettet ein Tier. Fahrt es zum Tierarzt. Übernehmt Kosten. Nehmt ein Tier auf oder päppelt Kitten rund um die Uhr.

Dann reden wir gerne mit.

Bis dahin wünschen wir uns einfach ein bisschen mehr Respekt und Verständnis für das, was wir ehrenamtlich leisten.

Wir helfen, weil wir es wollen. ❤️ Aber wir sind nicht rund um die Uhr verfügbar – und wir können nicht für alles zuständig sein.“

Quelle: Tierfreunde e.V. / Via Facebook

Offiziell zuständig für Tierschutzbelange sind die jeweiligen Stadt- und Kreisverwaltungen mit ihren Veterinär- und Ordnungsämtern.

Der Kreis Unna unterhält sein kommunales Tierheim in Unna an der Hammer Straße. Neben den hauptamtlichen Mitarbeitern sind auch dort ehrenamtliche Tierfreunde aktiv, etwa für Spaziergänge mit Hinden.

Außerhalb der Öffnungszeiten des Tierheims sind für Fundtiere die Ordnungsbehörden bzw. die Polizei zuständig. Auch die Feuerwehr kümmert sich immer wieder um „tierische Notfälle“, rettet beispielsweise Katzen von Bäumen oder Dächern.

In akuten lebensgefährlichen Notlagen eines Tieres sollte man immer sofort Polizei oder Feuerwehr anrufen.

4 KOMMENTARE

  1. Dass es solcher Klarstellung offenbar überhaupt bedarf, zeigt, wie blöde Menschen sein können. DANKE an alle Ehrenamtlichen, besonders im Tierschutz.

    • Wir schließen uns an, Willi. Auch bei unserem kostenlosen Nachrichtenangebot beobachten wir seit Jahren eine stetig wachsende und leider zuweilen unverschämte bis freche Forder-Haltung. Wir haben auch schon öfter ein Statement gepostet, was wir „müssen“ und was nicht. Aber für Ehrenamtliche im Tierschutz sind solche Erfahrungen natürlich noch ungleich ärger und demotivierender.

  2. Meine Frau und ich, haben viele Jahre Tierschutz betrieben, zu dieser Zeit war das mit Anfeindungen und Kritik noch nicht so schlimm.
    Jeder, der sich für den Tierschutz einsetzt, opfert Zeit und teils auch viel Geld, für das was er dort macht.
    Da wir hier im Kreis Unna nicht gerade von Städten und Gemeinden unterstützt werde, spielt gerade das Geld eine immer größere Rolle, das Tierheim Unna arbeitet schon seit Jahren an seinen Grenzen und auch der Platz dort ist nun mal begrenzt.
    Viele Menschen wünschen sich Tiere als Begleitung und als Freizeitbeschäftigung für ihre Kinder und leider ist es so, dass man erst ein Tier anschafft und dann feststellt, dass dieses auch Zeit und Geld kostet.
    Der Tierschutz versucht alles, um diesen Menschen zu helfen, wo es geht aber wenn diese Hilfe als Selbstverständlichkeit angesehen wird, dann sollten die Kritiker sich selber mal hinterfragen, ob sie alles richtig gemacht haben.
    Das, was wir selber erlebt haben, könnte schon ein Buch füllen und hat uns vor allem die menschlichen Abgründe aufgezeigt.
    Wir mussten aus finanziellen Gründen unsere Arbeit einstellen und das schweren Herzens.
    Bitte hinterfragt eurere eigenen Kritiken an einen Tierschutzverein, bevor ihr diesen in den Medien schlecht macht.Überlegt euch gut, ob ihr ein Tier für die nächsten Jahre aufnehmen wollt und es versorgen könnt, überlegt euch, ob es unbedingt notwendig ist, eurem Teenie ein Tier zukommen zu lassen und ob das Kind auch 4-5 Jahre später noch die Verantwortung übernimmt.
    Und wenn es unbedingt ein Haustier sein muss, fragt bei den Tierschutzvereinen und in den Tierheimen nach. Dort werden auch Rassetiere vermittelt, welche aus so genannten Tiervermehrungsstationen (Züchtern) stammten.
    Anstatt die Tierschutzvereine zu kritisieren, fragt doch mal, wie ihr diese unterstützen könnt.

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