Herbstlaub verstopft Gullis: Auch Kamen erinnert an Straßenreinigungspflichten – Im Garten gern weniger gründlich sein

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Foto: Igelmädchen Krümelchen (am 07.10.26 mit 135 g gefunden) konnte rechtzeitig vor dem Winter gesichert werden. Foto Stadt Kamen

Nach dem mahnenden Fingerzeig der Stadt Unna an Grundstückseigentümer, auf die herbstliche und winterliche Reinigung der Gehwege vor ihren Grundstücken zu achten (das gilt auch für Beseitigung von Laub städtischer Bäume), veröffentlicht auch die Stadt Kamen eine Pressemitteilung zum Thema Laub. Eigentlich sind es zwei Mitteilungen, die sich nur auf den ersten Blick widersprechen.

In einer Mitteilung vom heutigen Montag, 19. 10., erinnert die Stadtverwaltung:

In letzter Zeit erreichen die Verwaltung vermehrt Anrufe mit der Aufforderung, Straßenabläufe zu reinigen. Dies nimmt die Stadt zum Anlass, die Bürger an ihre Verpflichtungen nach der geltenden Straßenreinigungs- und Gebührensatzung zu erinnern.

Nicht alle Straßen und Straßenteile werden durch die Stadt gereinigt. Je nach Straße und den geltenden Satzungsregelungen liegt die Reinigungspflicht bei den Grundstückseigentümern. Wer für die betreffende Straße keine Straßenreinigungsgebühren entrichtet, sollte daher prüfen, ob und in welchem Umfang die Reinigung selbst durchzuführen ist.

Die Straßenreinigungs- und Gebührensatzung der Stadt Kamen regelt verbindlich, welche Reinigungsaufgaben die Stadt übernimmt und welche auf die Anlieger übertragen sind.

Die Stadt bittet die reinigungspflichtigen Anlieger, die ihnen zugewiesenen Straßen- und Gehwegflächen regelmäßig, grundsätzlich mindestens einmal wöchentlich, zu reinigen. Dabei sollten auch die Straßenabläufe im Blick behalten werden, soweit dies im Rahmen der geltenden Satzung vorgesehen ist.

„Laub, Schmutz und andere Ablagerungen können die Abläufe zusetzen und dadurch den Abfluss von Regenwasser behindern.“

Insbesondere im Herbst steigt der Reinigungsbedarf deutlich an. Herabfallendes Laub und feuchtes Pflanzenmaterial sammeln sich häufig in den Straßenrinnen und vor den Abläufen. Deshalb kann es in dieser Jahreszeit erforderlich sein, die betroffenen Bereiche häufiger als einmal pro Woche zu kontrollieren und von Laub und Schmutz freizuhalten.

Die Satzung regelt die Pflichten der Anlieger

Welche Straßenabschnitte von den Anliegern zu reinigen sind, ergibt sich aus der Straßenreinigungs- und Gebührensatzung der Stadt Kamen und dem dazugehörigen Straßenverzeichnis. Eine regelmäßige Reinigung trägt dazu bei, die Straßen sauber und sicher zu halten und die Funktionsfähigkeit der Straßenentwässerung zu unterstützen.

Weitere Informationen zur Straßenreinigung und zu den geltenden Gebühren sind auf der Homepage und im Bürgerportal der Stadt Kamen eingestellt.

Infos: https://buergerportal.kamen.de/detail/-/vr-bis-detail/dienstleistung/383823/show

https://www.stadt-kamen.de/images/Satzungen/VII-1%20Satz.%20Rein.%20oeffentl.%20Str.pdf

In einer Mitteilung von voriger Woche hingegen hieß es zum Thema Herbstlaub – im Garten:

Herbstlaub: Wertvoll für den Garten, lebenswichtig für den Igel

Was im Herbst von den Bäumen fällt, ist weit mehr als lästiger Gartenabfall. Laub ist ein wertvoller Nährstofflieferant, schützt Pflanzen vor Frost und bietet zahlreichen Tieren ein Winterquartier.

Die Stadt Kamen empfiehlt deshalb, beim herbstlichen Gartenputz ruhig etwas weniger gründlich zu sein. Denn wer das Laub an den richtigen Stellen liegen lässt, tut der Natur etwas Gutes – und spart sich obendrein Arbeit.

Die bunten Blätter sind gewissermaßen der natürliche Dünger von morgen. Regenwürmer, Pilze und Mikroorganismen zersetzen das Laub nach und nach zu wertvollem Humus. Die darin enthaltenen Nährstoffe gelangen zurück in den Boden und stehen den Pflanzen wieder zur Verfügung. Gleichzeitig verbessert der Humus die Bodenstruktur. Eine Laubschicht schützt den Boden zudem vor Kälte und Austrocknung und bewahrt empfindliche Pflanzen vor Frostschäden.

Doch wohin mit all den Blättern? Auf Rasenflächen und Wegen sollte das Laub entfernt werden. Unter Sträuchern, Hecken und auf Blumenbeeten darf es dagegen gerne liegen bleiben. Überschüssiges Laub lässt sich auf dem Kompost verwerten. In dünnen Schichten und vermischt mit Grasschnitt oder anderen Gartenabfällen zersetzt es sich dort besonders gut. Lediglich bei schwer verrottendem Laub, etwa von Eichen oder Walnussbäumen, ist etwas Geduld gefragt. Es sollte möglichst zerkleinert und nur in kleineren Mengen untergemischt werden.

Auch beim Rückschnitt von Stauden lohnt sich Zurückhaltung. Verblühte Pflanzen bieten mit ihren Samenständen vielen heimischen Vögeln eine wichtige Nahrungsquelle. In den hohlen Stängeln und zwischen den Pflanzenresten finden zudem zahlreiche Insekten einen geschützten Platz für den Winter.

Ein kuscheliges Winterquartier für den Igel

Besonders willkommen sind Laub und Reisig bei einem beliebten Gartenbewohner: dem Igel. Wenn im Herbst die Temperaturen sinken, beginnen die Tiere, sich auf ihren Winterschlaf vorzubereiten. Dafür brauchen sie einen trockenen, geschützten Unterschlupf. Schon eine ruhige Gartenecke mit einem lockeren Haufen aus Laub, Zweigen und Reisig kann ihnen ein geeignetes Winterquartier bieten. Wichtig ist, solche Rückzugsorte anschließend in Ruhe zu lassen – möglichst bis in den Mai hinein. Denn je nach Witterung erwachen die Igel erst im Frühjahr aus ihrem Winterschlaf.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen in diesen Wochen die Jungigel. Vor allem spät geborene Tiere sind im Herbst noch unterwegs, um sich ausreichende Fettreserven anzufressen. Als grober Richtwert gilt ein Gewicht von etwa 600 Gramm zu Beginn des Winterschlafs. Dies sollte er im Besten Fall Ende Oktober erreicht haben. Ein Altigel braucht rund 1.200 Gramm für den Winterschlaf. Ob ein Tier tatsächlich Hilfe benötigt, hängt allerdings auch von seinem Gesundheitszustand, der Witterung und dem Nahrungsangebot ab.

Wer nun einen auffällig kleinen, dünnen, geschwächten oder verletzten Igel entdeckt, sollte deshalb fachkundigen Rat bei einer Igelstation oder einer entsprechend erfahrenen Tierarztpraxis einholen. Auch ein tagsüber umherlaufender Igel verdient besondere Aufmerksamkeit, denn normalerweise sind die Tiere nachtaktiv.

Am einfachsten lässt sich den stacheligen Gartenbewohnern jedoch mit einem naturnahen Garten helfen. Ein paar wilde Ecken, ausreichend Laub und etwas weniger Ordnungsliebe schaffen wertvolle Lebensräume. So wird aus vermeintlichem Gartenabfall ein wichtiger Beitrag zum Natur- und Artenschutz – direkt vor der eigenen Haustür.

Die Tierärztin Frau Dr. Killing ist in Kamen eine fachkundige Anlaufstelle für kranke und verletzte Igel. Fragen rund um das Thema Igel beantwortet Stefanie Haake, stefanie.haake@stadt-kamen.de

PM Stadt Kamen

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