Nominierter Unnaer SPD-Landtagskandidat wirbt beim Sommerempfang: „Lasst uns die Dinge betonen, die gelingen!“

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Blick in die Neue Schmiede. (Foto: SPD Unna)

Seit einigen Jahren hat ein Empfang in der warmen Jahreszeit den frühreren Neujahrsempfang der SPD Unna Mitte Januar abgelöst. Am Sonntag, dem 21. Juni, folgten rund 150 Gäste aus Ehrenamt, Vereinen, Verbänden, Wirtschaft, Verwaltung und Politik sind am Sonntag der Einladung der SPD in die Neue Schmiede auf dem Breitenbachgelände.

Da unsere Redaktion diesmal nicht teilnehmen konnte, geben wir hier die Pressemitteilung der Gastgeber leicht gekürzt wieder.


In entspannter Atmosphäre bot die Veranstaltung erneut Gelegenheit für persönliche Gespräche und den Austausch jenseits des politischen Alltags.

Erstmals stellte sich dabei der neue Vorsitzende der SPD Unna, Dominik Himmel, einem größeren Publikum vor. In seiner Begrüßung hob er die Bedeutung des Miteinanders und insbesondere des ehrenamtlichen Engagements hervor. Der regelmäßige Austausch mit Vertretern der Stadtgesellschaft setze wichtige Impulse und erleichtere die Zusammenarbeit. Der große Zuspruch zum Sommerempfang zeige, wie wichtig Begegnung und Dialog für das gesellschaftliche Zusammenleben seien.

Die Hauptrede hielt Maik Luhmann, Vorsitzender der SPD im Kreis Unna und der SPD-Kreistagsfraktion. Luhmann ist von der SPD Unna als Kandidat für die Landtagswahl 2027 benannt worden und soll im Wahlkreis Unna I die Nachfolge des langjährigen Abgeordneten Hartmut Ganzke antreten.

Redner Maik Luhmann, voraussichtlicher Landtagskandidat der SPD Unna für die Wahl im April 2026. (Foto SPD Unna)

Luhmann warb für einen konstruktiven gesellschaftlichen Dialog und mehr Zuversicht. „Es ist gut, wenn wir zusammenkommen und das in den Vordergrund rücken, was uns eint“, sagte er.

Statt sich auf Unterschiede und Konflikte zu konzentrieren, brauche es Debatten mit positiven Vorzeichen und den Mut, Chancen zu nutzen und neue Wege zu gehen.

Auch unterschiedliche Meinungen gehörten zu einer lebendigen Demokratie und könnten zu besseren Lösungen führen.

Mit Blick auf die angespannte Finanzlage der Kommunen räumte Luhmann ein, dass viele Entscheidungen unter schwierigen Bedingungen getroffen werden müssten. Dennoch dürfe Politik nicht nur darüber sprechen, was nicht möglich sei.

„Wir sollten die Debatten so führen, dass wir sagen, was geht – und eben nicht nur aufzählen, was aus welchen Gründen nicht funktioniert.“

Gerade die Kommunalpolitik könne durch den direkten Kontakt mit den Menschen konkrete Verbesserungen erreichen.

Inhaltlich kündigte Luhmann an, den Fokus vor Ort weiterhin auf die „Brot-und-Butter-Themen“ zu legen. Dazu zählten aus Sicht der SPD insbesondere die Bereiche Arbeit und Wirtschaft, Kinder, Jugend, Familie und Bildung, eine gute Infrastruktur sowie Sauberkeit, Sicherheit und Ordnung. Diese Themen seien es, die die Menschen im Alltag besonders bewegten.

Gruppenbild vor der Neuen Schmiede. (Foto SPD Unna)

Rede Maik Luhmann, Vorsitzender der SPD im Kreis Unna und der SPD-Kreistagsfraktion

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Gäste,

liebe Genossinnen und liebe Genossen,

vielen Dank für die Gelegenheit, hier ein paar Worte als Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion und als Vorsitzender der SPD im Kreis Unna sprechen zu dürfen.

Ich würde sagen: Bestes Wetter für den Sommerempfang der SPD Unna!

Sie alle sind heute hier, na klar, weil die SPD Sie und euch eingeladen hat. Sie alle werden deswegen eingeladen, weil Sie sich in besonderer Weise für die Stadt Unna ins Zeug legen, weil Sie in Vereinen oder Parteien, in der Kultur, im Sport oder bei der freiwilligen Feuerwehr, mit Ihrer Organisation oder Ihrem Unternehmen einzeln, aber vor allem gemeinsam Herausragendes für die Stadt Unna und unser Gemeinwesen leisten. Dafür möchte ich – auch im Namen der SPD im Kreis Unna – Ihnen und euch herzlich Danke sagen!

Es ist gut, wenn wir zusammenkommen und das in den Vordergrund rücken, was uns eint! Denn das Gemeinsame, das Einende und der Zusammenhalt – das macht doch eine funktionierende Stadtgesellschaft aus. Es bringt uns alle nicht weiter, wenn wir uns ständig nur auf das Trennende, auf die unterschiedlichen Standpunkte oder auseinander liegenden Meinungen konzentrieren.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen und euch geht: Aber mich nervt diese Herangehensweise mehr und mehr. Dieses ständige Genöhle von Menschen, denen man es nie wird recht machen können. Ich frage das ganz offen: Was wollen wir denn den Schlechtgelaunten, den Miesmachern und den Negativ-Populisten entgegensetzen?

Noch mehr schlechte Laune? Wohl kaum!

Nein, wir müssen den Spieß jetzt umdrehen und eine gesellschaftliche Debatte mit positiven Vorzeichen führen! Am liebsten über die Chancen, die sich uns bieten. Denn die gibt es!

Über den Mut, neue Wege zu gehen. Diesen Mut sollten wir aufbringen!

Und über den Erfolg, wenn wir gemeinsam anpacken und erfolgreich umsetzen. Immerhin: Diese Erfolge gibt es!

Und manchmal hilft es auch schon, wenn wir unseren Mitmenschen und vor allem denjenigen, die anders denken, die eine andere Meinung haben als wir, freundlich begegnen und ihnen zuhören. Denn eine andere Meinung zu haben, das ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht. Und die Diskussion darüber bringt uns in der Regel weiter.

Lassen Sie uns doch auf die Dinge konzentrieren, die uns gelingen können. Weil Engagement, Mut und Beharrlichkeit den Unterschied machen!

In diesem Moment lese ich in den Gesichtern mancher Kommunalpolitikerinnen und -politiker: Wir würden ja gerne, aber…

Es stimmt ja. Als Politik hören wir im Rat oder im Kreistag viel zu häufig: Dafür ist kein Geld da. Das können wir uns nicht leisten. Wenn wir das machen wollen, muss anderes wegfallen usw. usw.

Ja, man kann immer auch so argumentieren. Und es ist auch richtig, Prioritäten zu setzen und festzulegen, welcher Schritt auf den nächsten folgen soll. Und richtig ist auch, dass sich die Kommunen, die Städte, Gemeinden und Landkreise in einer nie gekannten Finanzkrise befinden.

Und doch sollten wir die Debatten so führen, dass wir sagen, was geht – und eben nicht nur aufzählen, was aus welchen Gründen nicht funktioniert.

Übrigens finde ich, nur mal so unter uns: Eine der reichsten Volkswirtschaften dieses Planeten muss das leisten können. Sie muss es leisten, dass Kommunen nicht unter die Wasseroberfläche gedrückt werden, weil sie a) viel zu viele Aufgaben übertragen bekommen und b) ihnen dann auch noch das Geld für die Erfüllung dieser Aufgaben fehlt bzw. es ihnen vorenthalten wird. Das gehört sich nicht! Und noch schlimmer: Wenn man es anders will, dann wäre es nicht allzu schwer, die Weichen entsprechend zu stellen. Man muss es aber wollen – und ja, Prioritäten setzen!

Wir merken aber auch, dass für die Menschen Politik immer schwerer nachzuvollziehen ist. Kein Wunder, wird doch nahezu täglich eine neue Sau durch Springers Dorf getrieben. Das macht es für Menschen unübersichtlich und anstrengend.

Problemlage reiht sich an Problemlage, Konflikt an Konflikt.

Und die Gier auf schlechte Nachrichten ist leider deutlich ausgeprägter als das Verlangen nach den Geschichten, die nach langer Diskussion oder schwierigen Verhandlungen am Ende zu einem interessengerechten Kompromiss geführt werden. Das ist irgendwie langweilig und unsexy.

Und trotzdem kann Politik vor Ort den Unterschied machen! Denn wer, wenn nicht wir können als Kommunalpolitikerinnen und -politiker auf Menschen zugehen, mit ihnen Ideen und Lösungen diskutieren und am Ende zu guten Entscheidungen gelangen?

Für die Kreistagsfraktion habe ich es so beschrieben: Wir konzentrieren uns auf die Brot- und Butter-Themen! Das sind die Dinge, die am Abendbrottisch diskutiert werden, die aktuell den Menschen am heißesten auf den Nägeln brennen.

Das sind aus unserer Sicht: 1. Arbeit/Wirtschaft, 2. Kinder/Jugend/Familie/Bildung, 3. Gute Infrastruktur und 4. Sauberkeit/Sicherheit/Ordnung. Und ja, wir wissen, dass es daneben weitere wichtige Themen gibt, die wir auch nicht vergessen.

Sie können/ihr könnt diese Herangehensweise an unserer Arbeit ablesen:

  • Wenn wir uns als Kreis Unna auf den Weg machen und uns gemeinsam mit anderen für die eRegionale 2033 bewerben wollen, dann hat das den Sinn, die regionalen Kräfte stärker zu bündeln und Synergien zu schaffen, die über die Möglichkeiten einzelner Kommunen hinausgehen. Im Mittelpunkt stehen dabei Themen wie wirtschaftliche Transformation, vernetzte Mobilität, Klimaresilienz und digitale Daseinsvorsorge.
  • Wenn wir gemeinsam mit anderen Fraktionen im Kreistag eine Änderung des „Kinder- und Jugendförderplans 2026–2030“ beantragen und die offene und aufsuchende Jugendarbeit insbesondere in Holzwickede und Bönen stärken, dann hilft das konkret vor Ort.
  • Wenn wir vor Ort mit Trägern und Betroffenen Ansätze für eine gerechte Pflegereform diskutieren, dann werden davon in Zukunft sowohl Pflegebedürftige als auch ihre Angehörigen profitieren.
  • Wir begleiten konstruktiv den neuen Nahverkehrsplan; wir unterstützen die Kreisverwaltung intensiv, wenn sie mit kreisangehörigen Kommunen neue Konzepte der interkommunalen Zusammenarbeit entwickelt; wir unterstützen aktiv die Weiterentwicklung der Wirtschafsförderungsgesellschaft WFG.

Denn darum geht es doch: Wir wollen die Stadt und Kreis Unna insgesamt voranbringen. Wir wollen unsere Heimat gestalten, Rahmenbedingungen verbessern und die hohe Lebensqualität sichern!

Lassen Sie uns das von diesem sommerlichen Sonntag mitnehmen: Wir haben es selbst in der Hand! Wir können Zukunft konkret gestalten!

Ich weiß nicht, wie es Ihnen und euch geht. Aber ich persönlich, ich schaue gerne nach vorn. Ich schaue gerne mit einer positiven Einstellung auf das, was kommt.

Ja, wir haben knifflige Aufgaben zu bewältigen.

Und viele hier im Raum kennen vielleicht auch das: Manchmal läuft es nicht so, wie geplant oder wie man sich etwas vorgestellt hat. Aber auch, wenn dann mal Dinge ganz anders laufen, können sie trotzdem zu einem guten Ende mit überzeugenden Ergebnissen gebracht werden.

Packen wir das also an!

Fragen wir nicht, was uns hindert, sondern was uns hilft!

Haken wir uns unter und kämpfen gemeinsam für ein besseres Morgen!

Ich bedanke mich, dass Sie mir zugehört haben. Mein Name ist Maik Luhmann und womöglich sehen wir uns in den kommenden Wochen und Monaten an anderen Stellen wieder. Ich freue mich darauf. Bleiben Sie gesund und Ihnen allen einen schönen Restsonntag.

Bis bald!

PM: SPD Unna

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