Unnas Luft dreckiger als in Metropolen? Grünen-Antrag zu Verkehrsmaßnahmen am Ostring scheitert an CDU, AfD und WfU

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Ostring Unna - Foto S. Rinke RB

„AfD wirkt“, stellt die neue siebenköpfige Unnaer Ratsfraktion nach der Umweltausschusssitzung am Dienstag (10. 2.) zufrieden fest und kopiert damit den Slogan der Unnaer Grünen: „Grün wirkt“. Diesmal war das nicht der Fall.

In der Sitzung unter Leitung von Tim Adomat (CDU) scheiterten die Grünen haarscharf mit einem Antrag zum Verkehr auf dem Ostring. Dort sei die Luftqualität schlechter als in zahlreichen bundesweiten Metropolen, hieß es im Antrag, der sich auf eine Messung der Deutschen Umwelthilfe berief.

Aufgrund des Ergebnisses dieser Messung forderten die Grünen in ihrem Antrag die Stadtverwaltung auf, am Ostring Maßnahmen für bessere Luft zu ergreifen – etwa Geschwindigkeitsreduzierung (Tempo 30), „verkehrslenkende oder städtebauliche Maßnahmen“, was z. B. die im vorigen Jahr diskutierte Radspur auf dem Verkehrsring bedeuten könnte. Die Planungen dafür wurden schließlich auf Antrag von WfU gestoppt.

Die Deutsche Umwelthilfe hatte im Rahmen einer bundesweiten NO₂-Messaktion unter dem Titel „Decke auf, wo Atmen krank macht“ an zahlreichen Standorten in Deutschland die Belastung durch Stickstoffdioxid untersucht. „Ziel war es, zusätzliche Belastungsschwerpunkte sichtbar zu machen, die durch bestehende amtliche Messnetze bislang nicht oder nur unzureichend erfasst werden“, erläutern die Grünen in ihrem Antrag.

Im Zuge dieser Messungen sei am Ostring ein mittlerer NO₂-Wert von 27,7 µg/m³ festgestellt worden.

Für die Grünen ein eundeutiges Signal, dass gehandelt werden müsse. Denn:

„Damit belegt Unna bundesweit Platz 6 unter den untersuchten Standorten mit den höchsten gemessenen NO₂-Belastungen. Dieser Wert liegt deutlich über dem künftig geltenden EU-Grenzwert von 20 µg/m³ im Jahresmittel und macht konkreten Handlungsbedarf deutlich.“

Stickstoffdioxid, führt die Grünen-Fraktion aus, „ist ein gesundheitsschädlicher Luftschadstoff, der vor allem durch den motorisierten Straßenverkehr verursacht wird. Eine dauerhaft erhöhte NO₂-Belastung kann insbesondere Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Lungenkrebs und Bronchitis begünstigen und stellt somit ein erhebliches Risiko für die Gesundheit der Bevölkerung dar.

Die Ergebnisse der Messaktion zeigen, dass auch in Unna relevante Belastungen bestehen, die bisher möglicherweise unterschätzt wurden. Vor diesem Hintergrund ist es erforderlich, dass die Verwaltung geeignete Maßnahmen zur Reduzierung der NO₂-Belastung identifiziert und prüft.“

Das könnten u. a. „verkehrsbezogene Maßnahmen, eine Stärkung des Umweltverbundes, Anpassungen der Verkehrsführung, Geschwindigkeitsreduzierungen oder weitere stadtplanerische Ansätze“ sein.

Anders als SPD und Linke.Volt zeigten sich CDU, WfU und AfD von den Argumenten jedoch nicht überzeugt. Sie lehnten den Antrag mit einer Stimme Mehrheit ab.

Die AfD begründete ihr Nein mit „Grünem Alarmismus“. Der Antrag habe sich auf ein einzelnes Messergebnis am Ostring bezogen.

„Diese einzige Messung wurde im Oktober an einer der meist befahrenen Stellen zum Zeitpunkt eines besonders hohen Verkehrsaufkommens durch eine Baustelle getätigt“, kritisiert die AfD.

„Trotz des denkbar schlechtesten Messortes und fragwürdiger Messmethodik war der gemessene Wert deutlich unter dem in Deutschland empfohlenen Jahresgrenzwert von 40 µg/m³ Luft.“ Der Grenzwert für kurzzeitige NO2-Belastungen liege mit 200 µg/m³ wesentlich höher, so die AfD.

„Das Ergebnis soll den Eindruck erwecken, als hätte ganz Unna ein NO2-Problem.“

Dabei hätten die NO2-Werte der offiziellen Messstation in Königsborn im Mittel deutlich unter den von den Grünen angegebenen gelegen und zeigten über die letzten Jahre einen stetig rückläufigen Trend an (https://luftqualitaet.nrw.de/). Der Luftqualitätsindex in Unna werde von offizieller Landesseite als gut bewertet.

Das Fazit der AfD: „Dieser Antrag hätte im schlimmsten Fall weitere unnötige Tempo-30-Zonen oder sinnlose Dieselfahrverbote trotz guter Luftqualität zur Folge gehabt.“

12 KOMMENTARE

  1. Der damalige CDU NRW Ministerpräsident Laschet hat mal die Deutsche Umwelthilfe als „klassischen Abmahnverein“ bezeichnet. Ein ehemaliger CDU Generalsekretär als knallharten Lobbyistenverein unter grünem Lack mit einem ideologischen Dirigismus.
    Das sind nur zwei Beispiele von viele.

    Wer mal über Kritik an die Deutsche Umwelthilfe recherchiert wird einiges zu der Unterorganisation der Partei die GRÜNEN finden.

    Irgendwie habe ich mir schon gedacht das die GRÜNEN in Unna mit diesen billigen Trick nicht durchkommen werden. Allerdings nicht das es so knapp wird.

  2. Was könnten denn die Umbaumaßnahmen bewirken?
    Das Verkehrsaufkommen bleibt das gleiche, solange es keine Umfahrung von Unna gibt.
    Auf dem Ostring sieht man immer auswärtige Kennzeichen, wenn die Autobahnen dicht sind.
    Was Grünenpolitik in Unna bringt, zeigen viele Beispiele.
    Der Bürgerpark am Ostring, war mal ein ruhiger Parkplatz und bot für die kleinen Geschäfte in der Morgenstraße und den Arztpraxen, die Möglichkeit, mal kurz zu parken.
    Heute haben wir dort einen Umschlagplatz für Drogen, die kleinen Geschäfte sind zu, viele Ärzte sind umgezogen.
    Die Grünen haben mit ihrer Politik dafür gesorgt, dass viele alte Bäume gefällt wurden und durch Neupflanzungen ersetzt wurden, welche bei weitem nicht die Filterleistung der alten Bäume haben.
    Der Bürgermeister hatte die Möglichkeit, die Grünen loszuwerden, hat diese aber Mangels eigener Umweltideen nicht genutzt.
    Jetzt merkt man auch langsam im Rathaus, dass nicht alles grün ist ,was sich dafür ausgibt.
    Es geht doch wieder mal nur darum, sich in dieser Stadt zu profilieren.
    Wenn dann Ideen umgesetzt werden, fällt nach einiger Zeit auf, dass diese wohl doch nicht so toll waren.
    Was bitte ist so toll daran, die unsinnigen Ideen auf Gedei und Verderb durchzusetzen und hinterher mit Steuergeldern leerstehende Geschäftsräume zu sponsoren, damit diese wieder vermietet werden.
    Egal welche Partei, alle sollten sich mal wieder erden um zu verstehen, was da alles am Bürger vorbei, endschieden wird.

  3. Gut das den ständigen Desinformationskampagnen der linksgrünen Parteien im Rat von Unna mal etwas entgegen gesetzt wird.
    Die deutsche Umwelthilfe wird als Unteroganisation der Partei die GRÜNEN angesehen. Sie steht seit Jahren stark in der Kritik. Die Deutsche Umwelthilfe ermitelt den Jahresmittelwert unseriös. Sie ist keine amtliche Messtelle. Der am Ostring in Unna gemessene Wert liegt vollkommen im verhältnismäßigen Bereich. Die alarmierenden Grenzwerte für Gefährdungen liegen um ein zigfaches höher als der nicht einmal verifizierte am Ostring. Die EU Veränderung soll irgendwann in ein paaar Jahre eingeführt werden. Zahlreiche EU Länder setzten sich bereits für eine Verzögerung des Termins ein. Die politische Entwicklung in Deutschland bis dahin deutet darauf hin das die Verordnung gar nicht eingeführt wird.
    Mit den Plänen zur Machtergreifung der linksextremen Parteien im Stadtrat von Unna durch ein Verbot der politischen Opposition bis dahin, anstatt durch demokratische Wahlen, sieht es auch nicht gut aus.
    Es besteht also gar kein Handlungsbedarf für die Stadt Unna.

  4. Wie sieht es mit anderen Emissionen aus. Wir da auch genau geschaut oder wird das einfach ignoriert? Wie die Verpestung der Königsborner Luft von VDM?! Seit dem die Kurzarbeit da vorbei ist, stinkt es hier im Ortsteil wieder.
    Ein erhöhtes Aufkommen von Krebserkrankungen von Lunge und/oder Schilddrüse steht natürlich in keinem Zusammenhang.

  5. Erstaunlich dass sich CDU-Ratsmitglieder nach 5jähriger Abhängigkeit von den Grünen zu einer realitätsbezogenen, eigenen Entscheidung durchringen konnten.

    Respekt.

    Bleibt zu hoffen dass auch zukünftig bei der CDU, so wie wir es von der WfU kennen, bürgernahe Entscheidungen vor blindem Aktionismus getroffen werden.

  6. Denn Sie wissen nicht, was sie tun:

    Für Unna lagen die Messwerte 2018 bei:

    Mess_Straße Mess_Ort Land Anbringung Abnahme Ergebnis [µg/m3] Messaktion
    Hertingerstr. Unna Deutschland 01. Feb 18 01. Mrz 18 34,5 DUH Wintermessung 2018
    Iserlohner Str. Unna Deutschland 01. Feb 18 01. Mrz 18 25,8 DUH Wintermessung 2018
    Gerichtsstr. Unna Deutschland 01. Mar 19 01. Apr 19 20,7 DUH Winter 2019

    Unna bringt nichts vernünftiges auf die Kette. Also warten wir weitere Jahre, bis sie V E R B O T E von oben kassieren.

    • Alte nicht amtliche Messergebnisse welche ernsthaft über 7 Jahre alt sind, von denen zwei woanders im gesetzlichen Bereich gemessen wurden und das dritte nicht angezeigt wird, als Argument für die Reaktion auf ein Gesetz welches nicht existiert :-).
      So ein Schmarrn hat doch bestimmt jemand aus dem Umfeld der unseriösen linken Parteien im Stadtrat von Unna gepostet.

  7. Hallo Moderator.

    Bitte löschen Sie meine Kommentare. Ich habe mich entschlossen, meine Meinung nicht mehr zu äußern.

    Ich setze mein Kreuz in der Wahlkabine und fertig. Ich lese ab soforr hier auch nichts mehr.

    • Stellen Sie Wünsche auf Löschung bitte formell mit den gesetzlich erforderlichen Daten an unseren Verlag und verlinken Sie dabei bitte die entsprechenden Kommentare. VG von der Redaktion.

    • Adieu. Und weg von der Wahlurne denn genau diese Kreuze in der Wahlkabine führen die Kommunen in die Pleite, haben dieses Land zum kranken Mann Europas gemacht und stinken deshalb normal denkenden Bürgern gewaltig mehr als fragwürdige Messdaten der DUH.

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