In eigener Sache: Ein Wort an die, die uns irgendwie so gar nicht mögen

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Liebe Leserinnen und Leser,

in politisch aufgeheizten Zeiten wie den momentanen häufen sich stets die Beschwerden an unsere Redaktion, dass wir über bestimmte Themen „viel zu oft“ / zu selten, „viel zu positiv“ / zu negativ usw. usf. berichten oder nicht berichten. Konkret berichten wir aktuell für die einen viel zu oft über die AfD, für die anderen viel zu oft über die bunten Demos gegen die AfD.

Diejenigen unserer liebsten Dauerkritiker und Dauerforderer, die uns sehr erkennbar wirklich so überhaupt nicht mögen, möchten wir heute einmal etwas fragen, was uns ganz ehrlich interessiert:

Wieso eröffnen Sie / eröffnet ihr nicht selbst eine neue Nachrichtenseite für Unna und rundum?

Wir meinen diese Frage ganz ernst.

Eine Medienseite auf WordPress erstellen zu lassen kostet einen niedrigen vierstelligen Betrag. Jemand muss sich den Hut aufsetzen und das Impressum verantworten, dann braucht es jemanden, der verständlich schreiben kann (oder zumindest in der Lage ist, mit Copy-Paste Texte einzustellen und zu bebildern der Rest kommt schon und entwickelt sich, wenn man mit der nötigen Begeisterung an die Sache geht).

Im Hintergrund sollte jemand zur Stelle sein, der sich um die IT kümmert. Dann eine Facebookseite dazu aufgemacht, und los geht´s – mit ganz viel Idealismus und der Bereitschaft, reichlich eigene freie Zeit in das Projekt zu investieren. Denn dies zur Warnung – bis gerade eine Facebookseite den nötigen Diskussionstraffic hat, dauert es. Und hat sie dann den Traffic, gibt sie einem 24/7 zu tun, damit der Traffic so bleibt oder sich noch steigert..

Man braucht viel Geduld, noch mehr Ausdauer, eine hohe Frustrationstoleranz (denn nur zu oft setzt es Prügel von allen Seiten), man benötigt endlos Enthusiasmus sowie die Bereitschaft, zu einem guten Teil aus Idealismus zu arbeiten, denn Reichtümer hat man mit einer lokalen oder auch regionalen Nachrichtenseite selten angehäuft.

Auf diesem Hintergrund sind wir selbst im Mai 2013 kurzfristig mit einer halben Handvoll Leute mit dem Rundblick an den Start gegangen, als die Westfälische Rundschau von jetzt auf gleich ihre komplette Redaktion schloss und uns in Unna plötzlich ein Medienmonopol drohte. Sowas tut keiner Stadt gut (finden wir), und (nur) deshalb gibt es heute den Rundblick.

Kurz danach gab es für Holzwickede den „Emscherblog“ des geschätzten Exkollegen Peter Gräber, der 10 Jahre lang bewiesen hat, dass sich eine Medienseite sogar als One-Man-Unternehmen einen ganz wichtigen Platz in der lokalen Presselandschaft erobern kann. Dass Peter seinen Emscherblog als einzige Alterative zur Bezahlzeitung Ende letzten Jahres aus Alters- und Familiengründen eingestellt hat (da er bezeichnenderweise keinen ähnlich idealistischen Nachfolger fand), ist ein immenser Verlust für Holzwickede, wo jetzt ein Zeitungsmonopolist hinter Bezahlschranke das einzige Regulativ zu Verwaltungs- und Parteiverlautbarungen bildet und inzwischen noch nicht einmal mehr regelmäßig seine Mitarbeiter zu Ratssitzungen schickt.

Dies klagte uns kürzlich ein führender Ratspolitiker aus Holzwickede, denn für kommunale Politik gibt es damit kaum noch eine Möglichkeit, nach draußen zum Bürger zu dringen und ihre Themen zu platzieren. Informationen über das, was in der eigenen Kommune geschieht, bleibt damit möglicherweise irgendwann privaten Social Media-Gruppen überlassen. Und damit würde es langsam gefährlich für die Demokratie.

Wenn wir die Wortbeiträge unserer bekanntesten Rundblick-Dauerkritiker so inner- und außerhalb unserer eigenen Facebookcommunity verfolgen, dann gewinnen wir durchaus den Eindruck, dass es vielen weder an Zeit noch an Schreibvermögen und noch weniger an Enthusiasmus für die eigene Sache und die eigene Meinung mangelt. Es befinden sich unter diesen heftigsten Ablehnern des Rundblicks sogar ausgewiesene Medienprofis.

Daher an die, die das, was wir tun, so intensiv ablehnen und sich auf ihren privaten Seiten teilweise mit regelrechtem Hass über uns auskübeln (solche Screenshots werden uns manchmal zugespielt, wir ignorieren sie inzwischen): Wir vom nach wie vor kleinen Rundblick-Team würden uns wirklich freuen, einen neuen Mitbewerber in Form einer weiteren Nachrichtenseite zu bekommen, wo dann genau die Themen in genau der Gewichtung aufgegriffen, kommentiert und moderiert werden, die den Gegnern beim Rundblick fehlen, nicht ausreichend oder „falsch“ begleitet werden.

Wie wäre das? Ein neues, frei lesbares und unabhängiges Medium für Unna – wenn es klein sein muss, auch nur für Unna.

Wir wären der größte Fan. Und das meinen wir ganz ehrlich.

Und im anderen Fall: einfach bitte ein bisschen mehr Respekt für die Arbeit, die wir täglich leisten und von der sich jeder rund um die Uhr kostenlos bedienen kann. Wer uns absolut nicht mag, lässt uns einfach kommentarlos links liegen. Das wäre doch mal was.

Herzlich von der Redaktion des Rundblicks.

16 KOMMENTARE

  1. Naja, ich erlaube mir Mal eine vorsichtige Kritik: es gibt genau eine Seite im Internet die für Unna kostenlose Beiträge bringt und eine Kommentarfunktion hat: der Rundblick. Ihr habt damit ein defacto monopol. Das internet wird immer kleiner, neue Seiten in diesen nieschen werden sich nicht mehr durchsetzen. Von daher ist die Aufforderung meines Erachtens nicht so ganz aufrichtig. Dennoch bin ich dankbar, unabhängig davon. Die meisten Städte haben solche Seiten leider nicht mehr.

    • Das verstehen wir nicht, Sebastian. Wir haben eine Aufforderung formuliert, es uns gleichzutun. Wenn es ausschließlich den Rundblick Unna als kostenloses Medium gibt, hat das ja offensichtlich Gründe. Es ist nicht unsere „Schuld“, dass wir ein Monopol auf kostenlose lokale Nachrichten aus Unna haben, genau darum geht es hier. Loslegen und einen Wettbewerber starten! Niemand wird daran gehindert.

      • Nicht eine einzige Person auf der ganzen Welt würde von einer solchen Seite erfahren. Von daher finde ich es nicht so ganz aufrichtig. Das ist so wie die Leute die immer sagen „ja dann wander doch aus“ oder „Bau dein eigenes Internet“. Es ist unrealistisch und nur eine theoretische Möglichkeit. Natürlich ist das nicht eure Schuld, trotzdem ist es so.

        • Das ist Unsinn, Sebastian. Wir haben auch bei Null angefangen. WernePlus zum Beispiel auch. Und der Emscherblog wird in Holzwickede schmerzlich vermisst. Aber man findet immer irgendwelche Ausreden, wenn man nicht selbst den A. hochbekommen will. Schönen Sonntag!

          • Das der Rundblick noch als einziger diese demokratische Möglichkeit anbietet, die teilweise irrsten Pressemitteilungen direkt darunter zu kommentieren, kann man ihm meiner Ansicht nach schlecht vorwerfen. Sie würden sonst wie woanders widerspruchslos durchgehen.

            Wenn jemand einen RB Bericht kritisch sieht, kann er dies sofort darunter unkompliziert äußern oder auch berichtigen !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

            Sogar, ohne sich vorher bei irgendeiner US Datenkrake anmelden zu müssen. Wo gibt es das noch im journalistischem Bereich ?

            Als einziges journalistisches Nachrichtenportal in Unna, wo eine übergeordnete Diskussion (FB) stattfindet, wird es gleichzeitig von Teilen der Politik als „Blase“ bezeichnet. Obwohl sie alle mitlesen, um auf dem Laufenden zu bleiben :-).

            Manchmal empfinde ich die FB Seite auch wie eine Nachrichtenkarawane. Während ich einen aufwendig und gut gemachten Bericht des Rundblicks sacken lasse und mir über eine Kommentierung Gedanken mache, ist sie dort schon wieder 5 Meldungen weiter. Aber der Leser als Kunde entscheidet halt, wo er kommentiert.

            Wenn ich allerdings beobachte, wie auf der Facebookseite vom Rundblick in Unna teilweise versucht wird, die großen Streitthemen unserer Zeit auszufechten und sogar zu entscheiden, muß ich schon oft schmunzeln.

            Selber benutze ich soziale Netzwerke nur, um sie durchzurastern und zu analysieren, um mir mit den Metadaten ein Stimmungsbild zu verschaffen. Dadurch habe ich mir schon ein ziemlich gutes Gesamtbild über das steuerfinanzierte Netzwerk im Hintergrund verschafft, denen diese offene Diskussion beim Rundblick ein Dorn im Auge ist.

            Ob die hunderte Millionen Euro Steuergelder, die von der Regierung im Kampf gegen „Rechts“ bis in die Städte hinein gepumpt wurden, von den Empfängern tatsächlich überparteilich nur gegen „Hass und Hetze“ angewendet werden, bezweifle ich stark.

            Was mich schon immer interessiert hat:
            Alle möglichen Zeitungen und wöchentlichen Werbeblättchen erhalten lukrative Großanzeigen von Ministerien. Sei es bei der Impfkampagne, der Klimakampagne oder sogar auch für Correctiv und sonstige Faktenfinderseiten.
            Hat man dem Rundblick als einer der wenigen da nie ein Angebot gemacht?

            Dem Besitzer des Westfälischen Anzeigers in Hamm hat es inzwischen nach München verschlagen. Von da aus werden auch viele Berichte in die Redaktion vor Ort direkt eingespeist.

            https://www.merkur.de/welt/geburtstag-ippen-feier-soeder-reiter-ude-muenchen-merkur-tz-party-verleger-zr-90069184.html

  2. Gutes Statement, danke für die offenen Worte. Lese euch als Dortmunder sehr gerne und möchte nochmal ausdrücklich anmerken, dass auch eure eigene, relativ offene Kommentarfunktion schon fast ein Alleinstellungsmerkmal ist. Die meisten „großen“ Zeitungen setzen ja mittlerweile einen Facebook-/Twitter-Account voraus und die Diskussionen finden nur noch in diesen (großen, aber dennoch) geschlossenen Kreisen statt.

    Zum Thema „Forderung nach eigener Webseite = scheinheilige Forderung eines Quasi-Monopolisten“: Quatsch. Ganz ehrlich: Gute Inhalte setzen sich _immer_ durch. Auch wenn für Viele heute das Internet nur noch in einer Handvoll geschlossener Portale stattfindet: Über diese würde auch eine nagelneue Website Verbreitung erfahren, wenn sie mit ihren Inhalten ein paar Leute anspricht und langfristig zu überzeugen weiß. Das große Geld wird damit aber niemand mehr machen, und das ist wahrscheinlich eher der Knackpunkt, Idealismus hin oder her.

    • Danke, Dortmunder, wir schließen uns absolut an. Der Bedarf nach frei lesbaren Nachrichtenseiten ist mehr denn je da, und pulitzerpreisverdächtige Journalisten braucht man auch nicht dazu. Ich sehe es ähnlich wie bei lokalpolitischer Betätigung. Es ist sehr zeitaufwändig, oft undankbar und zu einem Großteil quasi-ehrenamtlich.

      • Nicht zur Diskussion, sondern nur als Gedankenanregung: Von außen betrachtet wirkt es auf mich, als wenn unter dem journalistisch aufwendigem Tagesgeschäft etwas das Marketing leidet, welches meiner Einschätzung nach mehr Potential hat. Journalisten sind halt nicht immer auch leidenschaftliche Vertriebler.

  3. Wenn Kritik von allen Seiten kommt, ist das doch das beste Zeichen für Ausgewogenheit. Ich freue mich, wenn ohne Schaum vorm Maul über „Rechts“ berichtet wird, aber ich lese auch gerne die Reportagen über die bunten Lemminge, die von ihren Führern zur Klippe getrieben werden (und dann noch die schönen Fotos…). Was nützt da ein neues, dann vielleicht tendenziöses Blättchen, für das ich als Leser Lebenszeit verschwende? Hier weiß ich, was mich erwartet, und das auch noch ohne Bezahlschranke – Dankeschön!

  4. Sorry, mein Kommentar ist erst aus Versehen unter einem anderen gelandet. Für eine Löschung des obigen wäre ich dankbar. Hier ist er unten chronologisch angehängt, wie es sich gehört :-).

    Das der Rundblick noch als einziger diese demokratische Möglichkeit anbietet, die teilweise irrsten Pressemitteilungen direkt darunter zu kommentieren, kann man ihm meiner Ansicht nach schlecht vorwerfen. Sie würden sonst wie woanders widerspruchslos durchgehen.

    Wenn jemand einen RB Bericht kritisch sieht, kann er dies sofort darunter unkompliziert äußern oder auch berichtigen !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Sogar, ohne sich vorher bei irgendeiner US Datenkrake anmelden zu müssen. Wo gibt es das noch im journalistischem Bereich ?

    Als einziges journalistisches Nachrichtenportal in Unna, wo eine übergeordnete Diskussion (FB) stattfindet, wird es gleichzeitig von Teilen der Politik als „Blase“ bezeichnet. Obwohl sie alle mitlesen, um auf dem Laufenden zu bleiben :-).

    Manchmal empfinde ich die FB Seite auch wie eine Nachrichtenkarawane. Während ich einen aufwendig und gut gemachten Bericht des Rundblicks sacken lasse und mir über eine Kommentierung Gedanken mache, ist sie dort schon wieder 5 Meldungen weiter. Aber der Leser als Kunde entscheidet halt, wo er kommentiert.

    Wenn ich allerdings beobachte, wie auf der Facebookseite vom Rundblick in Unna teilweise versucht wird, die großen Streitthemen unserer Zeit auszufechten und sogar zu entscheiden, muß ich schon oft schmunzeln.

    Selber benutze ich soziale Netzwerke nur, um sie durchzurastern und zu analysieren, um mir mit den Metadaten ein Stimmungsbild zu verschaffen. Dadurch habe ich mir schon ein ziemlich gutes Gesamtbild über das steuerfinanzierte Netzwerk im Hintergrund verschafft, denen diese offene Diskussion beim Rundblick ein Dorn im Auge ist.

    Ob die hunderte Millionen Euro Steuergelder, die von der Regierung im Kampf gegen „Rechts“ bis in die Städte hinein gepumpt wurden, von den Empfängern tatsächlich überparteilich nur gegen „Hass und Hetze“ angewendet werden, bezweifle ich stark.

    Was mich schon immer interessiert hat:
    Alle möglichen Zeitungen und wöchentlichen Werbeblättchen erhalten lukrative Großanzeigen von Ministerien. Sei es bei der Impfkampagne, der Klimakampagne oder sogar auch für Correctiv und sonstige Faktenfinderseiten.
    Hat man dem Rundblick als einer der wenigen da nie ein Angebot gemacht?

    Dem Besitzer des Westfälischen Anzeigers in Hamm hat es inzwischen nach München verschlagen. Von da aus werden auch viele Berichte in die Redaktion vor Ort direkt eingespeist.

    https://www.merkur.de/welt/geburtstag-ippen-feier-soeder-reiter-ude-muenchen-merkur-tz-party-verleger-zr-90069184.html

  5. Ich möchte Journalismus und keinen Aktivismus! Und der Rundblick bietet das.
    Und das er damit mittlerweile ein Alleinstellungsmerkmal besitzt, kann man schlechterdings nicht dem Rundblick vorwerfen, sondern den Anscheinsjournalisten, die nicht (mehr) in der Lage sind, Nachricht von Meinung und Kommentar zu unterscheiden.
    Die sogenannte „Medienvielfalt“ ist nicht wirklich eine, wenn die Nachrichten alle aus einer Agentur stammen und der „Diskurs“ von der „Netzwerkrecherche“ täglich neu definiert und ausgegeben wird.
    Wenn sich irgendwelche Bubblen über den Rundblick aufregen, muß er ja vieles richtig machen!
    „Viel Feind, viel Ehr'“, fällt mir dazu ein, und:
    „Was stört es die deutsche Eiche, wenn sich die Wildsau dran schubbelt, die kann ja nicht anders!“

  6. Ihr führt eure eigene Worte absurdum. Einerseits fordert ihr ein Kommentare Eurer Kritiker ein, dann werden diese aber bei Facebook und hier nicht zugelassen. Konstruktive Kritik und Verbesserunsvorschläge sind wohl nicht erwünscht und wird stattdessen ausgeschlossen.

    • Hallo Herr Jedschat, schönen guten Abend. Sie irren in doppelter Hinsicht. Erstens fordern wir in unserem kleinen Beitrag in eigener Sache mitnichten „Kommentare unserer Kritiker“ ein, sondern stellen ihnen schlicht die freundliche Frage, wann wir mit einer alternativen Nachrichtenseite für Unna rechnen können, die das beim Rundblick Vermisste und Monierte frei les- und kommentierbar anbietet. Und zweitens fordern wir mit Sicherheit keine wie auch immer gearteten Äußerungen vollanonymer Fakeprofile ein, und ausschließlich ein solches Profil haben wir blockiert, das ist richtig. Auch weil es/er/sie/ unser Anliegen entweder nicht gelesen oder nicht verstanden hat, und für solche Diskussionen geben wir uns nicht mehr her. Da Sie vom Entfernen dieses Profils Kenntnis haben (das im Übrigen zum ersten Mal überhaupt bei uns auftauchte), kennen Sie es entweder oder sind es selbst, was uns beides nicht zu interessieren hat, denn Sie nehmen bitte hier freundlich zur Kenntnis, dass wir uns mit diesen „kritischen“ Fakeprofilen nicht mehr abgeben. Wir wünschen Ihnen einen schönen Abend.

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