AOK Kreis Unna: Beim Neujahrsfeuerwerk droht Knalltrauma – Ohren schützen, Abstand halten

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Damit die Silvesternacht nicht den Ohren schadet, sollten Menschen im Kreis Unna Hörschutz tragen und einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum Feuerwerk halten. Foto: AOK/Colourbox/hfr.

Ohren schützen und Abstand halten: Dazu rät beim Silvesterfeuerwerk dringen die AOK für den Kreis Unna. Hier die Pressemitteilung.

Bei der Frage nach dem Sinn oder Unsinn des alljährlichen Silvesterfeuerwerkes gehen die Meinungen hierzulande weit auseinander. Völlig unnötig, sagen die einen. Dazu die immense Feinstaubbelastung für die Menschen und die durch das nächtliche Geknalle eingeschüchterten Tiere.

Eine unverzichtbare Tradition, finden die anderen, die sich durch Verbote gegängelt fühlen.

Eine Erhebung mit Unterstützung der ‚Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO KHC)‘ stimmt jedoch nachdenklich. Danach haben zuletzt zum Millenium-Wechsel 1999/2000 in Deutschland vermutlich mehrere 1.000 Menschen ein sogenanntes Knalltrauma erlitten, weil ein Feuerwerkskörper zu dicht an ihren Ohren explodiert ist.

Mit Beginn zum Jahreswechsel 2021/2022 wurde eine neue Erhebungsstudie mit allen HNO-Kliniken in Deutschland aufgelegt. Ergebnis: Dutzende Personen waren von einer Verletzung des Hörorgans betroffen. 60 Prozent davon wurden dabei nicht beim aktiven Zünden von Feuerwerkskörpern verletzt, sondern als unbeteiligte Zuschauer.

„Ein Knalltrauma, durch Silvesterböller verursacht, ist eine häufige Gefahrenquelle für dauerhaften Hörverlust und Tinnitus. Insbesondere in der Altersgruppe bis 30 Jahre ist die Anzahl der Betroffenen alarmierend“,

warnt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock.

Abstand halten

Feuerwerke, insbesondere zum kommenden Jahreswechsel, sind zwar hübsch anzusehen. Dennoch verkennen viele Schaulustige die Gefahr, die durch die mit dem Feuerwerk einhergehende Lautstärke für die Ohren droht.

Je geringer der Abstand zum Feuerwerk ist, desto höher ist der messbare Schallpegel: Bei einem Abstand von zwei Metern werden bereits bis zu 160 Dezibel erreicht. Dieser Wert entspricht dem Schallpegel einer abgefeuerten Pistole.

Professionelle Feuerwerke übersteigen diese Werte sogar mit Schallpegeln über 190 Dezibel abhängig von der angenommenen Entfernung zur Lärmquelle.

Silvesterböller stellen eine ernstzunehmende Gefahrenquelle für einen dauerhaften Hörverlust dar, da sie ein Knalltrauma verursachen können. Insbesondere in der Altersgruppe der sechs bis 25-Jährigen ist die Anzahl der Betroffenen alarmierend. Foto: AOK/Colourbox/hfr.

„Die Schwelle, ab der das Gehör Schaden nehmen kann, liegt aber schon bei einer Dauerbeschallung von mehr als 85 Dezibel“, so Prof. Dr. Alessandro Bozzato, der die neue Erhebungsstudie mit Unterstützung der DGHNO KHC durchgeführt hat. Ein Knalltrauma kann auch ausgelöst werden durch eine am Ohr abgefeuerte Pistole, durch einen Airbag oder einen Schlag aufs Ohr.

Ohrgeräusche (Tinnitus) und Schwerhörigkeit

Durch die hohen Schalldruckpegel können Sinneszellen der Hörschnecke im Innenohr auch irreversibel geschädigt werden. Die Hauptsymptome sind anhaltende Ohrgeräusche (Tinnitus) und Schwerhörigkeit.

Die Betroffenen haben vor allem Probleme bei der Wahrnehmung hoher Frequenzen. Sie hören Klingeltöne und hohe Stimmen deutlich schlechter als zuvor. Das Ohr fühlt sich wie verstopft an, dazu können stechende Schmerzen im Ohr, im Extremfall auch eine Trommelfellverletzung kommen. Je nach auslösendem Mechanismus sind eines oder beide Ohren betroffen.

Abstand halten und Gehörschutz tragen

In der letzten systematischen Erhebung, in der alle 37 deutschen HNO-Kliniken befragt wurden, waren zum Jahreswechsel 2021/2022 trotz Verbots erneut dutzende Patienten von einer Verletzung des Hörorgans betroffen. 60 Prozent der gemeldeten Betroffenen waren in der Alterskohorte der elf- bis 30-jährigen angesiedelt. Mehr als jeder Fünfte war noch nicht volljährig. Über 80 Prozent der gemeldeten Patientinnen und Patienten waren männlich.

„Hervorzuheben ist, dass 60 Prozent der Betroffenen nicht beim aktiven Zünden von Feuerwerkskörpern verletzt wurden, sondern als unbeteiligte Zuschauer anwesend waren“, sagt Prof. Dr. Bozzato. AOK NordWest und DGHNO KC raten daher dringend, besser auf Abstand zu gehen und einen Gehörschutz zu tragen, um ein Knalltrauma zu vermeiden. Ohrstöpsel sind in Drogerien, Baumärkten, Apotheken oder auch in Musikgeschäften erhältlich.

„Klingen die Symptome nicht innerhalb von 24 Stunden ab, sollten die Betroffenen unbedingt einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen, um bleibende Schäden zu vermeiden. Zu den therapeutischen Möglichkeiten gehören vor allem Infusionen mit Kortison, die häufig auch ambulant gegeben werden können“, so Kock.

Silvesterböller stellen eine ernstzunehmende Gefahrenquelle für einen dauerhaften Hörverlust dar, da sie ein Knalltrauma verursachen können. Insbesondere in der Altersgruppe der sechs bis 25-Jährigen ist die Anzahl der Betroffenen alarmierend. Foto: AOK/Colourbox/hfr.

1 KOMMENTAR

  1. Wer schreibt bei der AOK Unna solche manipulativen Presseberichte?

    „Danach haben zuletzt zum Millenium-Wechsel 1999/2000 in Deutschland vermutlich mehrere 1.000 Menschen ein sogenanntes Knalltrauma erlitten“

    „Vermutlich“ bedeutet, das man keinerlei belastbaren Zahlen hat, wie viele damals ein Knalltrauma erlitten haben. Den Verweis auf eine Silvesternacht vor 34 Jahren hätte sich der AOK Bericht also sparen können.

    „Mit Beginn zum Jahreswechsel 2021/2022 wurde eine neue Erhebungsstudie mit allen HNO-Kliniken in Deutschland aufgelegt. Ergebnis: Dutzende Personen waren von einer Verletzung des Hörorgans betroffen.“

    2021/22 nur ein paar Dutzend mit Höhrschäden nach Silvester in ganz Deutschland, also vielleicht nur 30-40 Menschen von 80 Millionen Einwohner in tausenden Städen und Gemeinden des Landes. Obwohl in der Nacht auch tausende alkoholisierte Mitbürger herumballern. Ich dachte bisher, eine einzelne Großstadt mit Millionen Einwohnern hätte mehr Vorfälle.

    Seltsam ist, das man nur Zahlen zum eingeschränkten Silvester 20/21 vorlegt (um uns herum wurde damals trotzdem ordentlich geballert) aber keine konkreten zu den anderen Jahren nennt. Gibt es tatsächlich nur belastbare Zahlen zu diesem Jahreswechsel?

    Wie viel von den „einigen Dutzend“ Mitbürgern schwere Schäden und welche weniger schwere Schäden erlitten haben, darauf wird auch nicht eingegangen.

    Seltsam ist auch, das man von ein „paar Dutzend“ spricht, aber die genaue Zahl nicht nennt. Eigendlich macht man das nur, wenn man stilistisch eine geringe Zahl höher darstellen will.

    Der Bericht erlärt Silvesterböller zu einer „ernstzunehmende Gefahrenquelle“, die pauschal „alarmierend“ gefährlich für 6- 25 jährige sind, kann das aber bei genauem Lesen mit Zahlen nicht ansatzweise belegen.

    Die Warnung, das man schwere Höhrschäden erleidet, wenn man nah an einem professionellen Feuerwerk steht, ist wohl ebenfalls überflüssig. Bei einem pofessionellen Feuerwerk steht nie jemand in der Nähe, wenn es gezündet wird.

    Natürlich sollte man vor den Gefahren warnen, aber das wegen der seltenen Vorfälle eine ganze Nation Silvester mit Höhrschutz herumlaufen soll, ist schon ein bißchen schräg.

    P.S: Selber habe ich noch nie in meinem Leben Feuerwerk benutzt.

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