Warnendes Beispiel für Unna? Größte Stadt Südwestfalens verteuert Parken drastisch – mit drastischen Folgen

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Ein alltägliches Bild seit Eröffnung des Einkaufszentrums Neue Mühle: Gähnende Leere auf dem obersten Parkdeck. Auf dem darunter sieht es nicht viel besser aus. (Foto Rinke)

Ab dem 1. Januar werden in Unna die Parkgebühren „angepasst“ – nach oben:

Das Parken auf Außenstellflächen verteuert sich drastisch auf 2,50 Euro pro Stunde (Höchstparkdauer 3 Stunden), in den Parkhäusern und Tiefgaragen werden die Parktarife vereinheitlicht auf 1,50 Euro je angefangene Stunde.

Mit einem Kurzzeitparktarif von 1 Euro für 40 Minuten erhoffen die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Unna (WBU) gleichwohl die Auslastung der Parkhäuser noch zu steigern – vor allem das weiterhin deutlich zu gering ausgelastete Parkhaus Neue Mühle, wo auch in der Vorweihnachtszeit meist über 200 der 316 Stellplätze ungenutzt sind.

Wir berichteten über die neuen Parkgebühren HIER.

Ob das Ziel der Stadt und der Ratsmehrheit (CDU, Grüne und FLU) aufgeht und Autofahrer statt in der Innenstadt nun einfach in den Parkhäusern parken, ist in den öffentlichen Diskussionen heftig umstritten.

Ein warnender Blick kann möglicherweise nach Siegen gehen. Die größte Stadt Südwestfalens, Universitätsstadt mit rund 100.000 Einwohnern (40.000 mehr als Unna), droht gerade mit einer Parkkostenerhöhung Schiffbruch zu erleiden.

Im September wurden dort die Parkpreise deutlich angehoben – auf 1 Euro pro halbe Stunde und 1,50 Euro je Stunde. Das ist vergleichbar mit den aktuell noch geltenden niedrigeren Unnaer Tarifen, hat gleichwohl schon jetzt zur reinsten Besucherflucht in der City geführt.

“Im Parkhaus Oberstadt ist nichts mehr los – das kann jeder sehen”,

bekannte der Siegener Bürgermeister Steffen Mues in der letzten Ratssitzung dieses Jahres am vergangenen Mittwoch.

Laut einem Bericht von Radio Siegen legte der Kämmerer Zahlen vor.

Demnach gab es von Anfang September bis Mitte November 83.000 Parkvorgänge weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Frequenz in den Parkhäusern sei um 38 Prozent zurückgegangen.

Andererseits seien die Umsätze in den Parkhäusern um 110.000 Euro gestiegen. Beim Parken am Straßenrand wurden 22.000 Euro mehr eingenommen.

Die Stadt sieht dennoch Korrekturbedarf bei den Parkgebühren, da sich neben den ansässigen Geschäftsleuten auch immer mehr Bürger massiv beschweren. Der Bürgermeister erklärte dazu, man müsse eine andere Lösung finden.

4 KOMMENTARE

    • Hallo Herr Heilek, wir danken unsererseits für die Anregung – wir freuen uns immer über Anstöße für Artikel. VG von der Redaktion!

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