Streit um neue Fahrradstraße: Einbahn auf Afferder Weg gekippt – Grüne: „Sperrung für Autos prüfen“

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Symbolbild Fahrradstraße - Foto Rinke

Mit Fassungslosigkeit nahmen Unnas Sozialdemokraten die gestrige Diskussion und Abstimmung im Rat zum Thema Afferder Weg zur Kenntnis: „Grüne stimmen mit CDU und FDP für Autovorrang vor sicheren Schulwegen!“ Die Grünen kontern das, indem sie jetzt gleich komplette Sperrungen für Autos in die Diskussion werfen.

Hintergrund des Streits ist die neue geplante Fahrradstraße auf dem Afferder Weg von Massen nach Königsborn (wir berichteten). Dazu sollte es auf einem kurzen Teilstück eine Einbahnstraßenlösung geben.

Doch daraus wird nichts, rekapituliert die SPD völlig verständnislos den Beschluss im Rat am Donnerstag (22. 9.).

„Es ist nur ein kleines Stück des Afferder Wegs, das zugunsten sicherer Schulwege zwischen der Korn- und Friedrich-Ebert-Straße in eine Einbahnstraße umgewandelt werden sollte.

Doch in der gestrigen Ratssitzung stimmten Grüne mit CDU und FDP gegen diesen einjährigen Verkehrsversuch auf der geplanten Fahrradachse zwischen Massen und Königsborn.

Der Fachausschuss für Mobilität hatte auf SPD-Antrag zwar im Vorfeld mehrheitlich mit grünen Stimmen dafür votiert, um an der Engstelle für die dort werktäglich rund 500 radelnden Schüler und viele andere Radfahrer sichere Wege zu ermöglichen. Der Rat der Kreisstadt kippte gestern dann aber auf Einspruch der CDU-FDP mit grüner Unterstützung die Lösung.

„Offensichtlich wurde damit, wer in der Projektpartnerschaft das Sagen hat: Was die CDU nicht will, gibt es nicht. Da kann in noch so schönen Worten die angeblich gemeinsam mit den Grünen gewollte Verkehrswende beschworen werden.“

Die Fahrradachse,Bestandteil des Zielnetzes Radverkehr der Stadt Unna, werde nun zur Farce:

„Ab Massen Mittelstraße sollen Radfahrer künftig über eine neue Fahrradachse zum Königsborner Schulzentrum radeln, die Realschüler in Gegenrichtung, um sich dann an der  Schmalstelle zwischen Korn- und Friedrich-Ebert-Straße auf den Gehweg oder in den Autostau quetschen zu müssen.

Keine sinnvolle Lösung, argumentierten ADFC und SPD letztlich erfolglos.

Gekippt wurde die Einbahnstraßenlösung im Stadtrat aufgrund angeblich formaler Fehler. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Mobilität sei nicht der eigentlich zuständige Fachausschuss gewesen, sondern der Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Ordnung.

„In der Diskussion wurde dann aber doch laut formuliert, worum es wirklich geht“, unterstreicht die SPD:

„Den Autofahrern sei in die eine Verkehrsrichtung ein Umweg von einigen 100 Metern nicht zuzumuten. Wer die Verkehrswende wirklich ernst nimmt, wird so nicht argumentieren.“

Schon auf dem Afferder Weg in Fortsetzung der Fahrradstraße Königsborner Straße ordnete der Unnaer Ordnungsbereich Vorfahrt für Autofahrer an – die erst nach langem Streit wieder abgeschildert wurde.

„Jetzt wurde am Afferder Weg exemplarisch noch einmal gezeigt, dass aus CDU-FDP und neuerdings auch aus grüner Sicht zu harte Eingriffe in den Autoverkehr von der politischen schwarz-grünen Projektpartnerschaft nicht gewollt sind.“

Ganz anders sehen das – wenig überraschend – die Grünen:

Safety First – Fahrradstraße im Rat bekräftigt, mit zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen

Die Grünen erklären zum Streit um die Einbahnstraße, dass Bürgermeister Dirk Wigant den Rat in der gestrigen Sitzung über Einwände des Kreises informiert habe.

„Eine Einbahnstraße kann vom Stadtrat nicht beschlossen werden ohne vorherige Beteiligung öffentlicher Träger wie Unfallkommission und der Polizei.“

Damit die Einrichtung der Fahrradstraße mit entsprechenden Sicherungsmaßnahmen aber so schnell wie möglich vollzogen werden könne, hätten die Grünen daher in der Sitzung einen Ergänzungsantrag gestellt, alle anzudenkenden Maßnahmen zur Abgrenzung von parkenden Fahrzeugen, zur Reduktion der Verkehrsbelastung durch KFZ und Glättung von Oberflächen zu prüfen.

Darunter zählt die grüne Fraktion neben einer echten oder unechten Einbahnstraße auch weitere Maßnahmen:

„… wie eine teil- oder zeitweise Sperrung für den Autoverkehr und  Markierung von Dooringzonen bzw. der Entfernung von Stellflächen zugunsten der Verkehrssicherheit.“

Um rechtliche Fehler zu vermeiden, würden Polizei und Unfallkommission nun beteiligt, um gemeinsam die sicherste Lösung zu finden, insbesondere für die vielen Schülerinnen und Schüler, die diesen Weg täglich nutzen.

4 KOMMENTARE

  1. Da die PLATANENALLEE es schon nicht zu einer „richtigen“Fahrradstraße geschafft hat!Nun an „einer echten oder unechten“Einbahnstraße zu basteln!?
    Ich hab noch nie gehört das man aus nem“Esel “ ein Rennpferd machen kann

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