Lichter aus, Bus fahren, nur noch kaltes Wasser: So wollen Kreis und Stadt Kamen Energie sparen

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Wärme, Heizung - Symbolbild RB

Ab dem 1. September gilt die neue Energiesparverordnung der Bundesregierung. Der Kreis Unna und die Stadt Kamen teilten pünktlich am Donnerstag, 1. 9., in umfangreichen Pressemitteilungen mit, wie sie ihren Energieverbrauch senken wollen.

Wir veröffentlichen beide Verlautbarungen wörtlich in voller Länge.

Kreis Unna: rät Mitarbeitern auch privat zum ÖPNV

„Aufgrund der aktuellen Entwicklungen des Energiemarktes wird die Kreisverwaltung Unna Energiesparmaßnahmen umsetzen und damit ihren Beitrag zu der beabsichtigten deutschlandweiten Einsparung von Energie leisten.

Aus diesem Grund gelten ab heute, Donnerstag, 1. September, eine Reihe von Regelungen, die den Energieverbrauch spürbar reduzieren werden.

In allen Bereichen, in denen eine Energieeinsparung sicher und möglich ist, wird auch gespart.

  • Die maximale Raumtemperatur wird in der Heizperiode auf 19 Grad Celsius reduziert.
  • Bei Gemeinschaftsflächen, die nicht dauerhaft in Nutzung sind, wird gänzlich auf die Beheizung verzichtet.

Alleine durch diese Maßnahmen spart man rund 6 Prozent an Energie pro Gradreduzierung ein.

  • Zudem werden Warmwasseraufbereitungen und Beleuchtungen, soweit diese nicht aufgrund von Sicherheits- oder Hygieneregelungen notwendig sind, abgestellt.
  • Von dem dauerhaften Betrieb von elektrischen Geräten wird abgeraten, alle elektrischen Geräte die nicht in Nutzung sind, werden ausgeschaltet.
  • Es wird den Mitarbeitern zudem empfohlen, privat und auf Dienstreisen die öffentlichen Verkehrsmittel wie Bus und Bahn zu nutzen oder Fahrgemeinschaften zu bilden.

Als öffentliche Verwaltung ist sich die Kreisverwaltung ihrer besonderen Verantwortung und Vorbildfunktion bewusst, weshalb auch über allen bereits verordneten Maßnahmen hinaus die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dazu angehalten werden, ihren eigenen Energieverbrau bestmöglich und eigenständig zu reduzieren.“

Stadt Kamen: setzt Kunstwerke ins Dunkle und stellt im Rathaus das Warmwasser ab

„Die Stadt Kamen möchte einen deutlichen  Beitrag zur Versorgungssicherheit mit Strom und Gas leisten – und hat deshalb bereits in den vergangenen Wochen zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, mit denen sich kurz- und mittelfristig der Energieverbrauch reduzieren lässt.

Die Stadtverwaltung reagiert damit auf die durch den Ukraine-Krieg bedingte Energiekrise.

Einige Maßnahmen sind im Stadtbild direkt sichtbar – so etwa am Gebäude der Stadtbücherei/Altes Rathaus: Im Rahmen der ab heute geltenden „Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen“ (EnSikuMaV) der Bundesregierung bleibt hier ab sofort die Fassadenbeleuchtung ausgeschaltet.

Teilweise analog zu dieser Verordnung werden folgende Außenbeleuchtungen abgeschaltet bzw. werden die Schaltzeiten angepasst:

  • –           Kunstwerk Jahnschule: Außenbeleuchtung ausgeschaltet
  • –           Südschule: Beleuchtung Kunstwerk ausgeschaltet
  • –           Josefschule: Zeitsteuerung Außenbeleuchtung angepasst
  • –           OGS Eichendorffschule: Außenstrahler ausgeschaltet
  • –           FZ Lüner Höhe: Fassadenbeleuchtung ausgeschaltet
  • –           Kunstwerk Kömscher Bleier: Beleuchtung ausgeschaltet
  • –           Parkhaus am Bahnhof: Steuerung der Zeitfenster für Beleuchtung des Treppenhauses wird angepasst
  • –           VHS Kamen/Bönen: Beleuchtung VHS-Schild ausgeschaltet
  • –           Brunnen am Markt: Beleuchtung ausgeschaltet
  • –           Wasserspiel Willy-Brandt-Platz/Weststraße: ab 22 Uhr ausgeschaltet
  • –           Fahrradparkhaus Willy-Brandt-Platz: Werbeanlagenbeleuchtung ausgeschaltet
  • –           Schulzentrum Gutenbergstraße: Anpassung der Beleuchtungszeiten auf dem Schulgelände

„Es sind viele kleine Dinge, die zusammengesehen eine große Wirkung entfalten“, berichtet der 1. Beigeordnete Dr. Uwe Liedtke.

So hat die Stadt bereits in den vergangenen Wochen einige kurzfristige Energieeinsparmaßnahmen umgesetzt. So wurden in den Sommermonaten, wo dies möglich war, Heizungsanlagen komplett abgeschaltet sowie elektrische Verbraucher wie Heizungspumpen, Mess- u. Steuergeräte ausgeschaltet und nicht, wie sonst üblich, in Stand By versetzt.

Darüber hinaus wurden Lüftungsanlagen komplett deaktiviert sowie in der Villa FIB und in der Trauerhalle Südfriehof zwei ineffiziente, ältere Heizkessel gegen moderne und sparsame Brennwertkessel ausgetauscht.

Viele Maßnahmen, die die Stadtverwaltung eingeleitet hat, betreffen diese selbst:

Bereits am Montag wurde in einem ersten Schritt im Rathaus das warme Wasser abgestellt – dauerhaft, um einen spürbaren Effekt zu erzielen.

Weitere städtische Gebäude sollen folgen.

Um den Energieverbrauch zu reduzieren, haben sich der Personalrat und die Verwaltungsleitung außerdem darauf verständigt, die Dienststellen der Stadtverwaltung zwischen Weihnachten und Neujahr zu schließen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden gebeten, dies bei ihrer Urlaubsplanung zu berücksichtigen.

Dies ermöglicht es, über einen längeren Zeitraum die Heizung abzustellen. Der Feuerwehr- und Rettungsdienst wird uneingeschränkt weiterlaufen, die Servicebetriebe arbeiten in einem eingeschränkten Modus.

Darüber hinaus bereitet die Verwaltung aktuell bereichsübergreifend weitere Einsparmaßnahmen vor, über die sie die Politik in der Ratssitzung am 22. September umfassend informieren wird.

Inwiefern Veranstaltungen wie die Winterwelt eingeschränkt oder abgesagt werden, prüft die Verwaltung aktuell noch.

„Wir befinden uns derzeit mit den beteiligten Partnern in Gesprächen, um eine vernünftige und verantwortungsvolle Entscheidung treffen zu können“, sagt Bürgermeisterin Elke Kappen. Hierzu wird sich die Stadtverwaltung sowohl mit der Politik als auch mit Akteuren wie den Gewerbetreibenden austauschen.

„Wir wissen, welche Bedeutung die Eisbahn als Publikumsmagnet für alle Altersgruppen hat – das betrifft Kinder und Jugendliche ebenso wie die Erwachsenen, die sich zum Eisstockschießen treffen.“

Umso wichtiger sei es, gemeinsam mit allen Beteiligten die Möglichkeiten auszuloten, wie eine attraktive Winterwelt in diesem Jahr aussehen kann.

Weitere Potenziale zur Energieeinsparung wollen die Fachleute der Stadtverwaltung in den kommenden Wochen beim Gasverbrauch ausschöpfen. Das heißt:

  • –           In allen Gebäuden stehen erneut die Betriebszeiten des bisherigen Heizungsbetriebes auf dem Prüfstand, nachdem sie zum Teil bereits verkürzt wurden (zum Beispiel Heizungen morgens eine Stunde später an und abends eine Stunde früher aus)
  • –           Raum- und Heizkreistemperaturen wurden bereits weiter gesenkt (zum Beispiel von 20° auf 19°C)
  • –           nächtliche Absenktemperaturen wurden reduziert (zum Beispiel von 16° auf 15°C)
  • –           Eine Mindesttemperatur zum Schimmel- und Frostschutz muss aber immer gewahrt bleiben.

Gebäude, deren Anlagentechnik über eine Fernbedienfunktion verfügen (wie zum Beispiel einige Schulen, Sporthallen, die Stadthalle etc.) sind bereits wie zuvor beschrieben umgestellt worden.

Weitere städtische Objekte sollen in den nächsten Wochen und Monaten örtlich überprüft und wenn möglich optimiert werden. Bei weiteren zentralen Warmwasseranlagen in Sporthallen etc. folgt die Stadt Kamen den Empfehlungen des Kreisgesundheitsamtes. Aus gesundheitlichen und hygienischen Gründen wurden daher die Betriebsparameter auf die hygienisch notwendigen Mindestwerte reduziert.

Mittelfristig hat sich die Stadt Kamen das Aufspüren weiterer großer Energieverbraucher und deren Optimierung vorgenommen. „Beispiele hierfür sind das Foyer der Stadthalle, das Foyer der Konzertaula und die Studiobühne der Gesamtschule“, berichtet Dr. Liedtke.

Bezüglich der Möglichkeiten, bei der Straßenbeleuchtung Einsparungen zu erzielen, befindet sich die Stadt in Gesprächen mit den Gemeinschaftsstadtwerken.

Quelle Kreis Unna / Stadt Kamen

2 KOMMENTARE

  1. Frieren für den Endsieg. Es kommt einem alles so bekannt vor. Es gibt kein dümmeres Volk als die Deutschen. Und ich mache hier keinen Unterschied zwischen Politikern und Bevölkerung. Denn die Mehrheit will es ja so.

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