CDU will Rückkehr zur grünen Welle bei 50 km/h auf dem Ring

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Beethovenring in Unna. (Archivbild Rinke)

Antrag: Überprüfung Grüne Welle bei 50 km/h auf dem Innenstadtring

Diese Bitte bekam am heutigen Montag, 18. Juli, Unnas Bürgermeister Dirk Wigant (CDU) von seiner Parteifreunden auf den Tisch.

In dem Antrag der Christdemokraten heißt es:

 „Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

 die CDU-Ratsfraktion Unna beantragt, der Rat möge beschließen:

Die Verwaltung soll Gespräche mit Straßen.NRW aufnehmen und damit in die Wege leiten, dass auf dem Innenstadtring die „Grüne Welle bei 50 km/h“ wiederhergestellt wird.

Begründung:

Bereits seit einigen Jahren besteht die ausgeschilderte Grüne Welle auf dem Verkehrsring nicht mehr. Das beeinträchtigt den Verkehrsfluss, obwohl sich die Fahrer an die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit halten.

Hier könnte man Verbesserungen für die Fahrqualität und auch den Umweltschutz erreichen, wenn die Fahrer weniger stoppen und neu anfahren müssten.“

Die grüne Welle bei 50 km/h war vor vielen Jahren „einkassiert“ worden, um den Linienbussen per Anforderungskontakten zügiges Durchfahren und damit die Einhaltung ihres Fahrplans zu ermöglichen.

8 KOMMENTARE

  1. Schön das die CDU den RB Unna liest und sich an den Kommentaren orientiert.
    Seit der Umstellung auf den unsinnigen Anforderungskontakt für Linienbusse ergeben sich unverständliche Wartezeiten an den Kreuzungen, speziell an der Wasserstraße/ Ring , sowohl für Fußgänger als auch für Rad- und Autofahrer.
    Und auch an den anderen Kreuzungen gibt es täglich unnütze Staus mit erhöhtem CO2 Ausstoß und damit verbundenen Sprit- oder auch neuerdings Stromkosten damit nach unendlicher Wartezeit dann 1 (in Worten: ein) Linienbus die Kreuzung passiert.
    Sofern ich mich aber erinnere hat diese Umstellung einen nicht unerheblichen 6stelligen Betrag gekostet. Aber Unna hatte ja noch nie ein Ausgabenproblem.
    Wünschenswert wäre aber wenn die Politik mal vorher über solche Entscheidungen nachdenken und nicht allein grüner Ideologie hirnlos folgen würde die letztlich genau das Gegenteil bewirkt.

  2. Auch wenn ich der „grünen Ideologie“, wie der Herr vor mir es nennt, nicht viel abgewinnen kann, kann ich diesen Antrag so nicht nachvollziehen.
    Es ist doch nur ein Zeichen dafür, dass die „Autofreundliche Stadt“ gefördert werden soll.
    Die Antragsteller lassen wieder nur die Autofahrerinteressen zu Worte kommen.

    Natürlich wäre ein vernünftiger Verkehrsfluss wünschenswert. Die Vorteile für den Autofahrer sind gewaltig. Aber reine Klientelpolitik, ohne Lösungen/Verbesserungen für die Nicht-Autofahrer anzubieten, ist ein Armutszeugnis.
    Der Individualverkehr ist zu zahlreich und trotzdem möchte man den ÖPNV behindern?

    Und wie Untersuchungen der letzten Jahre auf europäischer Ebene zeigten, ist eine „grüne Welle“ unter anderem effektiv, wenn die Verkehrsarten entkoppelt werden und ein Leitsystem die ideale Geschwindigkeit anzeigt.

    Viel Planungsarbeit, die die CDU bestimmt schon im Vorfeld erledigt hat.

    • Ich habe absolut nichts gegen die Förderung vom ÖPNV wenn der denn dann stattfindet. Deshalb lag u.a in meinem Kommentar auch die besondere Betonung auf die Vielzahl der Busse die vor vielen wartetenden Fußgängern und zahlreichen Radfahrern speziell an der Wasserstraße die Kreuzung dann passieren. Nämlich EINER.
      Insofern geht es nicht um Förderung des individuellen PKW Verkehrs sondern um Behinderung des besonders gewünschten Radverkehrs.
      Und dass die grüne Welle auch ohne kostenintensives und wartungsaufwendiges Leitsystem funktioniert hat sie ja in unzähligen Jahren seit Bestehen des Rings bewiesen.

      • Erlauben sie mir zu widersprechen. Ich habe die Einführung der „Grünen Welle“ noch miterlebt. Und ja, sie hat Anfangs funktioniert. Warum? Weil die Zahl der Fahrzeuge auf dem Ring geringer war.
        Aber mit steigendem Fahrzeugverkehr war Schluss mit „Grüner Welle“. Nach dem Ringtunnel ging es los.
        Dann schaffte man die nächste Ampel nur mit Not. Um die „Grüne Welle“ wieder zu erreichen, gab man Gas. Natürlich können Sie das Überschreiten der 50 km/h vernachlässigen, denn es ist ja jedem Fahrer selbst überlassen, sein Punktekonto zu überwachen oder sein Gefahrenpotenzial zu erhöhen. Aber das Konfliktpotenzial zwischen „Ich-muss-in der Welle-bleiben-Fahrern“ und dem normalen Fahrer, war damals schon vorhanden und wurde über die Jahre nicht weniger.
        Und wenn Sie EINEN Bus anführen, dann schreiben Sie doch bitte, welcher Wochentag mit welchem Beobachtungszeitraum dieser Studie zu Grunde liegt. Denn der Busbahnhof liegt, soweit ich mich erinnere, hinter der Wasserstraße. Und da mit ihrer gewählten Formulierung offensichtlich der Eindruck erzielt werden soll, dass nur ein einziger Bus die „Grüne Welle“ verhindert, muss man dann ja wohl davon ausgehen, dass der Busbahnhof nur über die Bergische Straße angefahren wird.
        Oder sind die Busse, die da stehen nur Attrappen, die kaschieren, dass es nur eine Buslinie gibt?

        • Da die Ampel an der Polizeiwache nicht Bestandteil der Grünen Welle war sondern der Beginn konnte man sicher öfters Rotlicht erleben. (Hauptverkehrsfluss nach dem Tunnel ist / war Königsborn)
          Ansonsten staune ich dass sie es schaffen schneller als 50 Km/h zu fahren während der Ring so voll sein soll dass eine Grüne Welle nicht möglich ist (ihr Argument). Soweit ich mich erinnere war schneller als 50 km/h Garant dafür die nächste Rotphase zu erleben.
          Die von ihnen geschilderte Situation ergab sich nur wenn man stadteinwärts an der Massenerstrasse bei Grün dann auf dem Ring die Hertinger Straße ebenfalls bei Grün zu erreichen wollte. Vielleicht erinnern sie sich an ihre damalige Fahrgewohnheit. Schauen sie doch noch mal auf ihr Punktekonto.
          Des Weiteren stehe ich täglich mehrmals mit dem Rad an der Wasserstraße zu unterschiedlichen Zeiten bei fehlendem Individualverkehr auf dem Ring vor der Ampel um gemeinsam mit vielen Anderen zu erleben dass ein Bus dann auf dem Ring ungehindert weiterfahren kann. Damit behaupte ich nicht dass nur ein Bus den Ring nutzt um den Busbahnhof zu erreichen.
          Es ist ihnen frei gestellt die Situation, speziell bei Schulschluss, zu erleben wenn selbst Mütter mit Kindern dann das Rotlicht ignorieren

          • Das was beschrieben wurde, ist die Situation, die sich zwischen den Ampelkreuzungen/-einmündungen seit Beginn ergibt.

            Ferner habe ich nicht gesagt, dass ich schneller als 50 km/h fahre. Meine Ausführungen gehen dahin, dass es einer entsprechenden Steuerung bedarf, die eine „Grüne Welle“ ermöglicht.
            Betrachten Sie doch, nur als Beispiel, die Blitzersäule am Ring. Wie ändert sich dort das Fahrverhalten? Die Fahrzeuge bremsen ab. Nicht jeder, aber sehr viele. Und damit reduzieren auch die nachfolgenden Fahrzeuge ihre Geschwindigkeit. Wer jetzt in der „Grünen Welle“ bleiben möchte, tut also was?

            Und wie Sie meiner Schilderung sicher entnommen haben, habe ich bereits erwähnt, dass es nach dem Ringtunnel losging. Schön, dass Sie das bestätigen konnten.

            Interessant ist auch die Formulierung: „Des Weiteren stehe ich täglich mehrmals mit dem Rad an der Wasserstraße zu unterschiedlichen Zeiten bei fehlendem Individualverkehr auf dem Ring vor der Ampel um gemeinsam mit vielen Anderen zu erleben dass ein Bus dann auf dem Ring ungehindert weiterfahren kann.“ Fehlender Individualverkehr – mit vielen Anderen. Also alles Schaulustige? Und: „…. stehe… auf dem Ring vor der Ampel, .. Bus…. ungehindert weiterfahren kann.“ So wie Sie es ausdrücken, müssten Sie also an der Ampel, neben oder hinter dem Bus stehen und der Bus dann fahren und Sie bleiben zurück. Diese Vorrangschaltung gibt es aber an der Wasserstraße nicht.

            Da Sie ins Persönliche abglitten, darf ich aber bei Ihnen wohl unterstellen, dass ihr Punktekonto Sie zum Fahrradfahrer machte und Sie deshalb diese Betrachtungsweise haben?
            Oder versuchen Sie da, wo Ihre Argumentation löchrig ist, durch derartige Versuche abzulenken?

  3. Der ÖPNV wird durch die „Grüne Welle“ nicht behindert, sondern lediglich nicht bevorzugt.
    Der Individualverkehr ist noch zu zahlreich?
    Mmh, immer noch nicht alle einkaufswilligen Bürger vergrault, da muß man nochmal nachlegen.

    Die Überlegung ist ganz einfach: Möchte man aus ideologischen Gründen ein bestimmtes Verkehrsystem, kann man das machen. Geld spielt für Ideologie in Deutschland bekanntlich keine Rolle.
    Aber dann nicht hinterher rumjammern, wenn der Bürger fast alles im Internet bestellt oder mit den Rädern abstimmt und in autofreundlichere Städte zum Einkaufen fährt und dann die Innenstadt nur noch Ramschläden, Optiker und Telefonshops anbietet, wie es mittlerweile häufig zu sehen ist.

    Zitat: „Natürlich wäre ein vernünftiger Verkehrsfluss wünschenswert. Die Vorteile für den Autofahrer sind gewaltig.“
    Wir sehen also: Der Ideologie wird ein „vernünftiger Verkehrsfluß“ geopfert, obwohl dieser sogar „wünschenswert“ wäre…
    Heilige Einfalt…

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