Eishalle abreißen, Wohnungen bauen: Was vor 4 Jahren Vorgabe war, soll jetzt zügig geschehen

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Deja-Vu beim Blick ins Rundblick-Archiv: Diese Schlagzeile vom 4. Juni 2018 könnte heute, fast exakt 4 Jahre später, unverändert übernommen werden.

Mit dem deutlichen „Nein“ endete am 15. Mai der zweite Bürgerentscheid über einen Erhalt der Unnaer Eissporthalle. Damit wurde für die Stadt der Weg frei, die über 40 Jahre alte Halle nun abzureißen. Die Politik soll dazu den Wirtschaftsbetrieben Unna (WBU) als Eigentümerin der Halle zügig grünes Licht geben, und zwar am morgigen Donnerstag, 9. Juni, im Haupt- und Finanzausschuss.

Damit sind die Stadt und die Mehrheit der Politik nun ziemlich exakt nach 4 Jahren an ihrem Ziel:

Die Gebäude werden abgerissen und – so steht es jedenfalls im damaligen Beschluss – das Gelände einer Wohnbebauung zugeführt.

Die Überschrift unseres Berichts vom 4. Juni 2018 wirkt entsprechend wie auf Wiedervorlage gelegt – hier ein Screenshot aus unserem Archiv:

Und weiter unten im Bericht hieß es damals:

Am Donnerstag, 9. Juni 2022, sprich 4 Jahre später, legt die Stadt dem Haupt- und Finanzausschuss nun folgenden Beschlussvorschlag vor:

„Der Bürgerentscheid …. hat am 15.05.2022 stattgefunden. Von den 49.345 Abstimmungsberechtigten beteiligten sich 20.949 Personen …. (42,45 %). Die Auszählung … eine Mehrheit von 12.626 „Nein“-Stimmen (60,67 %) gegenüber 8.185 „Ja“-Stimmen (39,33 %). Das sogenannte Quorum von mindestens 15 % der zur Abstimmung berechtigten Bürger (7.402 Stimmen) … wurde somit erreicht. Dennoch hatte der Bürgerentscheid keinen Erfolg.

Der Rat stelle nun das Ergebnis fest, sodann werde es der Bürgermeister im Amtsblatt öffentlich bekannt machen.

Die Stadtverwaltung fährt wie folgt fort:

„Darüber hinaus hatte der Rat am 28.06.2018 … beschlossen, die aufstehenden Gebäude zu beseitigen und die jetzigen Betriebsgrundstücke einer Wohnbebauung zuzuführen. Der Vollzug … war zunächst vorläufig ausgesetzt worden. Mit Feststellung des Ergebnisses des Bürgerentscheides kann dieser, zunächst insbesondere die Beseitigung des Gebäudes, nun umgesetzt werden.“

Die Wirtschaftsbetriebe als Eigentümerin werden daher angewiesen, den Abriss der Eissporthalle vorzunehmen.


3 KOMMENTARE

  1. Man spürt wie große Teile der Bevölkerung von Unna ohnmächtig dem Treiben der Politiker in Stadt und Kreis zusehen. Sie sind angewidert, haben aber keine Lust und Kraft mehr dem etwas entgegenzusetzen. Mittelfristig ist dieser Zustand eine Katastrophe für Unna.

  2. Hatte man das vor der Abstimmung public gemacht, wäre ein Erhalt gewählt worden…… Thema freie Berichterstattung…..lol

    • Sie scheinen den Bericht nicht verstanden zu haben. Er bezieht sich auf einen 4 Jahre alten Artikel aus unserem Archiv. Heißt, dies alles WAR seit 4 Jahren bekannt. Und es gab dazu mehr als einen Artikel. An persönlicher Unwissenheit ist nicht immer die böse Presse Schuld. Besten Gruß von der Redaktion. Ohne albernes lol.

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