Bürgerversammlung zu Lidl/Edeka in Massen: Ortsvorsteher lobt sachliche Diskussion und „überaus harmonischen Verlauf“

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Knapp 70 Besucher waren im Bürgerhaus am Versammlungsabend zugelassen, der Abend war ausgebucht. (Foto: Kracht)

„Das war einfach fantastisch. Ich bin völlig begeistert von meinen Massenerinnen und Massenern!“

Regelrecht euphorisch fasste Massens Ortsvorsteher Dr. Peter Kracht am Mittwochabend, 24. 11., den Verlauf der Bürgerversammlung zur geplanten Einzelhandelsansiedlung von Lidl und Edeka zusammen.

Ganz anders als bei der ersten Vorstellung des Projekts im Jahr 2017 lief die Versammlung in vollendeter Harmonie ab – und Kracht realisierte:

„Nicht die Gegner des geplanten Einkaufszentrums meldeten sich diesmal zu Wort, sondern die bisher stille Mehrheit der Befürworter.“

Eine Bürgerberfragung hatte im Sommer 61 Prozent Zuspruch für das Projekt ergeben. In der Bürgerversammlung gestern Abend wurde denn auch offen aus dem Publikum angemahnt, nun bitte ordentlich Gas zu geben mit der Realisierung von Edeka und Lidl an der Massener Bahnhofstraße. Es gab Beifall für den Investor, der offen bekannte, zwischenzeitlich daran gedacht zu haben, das Handtuch zu werfen.

Knapp 70 Interessierte (mehr waren aufgrund der Coronabestimmungen nicht möglich) kamen am Mittwochnachmittag ins Bürgerhaus an der Kleistraße, um sich über den aktuellen Stand der Planungen für das neue Lidl-/Edeka-Doppel an der Massener Bahnhofstraße/Ecke Kletterstraße zu informieren.

Bürgermeister Dirk Wigant (CDU) nahm nach kurzer Begrüßung in die Runde selbst als Zuhörer unter den Besuchern Platz. Auch Ortsvorsteher Dr. Kracht fasste sich in seiner Anmoderation kurz, freute sich über das Interesse der Massener und übergab anschließend Mikrofon und Wort an die Experten: den Technischen Beigeordneten Jens Toschläger, Stadtplaner Michael Happe aus Essen und Dr. Frank Weiser, Verkehrsplaner aus Bochum. 

Die drei stellten umfassend vor, was Investor Loehr aus Werl auf der privaten Freifläche an der Massener Bahnhofstraße realisieren möchte: einen modern gestalteten Einzelhandelsstandort, für den sowohl Lidl an der Hansastraße als auch Edeka Schmidt an der Kleistraße ihre Altstandorte aufgeben werden.

Lidl sieht an der Hansastraße keine Entwicklungsmöglichkeit, eine Erweiterung ist im Einzelhandelsgutachten der Stadt Unna seit jeher ausgeschlossen. Lesen Sie dazu auch: Es gab eine Onlinepetition.

Edeka Schmitt will wiederum, so die Absichtserklärung am Mittwoch auf der Bürgerversammlung, so lange am Standort Kleistraße geöffnet zu bleiben, bis der Neubau an der Massener Bahnhofstraße fertig ist. Vor 2024 wird das voraussichtlich nicht der Fall sein.

Edeka Schmitt an der Kleistraße in Unna-Massen will in absehbarer Zeit schließen. Ein neues Edeka-Lidl-Doppel ist an der Massener Bahnhofstraße/Kletterstraße geplant. (Foto Rinke)

Anschließend will Edeka mit allen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den neuen Markt übersiedeln.

Das neue Geschäftsdoppel an der Massener Bahnhofstraße bringt natürlich Kunden- und Lieferverkehre mit sich. Dazu und zu weiteren Themenfeldern folgte eine ausgedehnte Fragerunde, in der die Vortragenden alle Fragen der Besucher beantworteten bzw. Denkanstöße aus dem Publikum in die weitere Planung aufnehmen werden, versicherte Dr. Kracht.

Die Stimmung im Bürgerhaus erlebte der Ortsvorsteher als „überaus gelassen und harmonisch. Das war kein Vergleich zu 2017, als das Projekt der Neuansiedlung erstmals vorgestellt wurde“, erinnert sich Kracht an jenen sehr aggressiv verlaufenen Abend vor mehr als 4 Jahren zurück.

„Damals gab es heftige verbale Schläge unter die Gürtellinie, und ein besonderer Schreihals stand kurz vor dem Rausschmiss. Diesmal wurde auf einer Ebene diskutiert, die mitteleuropäichem Standard entspricht.“

Es gab etliche Fragen, resümiert der Ur-Massener den Verlauf.

„Aber bald stellte sich heraus, dass nicht die Gegner des geplanten Einkaufszentrums in der Überzahl waren, sondern die bisher stille Mehrheit sich deutlich zu Wort meldete und anmahnte, dass nun ordentlich Gas gegeben werden sollte mit der Realisierung.“

Zusammen mit dem Einkaufsdoppel, das Dachbegrünung und zusätzliche Wohnbebauung beinhaltet, soll an diesem Standort auch ein Restaurant künftig Massen bereichern.

Der langjährige Ortsvorsteher war jedenfalls höchst angetan von der sachlichen Diskussion und der harmonischen Atmosphäre: „Ich kann ich auch meine Massenerinnen und Massener verlassen“, freute er sich zum Abschluss – und hofft nun auch, dass es jetzt wirklich zügig weitergeht.

Mit den nun noch erforderlichen Beschlüssen und Planungsschritten könnte 2022/23 gebaut und 2024 eröffnet werden. Den genauen Zeitplan werden wir redaktionell begleiten.

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