B1 wird A40 – ab Dienstag Tempo 80: Fünf Jahre Bauzeit für 9,5 km – 85 Mio. € Kosten

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Die B 1 vor dem Umbau | Bildnachweis: Michael Neuhaus/Quelle DEGES

Fünf Jahre Bauzeit für den Umbau von 9,5 km Bundesstraße zur Autobahn. Auf dass die B1 jetzt zur A40 wird.

Am Dienstag nächster Woche, 5. Oktober, beginnt zwischen dem Autobahnkreuz Dortmund-Unna und der Stadtkrone Ost in FahrtrichtunG Dortmund der 6-spurige Ausbau der Bundesstraße 1 zur Autobahn. Das teilt die Projektgesellschaft DEGES mit.

Die heutige B 1 wird auf einer Länge von 9,5 Kilometern zur Autobahn A 40 ausgebaut: Sechs statt bisher vier Fahrstreifen sollen „den Verkehrsfluss auf der vielbefahrenen Strecke verbessern und den Anforderungen der wachsenden Ruhr-Metropole Dortmund gerecht werden“, formuliert die Projektgesellschaft die Erwartungen an das 85-Mio.-Projekt.

„Für 2025 wird für den Abschnitt ein Verkehrsaufkommen von über 100.000 Fahrzeugen pro Tag prognostiziert.“

Seit dem Spatenstich im August 2018 wurden an der Strecke umfangreiche Fällungen vollzogen, zwei alte Brücken ersetzt und die bis zu 6,5 Meter hohe Lärmschutzwände in Höhe Holzwickede gebaut.

Foto DEGES

Vom 5. Oktober bis voraussichtlich Anfang Januar werden ab dem Autobahnkreuz Dortmund-Unna in Richtung Dortmund die Fahrstreifen verengt. Der Standstreifen fällt weg. Die Anschlussstellen Holzwickede, Dortmund-Sölde und Aplerbeck können weiter genutzt werden, die Zu- und Abfahrten zur B 1 werden allerdings verkürzt. Auf dem gesamten Abschnitt gilt Tempo 80.

Für den gesamten Streckenausbau rechnet die DEGES mit einer Fertigstellung bis Mitte 2026.

Das Ausbauprojekt umfasst neben der Strecke 12 Brücken, die teilweise ersetzt, erhalten bzw. erneuert werden. Bereits Anfang 2020 wurde der Ersatzneubau Überführung „Buddenacker“ fertiggestellt, Anfang 2021 folgte die Inbetriebnahme der neuen Überführung „Kurze Straße“. Nun beginnt der eigentliche Streckenausbau mit dem Bauabschnitt 1, wobei die erste Bauphase – Verbreiterung der Strecke Fahrtrichtung Dortmund – voraussichtlich Ende 2023 beendet werden wird.

Auch die weiteren Lärmschutzwände im oben beschriebenen Abschnitt sind zwischenzeitlich beauftragt worden.

Die Kosten für den Ausbau der A 40 zwischen der Anschlussstelle Dortmund-Ost und dem Autobahnkreuz Dortmund/Unna trägt der Bund. Für den ersten Bauabschnitt betragen die Vergabekosten rund 85 Millionen Euro und bestehen aus den Bauleistungen für Verkehrsanlagen, Brückenbau, Lärmschutzwänden sowie Verkehrssicherung.

Die DEGES plant und koordiniert den sechsstreifigen Ausbau der Autobahn A 40 zwischen der Anschlussstelle Dortmund-Ost und dem Autobahnkreuz Dortmund/Unna. Im sogenannten Bedarfsplan 2030 ist das Vorhaben mit der höchsten Priorität bewertet worden.

Weiteres Großprojekt: 6-spuriger Ausbau der A44 mit Umbau des Kreuzes Dortmund/Unna

Exakt vor 11 Monaten verkündete die Bezirksregierung Arnsberg für ein weiteres Großvorhaben Planungsrecht: für den 6spurigen Ausbau der A44 (vom Kreuz Dortmund/Unna bis zur Anschlussstelle Unna-Ost) mit dem Umbau des Kreuzes Dortmund/Unna.

Dieses Mammutprojekt wird mit gleich 10 Jahren Bauzeit veranschlagt.

Am 27. 9. 2016 hatte der Landesbetrieb Straßen NRW das Planfeststellungsverfahren gestartet.

Was ist geplant?

Herauszuheben ist die Umgestaltung des Autobahnkreuzes Dortmund/Unna:

  • Die ursprüngliche „Kleeblattform“ des Autobahnkreuzes wird komplett aufgegeben und durch sogenannte „Überflieger“ ersetzt.
  • Die Fahrbeziehungen von Dortmund in Richtung Unna-Zentrum und umgekehrt werden aufgrund der zu kurzen Verflechtungsmöglichkeiten sowie des Wechselns über mehrere Fahrstreifen aus Verkehrssicherheitsgründen künftig anders gewährleistet.
  • Diese Fahrbeziehungen sollen nicht mehr im Autobahnkreuz selbst realisiert werden, sondern über die künftige Anschlussstelle Oelpfad abgewickelt werden.
  • Umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen an der Ausbaustrecke der A 44 und an der A1 ergänzen den Ausbau.

Autobahnkreuz Dortmund/Unna – Symbolbild, Quelle RB

Zehn Jahre wird der sechsstreifige Ausbau der A44 mit dem Ausbau des Autobahnkreuzes Dortmund-Unna voraussichtlich dauern. Westlich des Kreuzes DO/Unna soll der avisierte Baustart sein.

Die Geräuschkulisse nach erfolgtem Ausbau  mildern sollen Flüsterasphalt sowie drei bis sieben Meter hohe Lärmschutzwälle entlang der Strecke.

Vertreter des Landesstraßenbaulastträgers stellten Ende November 2018 im Umweltausschuss der Stadt Unna den Stand der Ausbauplanungen vor.

Blick auf die A44 in Höhe Unna-Ost. (Foto RB)

„Mit vier Fahrspuren stößt die A44 zwischen dem Kreuz Dortmund/Unna und Unna-Ost an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Vor allem im Bereich des Autobahnkreuzes kommt es immer wieder zu Staus. Straßen.NRW plant deshalb, diesen Streckenabschnitt auf einer Länge von circa 5,5 Kilometern sechsstreifig auszubauen. Zusätzlich soll das AK Dortmund-Unna (A44 / A1) umgestaltet und dadurch leistungsfähiger werden.“

So beschreibt Straßen.NRW das Großprojekt in Kurzform.

Ausbau der  A44 auf 6 Fahrstreifen plus Standstreifen:

  • Die Richtungsfahrbahnen werden auf beiden Seiten symmetrisch nach außen verbreitert. Die A44 wäre dann mit sechs Fahrstreifen künftig insgesamt 36 Meter breit. Heute sind es 29,5 Meter.
  • 3 bis 7 Meter hohe Lärmschutzwälle und -wände sowie ein lärmarmer Fahrbahnbelag sollen die Anwohner schützen.
  • Im Ausbauabschnitt befinden sich die Brücke Bornekamp und eine Anzahl kleinerer Über- und Unterführungen aus den Jahren 1970 und 1971. Die Brücken müssen alle neu gebaut werden, inklusive der Brücke Bornekamp und der unterführenden Bauwerke (aufgrund ihrer fehlenden Tragfähigkeit für die Sechsstreifigkeit). Macht insgesamt 23 Brückenbauten.

Ausbau Autobahnkreuz Dortmund/Unna:

  • Das AK DO/UN ist derzeit eine (permanent zugestaute) „planfreie Kreuzung“ in Form eines klassischen Kleeblattes, in dem alle Richtungen der sich kreuzenden Autobahnen angefahren werden können. Mit dem Umbau sollen die einzelnen Fahrbeziehungen verändert und künftig über so genannte „Überflieger“ geführt werden. Dies soll das Kreuz insgesamt leistungsfähiger machen.
  • Zusätzlich werden dafür im Bereich des Autobahnkreuzes auf einer Länge von circa drei Kilometern die Ein- bzw. Ausfädelungsstreifen im Zuge der A1 angepasst.

Zwischen Unna-Zentrum und Dortmund ist nach dem Ausbau wegen der Vielzahl der Verbindungen  keine direkte Verbindung mehr möglich, betonte Stefan Henze von Straßen.NRW bei seiner Präsentation. Sie wird über die neue Anschlussstelle Oelpfad (in Holzwickede) und die B1 hergestellt.

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