Grippeschutzimpfung in der Apotheke – Ärzteverband skeptisch

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Symbolbild S. Rinke

Die AOK Nordwest in Westfalen-Lippe hat am Freitag (24. 9.) einen Pilotversuch gestartet: Grippeschutzimpfung in der Apotheke.

„Diese zusätzliche Möglichkeit, sich gegen die Virusgrippe Influenza impfen zu lassen, trägt zu einer verbesserten Versorgung der Versicherten bei“, zeigt sich die Kasse überzeugt.

Denn besonders für Ältere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem könne die echte Grippe gefährlich, sogar lebensbedrohlich werden. „Zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen, um Erwachsene und auch Kinder vor schweren Krankheiten zu schützen, gehören die Impfungen.“

Vor allem Menschen mit einer chronischen Erkrankung, Schwangere, Personen ab 60 Jahren und Menschen mit erhöhter Infektionsgefahr (zum Beispiel medizinisches Personal) sollten jährlich mit einem Impfstoff mit aktueller, von der WHO empfohlener Antigenkombination geimpft werden, unterstreicht die AOK. „Auch jüngere Menschen tragen zum Infektionsgeschehen bei. Deshalb kann auch für sie eine Grippeschutzimpfung sinnvoll sein.

Die AOK stellt besorgt fest:

„Nur ca. ein Drittel der über 60-Jährigen haben sich in den vergangenen Jahren gegen die Grippe impfen lassen. Ziel des Modellprojektes ist eine Steigerung der Impfquote – ergänzend zum Impfangebot der Ärzte.“

Durch das Modellprojekt sollen besonders Menschen erreicht werden, die sich zuvor nicht haben impfen lassen.

Das Pilotprojekt, das über drei Grippesaisons laufen soll, wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Dazu werden die Patientinnen und Patienten in den Apotheken befragt und ihre Daten nach Einwilligung anonym ausgewertet.

Die AOK-Modellregion umfasst rund 700 Apotheken in Dortmund und mehreren Kreisen der Region. Ein Gesetz vom Frühjahr 2020 erlaubt Grippeschutzimpfungen auch in Apotheken.

Nach AOK-Angaben sollen teilnehmende Apotheker 12,71 Euro pro Grippeimpfung bekommen. Hausärzte erhielten für Grippeimpfungen kassenübergreifend 8,05 Euro. Einen ähnlichen Modellversuch wie in Westfalen-Lippe hatte es im 2020 im Rheinland gegeben.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) sieht das kritisch. Impfen sei Alltagsgeschäft der Hausärzte, sie hätten darin die größte Erfahrung.

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