„Oma, Opa, wir müssen reden“: Kinder sollen mit Musterbriefen Wahlentscheidung der Großeltern beeinflussen

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Quelle Elternkinderbriefe.de / Screenshot

„Oma, Opa, wir müssen reden.“

So beginnt eine hitzig im Netz diskutierte Kampagne im Rahmen des Bundestagswahlkampfs. Sie nennt sich „Enkelkinderbriefe“ und richtet sich genau an diese Zielgruppe: Enkelkinder. Also an noch nicht wahlberechtigte Jugendliche und Kinder.

Diese sollen ihren Großeltern einen Brief nach vorgefertigten Entwürfen schreiben und sie darum bitten, ihre Stimme bei der Bundestagswahl der „Zukunft“ des Enkels/der Enkelin zu schenken.

Zwar werden die mit den Briefen beglückten Großeltern nicht explizit dazu aufgefordert, bei der Wahl ihr Kreuz bei B90/Die Grünen zu machen. Doch mehr oder weniger unverblümt läuft es genau darauf hinaus mit dem Schlusspassus: „Bitte gebt deswegen bei der Bundestagswahl eure Stimme einer Partei, die sich für eine starke Klimapolitik einsetzt. Damit schenkst du mir und anderen jungen Leuten eine bessere Zukunft.“

Einer der vorformulierten Briefe lautet z. B.:

„Liebe Oma, lieber Opa, ich schreibe euch, weil ich mir Sorgen mache.

Ich habe gelesen, dass es im Sommer 2018 so heiß war, dass in manchen Regionen in Deutschland ein Drittel der Ernte vertrocknet ist. Und viele ältere Menschen konnten wegen der Hitze ihre Häuser nicht mehr verlassen. Die Forscher sagen, dass es in Zukunft immer schlimmer wird, wenn wir nicht jetzt anfangen, etwas gegen die Klimakrise zu tun.“

Oder ein anderer Kopiervorschlag lautet:

„Bald bin ich mit der Schule/Uni fertig und muss mich um eine Arbeit kümmern. Von den Expert*innen hört man, dass eine Klimakrise, wenn man nicht schnell dagegen handelt, unseren Wohlstand auch hier in Deutschland gefährdet. Das ist vor allem für uns junge Menschen ein echtes Problem. Doch ihr Älteren könnt das ändern.

Bitte gebt deswegen bei der Bundestagswahl eure Stimme einer Partei, die sich für eine starke Klimapolitik einsetzt. Damit schenkst du mir und anderen jungen Leuten eine bessere Zukunft.

(Text markieren, kopieren & einfügen!)

Als Urheber der Kampagne zeichnet ein selbst ernanntes „Enkelkinderkollektiv“ verantwortlich. Darunter finden sich Künstler, Schauspieler oder auch der prominente „Fernseharzt“ Eckart von Hirschhausen.

Enkelkinderbriefe.de/Screenshot

„Wir sind ein Kollektiv aus Zukunftsoptimist:innen, Kreativen und Unternehmer:innen, die zusammengekommen sind, um im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2021 einen Beitrag für eine Politik zu leisten, die generationengerechten Klimaschutz in den Mittelpunkt politischen Handelns stellt. Wir wünschen uns eine Regierung mit Ideen für morgen und übermorgen, die sich mutig, solidarisch und heute für echte pariskonforme Klimapolitik einsetzt. Damit wollen wir unseren Beitrag dazu leisten, dass nachfolgende Generationen sicher und frei in klimagerechtem Wohlstand leben können. Deswegen nennen wir uns das Enkelkinderkollektiv.

8748 Briefe waren laut Zähler auf Enkelkinderbriefe.de bis Mittwochabend, 15. September, um 19 Uhr, geschrieben.

Oma, Opa, wir müssen reden

„Die Bundestagswahl am 26. September ist unsere Chance, die Klimakrise aufzuhalten. Schreib deinen Großeltern einen Brief und bitte sie darum, deiner Zukunft ihre Stimme zu schenken“, werden die jungen User aufgefordert.

Denn:

„Weißt du, dass deine Oma und Opa die Klimakrise stoppen können? Und du die einzige Hoffnung bist, dass sie es auch wirklich tun?“

Unsere letzte Chance

„Die Bundestagswahl am 26. September ist die letzte Chance, um die Klimakrise mit echten politischen Maßnahmen aufzuhalten. Viele junge Menschen haben das verstanden und setzen sich dafür ein. Das Problem ist nur: Junge Menschen entscheiden keine Wahl. Denn während die unter 30-Jährigen nur 15% der Wahlberechtigten sind, machen die über 60-Jährigen 38% aus. Deine Oma und Opa entscheiden also darüber, ob es eine Politik des „weiter so” oder eine Politik des klimagerechten Aufbruchs geben wird.

Wir setzen dabei auf eines der ältesten und erfolgreichsten Kommunikationsmittel der Menschheit: Den Brief. Jetzt Brief schreiben

Loslegen

„Du bist bereit und schreibst einen Brief an deine Oma oder deinen Opa.“

Schreiben

„Mit dem Brief-Generator findest du die richtigen Argumente, um deine Großeltern um ihre Stimme zu bitten.“

Senden

„Ab zur Post damit oder per eMail oder SMS verschicken.“

Klima retten

„Oma oder Opa geben dir ihre Stimme und schenken dir damit eine Zukunft.“

7 KOMMENTARE

  1. Liebe Oma, bitte stricke mir ein paar dicke Socken von wegen das Klima, damit ich nicht im Sommer so kalte Füße haben tu von wegen die Erderwärmung wie dieses Jahr. Und denkma bei die Wahl, daß ich so gerne mit Beethoven am Klavier sitze und gerne wieder mehr Kultur und Konzerte im Fernsehen kucken will und nicht nur noch perverses Gehopse – darum liebe Oma: sei schlau, wähl blau!

  2. Den Otto-Normalverbraucher können sie nicht mehr hinters Licht führen, bei Kindern und senilen Alten haben sie noch Hoffnung, Wahlalter auf 7 runter und die kämen vor lachen nicht mehr in den Schlaf. Vollversager.

    • Ein Schachzug der Grünen….der sicher bei manchen verfängt.
      Um für die nachfolgenden Generationen eine bessere Politik zu machen, bedarf es ganz bestimmt nicht die GRÜNEN… sondern Politiker, die unsere Freiheitsrechte wieder herstellen und für eine nachhaltige Entwicklung eintreten.
      Daher wähle ich die FREIEN WÄHLER

  3. Hier werden Kinder von sogenannten Aktivisten benutzt,die eine bestimmte Politik vertreten.
    Wir wissen alle wie es um unser Klima steht.
    Ältere Menschen wissen wohl selbst,was sie wählen,sie haben nämlich eine eigene Meinung.
    Bei diesen sog.Enkelkinderbriefen werden Kinder nur benutzt.
    Nämlich von einer politischen Richtung.
    Diese Briefe haben mit Klimaschutz aber auch gar nichts zu tun.
    Ich bin 77 Jahre alt und weiss ganz genau,wen oder was und warum ich eine bestimmte Partei wähle.

  4. Wie armselig und peinlich kann man eigentlich noch sein. Nun müssen die Grünen auch noch die 3te Garde der B Prominenz aktivieren um die Wähler für dumm zu verkaufen.
    „Oma und Opa“ sind also offensichtlich zu blöd eine eigene und richtige Entscheidung zu treffen. Ich denke mal nicht.

  5. Sind freie Wahlen denn nun abgeschafft? Es wird überall manipuliert, ob Wahlarena mit instruierten Fragestellern oder diese hochnotpeinlichen Briefe. Armselig, sich dafür herzugeben.

  6. Jetzt wird das Wort Kind, was bei manchen Menschen anscheinen den Verstand aussetzt,
    wird jetzt nicht nur in ihren Parolen benutzt, jetzt wird das auch schon auf eine
    kriminelle Art benutzt und dann lassen sich auch noch Schauspieler darauf ein.
    Die sollen ihren Beruf ausführen, in dem sie den Menschen was vormachen müssen,
    aber nicht die eigene Meinung auf einem hinterhältigem Weg über die Medien verbreiten.

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