Kaum mehr Geimpfte – doch das kleine Nachbarland macht sich locker

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Symbolfoto Niederlande - Hollandmarkt in der Marina Rünthe im Sommer 2018. - Foto RB

Nur knapp 3 Prozentpunkte trennen Deutschland und die Niederlande bei der Impfquote. Dennoch macht sich das kleine Nachbarland noch im September viel lockerer – so dürfen die Masken an vielen Orten fallen.

Am heutigen Abend, 14. Sepember, will der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte nach übereinstimmenden Berichten vieler in- und ausländischer Medien das weitgehende Ende der aktuellen Coronaregeln verkünden.

Was demnach ab dem 25. September gelten soll:

  • Abstandsregeln fallen weg.
  • Die Maskenpflicht gilt in ihrer strikten Form nur noch im ÖPNV.
  • Fußballstadien, Kinos, Theater- oder Konzertsäle dürfen wieder voll ausgelastet werden.
  • Für Bars und Clubs gilt wieder volles Haus (zunächst mit Sperrstunden um 24 Uhr).

All diese Lockerungen sind mit konsequenter Einhaltung der 3G-Regel verbunden: Besucher/Kunden etc. müssen geimpft, getestet oder genesen sein. Zu den Testungen: Es gibt in den Niederlanden sehr viel weniger Testzentren als in Deutschland, weshalb sich die Regierung einen erhöhten Impfanreiz verspricht, um die Lockerungen auskosten zu können.

Die Impfquote liegt im kleinen Nachbarland laut dortigem Gesundheitsministerium bei rund 65 Prozent, die in Deutschland bei 62 Prozent. Allerdings macht bei uns im Land das schleppende Impftempo Medizinern und Politikern Sorge:

„Gestern wurden in Deutschland rund 60.000 Menschen geimpft. Wenn dieses Tempo beibehalten wird, bräuchte es 41 Tage, um den Wert von 65,11 % zu erreichen, an dem die Niederlande gerade stehen. Und die so genannte „Herdenimmunität“, für die das RKI derzeit eine „Zielimpfquote“ von mehr als 85 % ansetzt, wäre erst im kommenden Juli erreicht“, rechnet der WDR vor.

Die Lage in den niederländischen Kliniken wird als entspannt dargestellt. Gestern z. B. wurden landesweit 2 Intensivpatienten neu aufgenommen. Im Kreis Unna waren mit gestrigem Stand 12 Covid-Patientinnen und -patienten stationär versorgungsbedürftig. Über 95 Prozent der Menschen mit schweren Verläufen sind ungeimpft.

Um den noch ungeimpften Deutschen „auf die Sprünge zu helfen“, startete die Bundesregierung am Montag wie berichtet die Aktionswoche #HierWirdGeimpft, an der sich der Kreis Unna rege beteiligt (HIER unser Bericht). Allerdings werfen Kritiker ein, dass es diese niederschwelligen Angebote schon seit Wochen gebe und sie offenbar nicht so wirklich wirkten.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, der die beschlossene Streichung der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte im Quarantänefall deutlich kritisiert, bemängelt, man haben zu viel appelliert und zu wenig medizinisch über die Impfung aufgeklärt.

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