Projekt 19 Prozent – Wo im Kreis versteckt die CDU eigentlich Herrn Laschet?

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„Ich habe in Düsseldorf eine CDU erlebt, die geschlossen hinter ihren Kandidatinnen und Kandidaten steht. … Daher können wir alle zuversichtlich in einen engagierten Wahlkampf gehen.“

Von der demonstrativen Zuversicht, die der Kreis-CDU-Vorsitzende Marco Morten Pufke noch vor 2 Monaten versprühte, dürfte angesichts der desaströsen Umfragewerte für die Union und ihren Kanzlerkandidaten Armin Laschet keine 3 Wochen vor dem Wahlsonntag nicht mehr viel geblieben sein.

Erstmals sah eine Umfrage zur Bundestagswahl die CDU/CSU heute (7. 9.) bei unter 20 Prozent – ein historisches Debakel.

Das Forschungsinstitut FORSA gibt die Zustimmung zur Union in dieser neuesten Umfrage mit nur noch 19 Prozent an. Die SPD kommt auf 25 Prozent, Bündnis 90/Die Grünen auf 17, die FDP auf 13 Prozent. Bei 11 Prozent landet bei FORSA die AfD, bei 6 Prozent die LINKE.

Etwas besser, aber ebenfalls hinter der SPD (25 Prozent) schneidet die Union mit 23 Prozent beim Meinungsforschungsinstitut GMS ab, das die Grünen ebenfalls bei 17 Prozent sieht, die FDP bei 12, die AfD bei 11 und die LINKE bei 6 Prozent.

Ein linkes Bündnis (entweder als RGR oder als Ampel) und somit eine Oppositionsrolle für die Union ist bei beiden Umfrageergebnissen rechnerisch möglich, zumal die Unfragewerte für Kanzlerkandidat Armin Laschet erst recht eine Katastrophe für die CDU sind – er bekommt nur noch 9 Prozent Zustimmung.

Sehr viel gebremster euphorisch als Kreisvorsitzender Pufke bewertete denn auch schon im April der Parteivorsitzende der CDU Unna die Aussichten für die Bundestagswahl.

In einem Gespräch mit Rundblick Unna bekannte sich Gerhard Meyer damals offen zum „Team Söder“ gehörig. „Ich sag´s mal bewusst diplomatisch. Damit (mit Laschet) wird es für uns nicht einfacher.“

Das Übergehen der Mitgliedermeinung bei der Kanzlerkandidatenkür sei „riskant und nicht richtig“, kritisierte Meyer damals.

Und es scheint, als gebe ihm die Entwicklung jetzt schonungslos Recht.

„In Umfragen unter CDU-Mitgliedern kam Markus Söder schon im Sommer letzten Jahres auf über 40 Prozent, Armin Laschet hingegen auf stets 15 bis höchstens 18 Prozent. Ich kann doch ein derart klares Signal der eigenen Mitglieder nicht ignorieren.“

Meyer haderte sichtlich mit diesem Vorgehen. „Warum hat man bei so deutlichen Unterschieden in der Beliebtheit – die sich über Monate verfestigen – nicht rechtzeitig die Basis mit einem Mitgliedervotum befragt?“ Die Basis vor Ort müsse schließlich den Wahlkampf machen und bei den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort für den Kanzlerkandidaten Begeisterung wecken. „Das wird jetzt mit diesem Ergebnis nicht einfacher.“

Allerdings ging Gerhard Meyer dennoch davon aus, dass der Wahlsieg für die Union zu schaffen sei. Denn: „Der potenzielle CDU-Wähler wird sich kaum für ein grünes Wahlprogramm erwärmen, das Vermögenssteuer und eine lange Reihe zusätzlicher Belastungen enthält. Diese Wahlversprechen werden einen riesigen Haufen Geld kosten. Das werden wir im Wahlkampf den Wählerinnen und Wählern zu vermitteln haben und mit unserem eigenen Programm eine wählbare Alternative anbieten.“

Drei Wochen vor der Wahl scheint jedoch die CDU-Basis auch um Kreis Unna ihren eigenen Kanzlerkandidaten eher schamhaft verstecken zu wollen:

Während die SPD üppig Olaf Scholz plakatiert, die Grünen ihre Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock, die LINKE mit Dietmar Bartsch wirbt die FDP ausschließlich auf ihren Spitzenkandidaten Christian Lindner setzt, sucht man Plakate von Armin Laschet praktisch vergeblich.

Im Wahlkreis Unna I lächelt den CDU-Anhängern statt dessen von gefühlt jeder zweiten Laterne der heimische Kandidat Hubert Hüppe aus Werne entgegen. Welcher übrigens mit einem so schlechten Listenplatz ausgestattet ist, dass er, um in den Bundestag einzuziehen, den Wahlkreis wohl direkt holen muss.

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