Angst, vergessen zu werden: „Die Menschen in den Flutregionen brauchen dringend weiter Hilfe!“

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Bilder der Verwüstung, aufgenommen von einem Leser, der mit einigen Kollegen im Ahrtal praktische Hilfe leistete. Die Menschen dort, berichten die Männer, haben Angst, in Vergessenheit zu geraten. Es gibt dort noch so unendlich viel zu tun.

„Wir waren in Ahrweiler helfen, und wir werden wieder hinfahren. In den Medien wird darüber leider nichts mehr berichtet.
Die Leute brauchen dort weiterhin Hilfe – körperlich und seelisch! Könntet ihr uns und vor allem den Leuten vor Ort helfen, dies an die Öffentlichkeit zu tragen?“

Diese dringende Bitte (der wir nur zu gern entsprechen) trug ein Rundblick-Leser an uns heran, der vor ca. zwei Wochen zusammen mit vier Kollegen in die Flutregion an der Ahr aufbrach, um anzupacken. Die Männer kommen aus Kamen, Bönen, Norbögge und Hamm.

Hier ihr Erlebnisbericht und ihre Eindrücke aus der Hochwasserregion.

„Am 7. August haben wir uns zu fünft auf dem Weg nach Ahrweiler gemacht. Bewaffnet mit ordentlich Werkzeug unter den Armen, erreichten wir den Helfer Shuttle Parkplatz.

Dort sammelten wir bereits die ersten Eindrücke, etwas, was wir immer noch nicht so ganz verstehen können: Ein noch gut gefüllter Parkplatz mit Helfern wartete auf die Busse, die einen nach Ahrweiler transportieren sollten. Das Problem ist aber, dass die Busse alle privat organisiert werden und es so zu enormen Wartezeiten kommen kann.

Wir fragen uns immer noch, wieso das Land NRW keinen Shuttle-Service zur Verfügung stellt…

Nach einer ziemlichen Wartezeit erreichten wir dann Ahrweiler und sahen die Bilder der Zerstörung das erste Mal live: Es sah aus, als wäre es gestern erst passiert.

Nachdem wir den Bus verlassen hatten, wurden wir grob in die Straßen zum Helfen eingeteilt. In den Straßen ist man dann selbst von Haus zu Haus gegangen und hat die Anwohner gefragt, was getan werden muss.

So fingen wir an, Holzböden und Decken rauszureißen, Putz von den Wänden zu stemmen und mehrere Keller zu entschlammen. Es gibt aber auch noch viele weitere Aufgaben, wie z. B. in den Hotels und Restaurants die gesamten Lagervorräte auszuräumen.

Die größte Herausforderung, neben der körperlichen Arbeit, war, den Anwohnern zuzuhören, als sie ihre Erlebnisse der Katastrophe erzählten. Umso mehr hat es ihnen bedeutet, dass wir ihnen Mut machten und zeigten, dass wir für sie da sind.

Unserem Eindruck nach ist die größte Sorge der Anwohner, allein gelassen zu werden.

Abschließend bleibt uns nur sagen, dass vor Ort immer noch jede Menge Hilfe benötigt wird.

Aus diesem Grund haben wir uns dafür entschieden, im September für mehrere Tage wieder nach Ahrweiler zu fahren, um weiterzuhelfen.

Die Anwohner und wir sind für jede helfende Hand unendlich dankbar!“

Helfen an der Ahr – so geht es:

Auf der Website Seite https://www.ahrhelp.com/ werden Biete/Suche-Anzeigen gesammelt und somit versucht, Helfende und Hilfesuchende zusammenzubringen. Die Region benötigt noch lange Unterstützung.

2 KOMMENTARE

  1. Ihr Helfer seit großartig und wundervolle Menschen.
    Einfach Klasse und unbeschreiblich wie ihr uns in dieser Katastrophe unterstützt!!!
    Ohne eure Hilfe würden wir es nicht schaffen.
    Es ist ein tolles Gefühl in der Not nicht alleine zu sein.
    Vielen lieben Dank an euch alle!!!
    Gruß
    Ein Anwohner aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

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