Noch werden in Fröndenberg Keller leergepumpt – Die Ruhe vor dem (nächsten) Sturm?

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Prognostizierte Gewitter und Regenfälle für Donnerstagnachmittag im Kreis Unna und den Nachbarregionen. Quelle: Kachelmannwetter.com

Noch am späten Abend nach dem Ende der Evakuierungsmaßnahmen wurden gestern (6. Juli) in den Überschwemmungsgebieten im Fröndenberger Osten weiter Keller leergepumpt und Wasserschäden in Gärten und Wohnhäusern hinterhergeräumt.

Es herrscht Sorge vor der Ruhe nach dem nächsten Sturm, denn die Wetterprognosen künden von neuerlichem Regen, auch wieder von Starkregen und Gewittern.

Wie berichtet, konnten die Stadt Fröndenberg, der Kreis und die Feuerwehr am Dienstag gegen 20 Uhr die lange ersehnte Entwarnung ausrufen und die Evakuierungsmaßnahmen für den Stadtbezirk Westick aufheben.

700 Anwohnerinnen und Anwohner, die am Montagnachmittag evakuiert worden waren, durften in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren. Ca. 40 von ihnen hatten die von der Stadt angebotene Notunterkunft in der Gesamtschule in Anspruch genommen, die anderen waren bei Freunden, Familienmitgliedern, Bekannten oder Verwandten untergekommen.

Die Evakuierung war aus Sicherheitsgründen erfolgt, da der Deich des 60 mal 80 Meter große Angelteichs im Waldstück oberhalb der Westicker Straße akut zu brechen drohte.

Bei einer Wassertiefe von 3 bis 4 Metern hätten sich im worst case-Szenario bis zu 19 Millionen Liter Wasser und Schlamm hinunter auf die Westicker Straße ergossen. Die Folgen hätte man sich nicht ausmalen wollen.

Wie uns ein Leser aus Fröndenberg mit erschreckenden Videos und Bildern (s. oben) aus dem Waldstück am Hirschberg dokumentierte, hatte sich die Gefahr am Teich schon am Sonntagnachmittag gezeigt. Doch der Ingenieur musste 7 Mal bei der Kreisleitstelle anrufen und die drohende Lage schildern, bis er, so sagte er uns, ernst genommen worden sei.

Der randvolle Teich wurde von Einsatzkräften des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehr mittels eines kontrollierten Deichdurchbruchs sukzessive „geleert“. Wasser und Schlamm flossen langsam und kontrolliert ab, so dass vorerst keine Gefahr mehr für die Anwohner in den darunter liegenden Stadtbereichen besteht.

Nach zwei trockenen Tagen zieht nun allerdings am morgigen Donnerstag, 8. Juli, erneut Ungemach herauf. Die Wetterdienste prognostizieren übereinstimmend die Dominanz zunehmend feuchterer und lablilerer Luftmassen mit neuen Gewittern im Gepäck. Dabei kommt es vor allem zu Unwettergefahr durch Starkregen, welcher am Sonntag zu den verheerenden Überflutungen in großen Teilen Fröndenbergs gesorgt hatte.

Screenshot_2021-07-07 Modellkarten für Deutschland (Akkumulierte Niederschlagsmenge) ECMWF Global Euro HD – Quelle Kachelmannwetter.com

„Nach einem recht ruhigen Mittwoch muss am Donnerstag wieder mit teils kräftigen Gewittergüssen gerechnet werden. Aufgrund geringer Höhenströmung und der sehr feuchten Luft steht vor allem der Starkregen im Vordergrund möglicher Unwetterereignisse“,

heißt es etwa auf dem Wetterkanal „Kachelmannwetter.com“.

So sei am Donnerstag, abgesehen vom äußersten Osten und Nordosten, „verbreitet mit neuen, teils kräftige Schauern und Gewittern“ zu rechnen.

Anders als am Sonntag, wo das Ruhrgebiet am stärksten betroffen war (und am allerstärksten eben Fröndenberg, da sich die Gewitterfront „stationär“ entwickelte und stundenlang nicht weiterbewegte), liegen die stärksten Gewittercluster morgen im Süden Deutschlands.

Allerdings werde es auch sonst „verstreut über das Land teils kräftige und gewittrige Regengüsse geben, wobei es eng begrenzt auch zu Starkregen und Überschwemmungen kommen kann.“

Ziemlich sicher trocken bleibe es am Donnerstag lediglich im Osten Deutschlands.

5 KOMMENTARE

  1. 19000 Millionen? liebe Redaktion, Sie hätten die Zahl aus meinem Beitrag von gestern übernehmen dürfen – bin kein Plagiatsjäger 😉

  2. auch wenn ich jetzt als Klugsch… gelte: 19000 Mrd wären dann 19 Billionen – das wäre wirklich etwas übertrieben! Richtig sind 19 Millionen Liter; oder etwas anschaulicher:

    19 000 000 000 Liter!

    abgesehen davon aber mein aufrichtiges Mitgefühl mit den armen Leuten, die den Schlamm in der Wohnung haben!

    • Millionen stand aber vorher da. Dann kam Ihre Anmerkung, das sei falsch. Jetzt haben Sie uns komplett verwirrt. Was denn nun? Wir löschen den Absatz am besten. Viele Grüße.

  3. es stand vorher da: 19000 Millionen, es muss aber heißen 19 Millionen, denn:

    80mx60mx4m = 19200 Kubikmeter
    1 Kubikmeter = 1000 Liter, also

    19200 x 1000 = 19200000 Liter oder 19,2 Millionen Liter
    und das 30 Meter über Westick!

    PS: hatte gestern drei Nullen zuviel drangehängt, lag wohl am Roten um die Uhrzeit…

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