FLU zum Beigeordnetenstreit: „Was qualifiziert Unna zur Bananenstadt, Herr Bürgermeister?“

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Unnas Eselsbrunnen auf dem Alten Markt. / Foto und Bearbeitung S. Rinke / RB Unna

Zum politischen Streit über die Neubesetzung der vakanten Beigeordnetenstelle bei der Stadt Unna (wir berichteten) nimmt für die Freie Liste Unna (FLU) ihr Fraktionsvorsitzender Klaus Göldner wie folgt Stellung:

„Bei aller verständlichen Aufregung über Indiskretionen im Zusammenhang mit der anstehenden Beigeordnetenwahl und den dazu ausgiebig zelebrierten Betroffenheitsritualen der grünschwarzen Zweckgemeinschaft bleibt die wichtigste Frage meist im Hintergrund:

Ist jemand für das angestrebte Amt im Vergleich zu den Mitbewerbern ausreichend qualifiziert?

Natürlich sagt die Beantwortung der Frage nichts über Wert oder Unwert eines Menschen aus, sicher aber über die Liga, in der er im Berufsleben spielt. Beispielsweise würde sich in einem Krankenhaus auch die allerbeste Pflegekraft nicht auf eine Chefarztstelle bewerben.

Im Hinblick auf die zurzeit verabredeten Mehrheiten im Rat glaubte man jedoch, derartigen Tatsachen kein Gewicht beimessen zu müssen.

Eine öffentliche Diskussion unter Offenlegung der Fakten sollte unter allen Umständen vermieden werden. Anders ist diese scheinheilige Aufgeregtheit der mehr oder weniger dramaturgisch geschickten Protagonisten nicht zu erklären.

Es wird positiv vermerkt, dass Frau Keuchel mutig einen „unfrisierten“ Lebenslauf vorgelegt hat. Diese heutzutage leider wohl nicht mehr übliche und dadurch scheinbar erwähnenswerte Selbstverständlichkeit ist jedoch kein Beleg der Eignung für ein kommunales Spitzenamt.

Bereits in der vorgeschalteten Diskussion über einen geeigneten Ausschreibungstext habe ich mehrfach die Beachtung der Grundsätze der Bestenauslese eingefordert. Dass dies problemlos möglich ist, hat die kurz zuvor erfolgte Ausschreibung und Besetzung des Dezernates 4 bewiesen. Hier wurde einstimmig Herr Von der Heide vom Rat gewählt. Geht doch!

Frau K. hat ihre Bewerbung nunmehr zurückgezogen und ist damit aus dem Rennen. Über die wahren Gründe dafür darf munter spekuliert werden. Wenn jetzt aber das angelaufene Verfahren für die in keiner Weise kompromittierten über 20 anderen Mitbewerberinnen und Mitbewerber ebenfalls beendet werden soll, ist das sachlich unbegründet und rechtlich sicher angreifbar. Offensichtlich ist aber im Hintergrund bereits eine Ratsmehrheit für diese Neuauflage geschmiedet worden. Das grüne Versäumnis, einen aussichtsreicheren „Ersatzkandidaten“ ins Rennen zu schicken, soll damit nachträglich geheilt werden.

Grünschwarz praktiziert damit genau das, was man der SPD früher immer vorgeworfen hat.

Klaus Göldner, FLU. (Foto Göldner)

Im Hauptausschuss wurde das Thema am vergangenen Mittwoch sowohl im öffentlichen als auch später im nicht öffentlichen Teil der Sitzung behandelt.  Im „Showteil“, in dem durch verschiedene Wortbeiträge einmal mehr der Eindruck entstehen konnte, Frau K. sei eine Märtyrerin, die ausschließlich an den Intrigen der politischen Gegner gescheitert sei, verstieg sich der Bürgermeister zu der Aussage, seine Stadt sei zur „Bananenstadt“ verkommen.

Aber was qualifiziert die Stadt Unna denn jetzt zur „Bananenstadt“ Herr Bürgermeister? Ist es die Tatsache, dass ein durchsichtiger und schlecht eingefädelter politischer Deal geplatzt ist, oder vielmehr doch die Art und Weise, wie er trotzdem durchgezogen werden sollte?

Dennoch ist nichts final entschieden. Der Rat könnte immer noch beschließen, dass die Stellenbesetzung aus dem Pool der zahlreichen und hinreichend qualifizierten Bewerberinnen und Bewerber vorgenommen wird. Dazu bitte einfach nur einmal die Parteibrille absetzen und zum Wohle unserer Stadt entscheiden. So haben es alle Mitglieder des Rates geschworen.“

Klaus Göldner

4 KOMMENTARE

  1. Gratulation, sehr gut und zutreffend beschrieben die Situation und die zum Spiel gehörenden Hauptdarsteller.
    Gerad den letzte Absatz sollten sich die Damen und Herren heute Nacht unters Kopfkissen legen.
    Ein derartiges handeln kann vielleicht etwas Vertrauen in die Ratsvertreter zurückbringen.

  2. Sorry Herr St.Gremling
    Aber selbst wenn man hergeht und derer die diesen Eid abgelegt haben,ihnen diesen auf den Unterarm tätowiert .
    HIER wird das Nix mehr ,hier ist Hopfen und Malz verloren
    UN ( unter Narren) und nen ESEL wer soll uns denn noch ernst nehmen
    Vielleicht noch der Kölner Karneval, Faschingsmützen und nen Orden
    Haben Sie da ja genug
    Hier ist so der Wurm drin
    Wenn der Bürgermeister schon seine eigene Stadt als Bananenstadt tituliert ,( wenn Sein Rat und Rathaus) Mist bauen ist es echt schon weit gekommen

    • Volle Zustimmung zu den Punkten. Allerdings wurde ich liberal erzogen und bin so aufgewachsen und sehe leider vieles zu optimistisch.
      Und letztlich ist ja wohl offensichtlich die Wählerschaft mit dem Gegurke zufrieden ansonsten hätten wir eine stärkere Opposition zur letzten Wahl erhalten.
      Hier an eine echten Politwechsel, weg von der SPD die diese Stadt in den Ruin getrieben hat, die CDU die dabei mitwirkte , den Grünen die nur mit unsinnigen Vorschlägen glänzten und mittlerweile ebenso postengeil auftreten, ist wohl illusorisch.
      Insofern ist mir vor längerer Zeit ein Spruch untergekommen „ Wir können den Wind nicht ändern aber die Segel anders setzen.“
      Auch diesen Spruch sollten sich unsere Ratsvertreter unters Kopfkissen legen oder besser auf den Unterarm tätowieren.

  3. Vielen lieben Dank
    Und ich dachte schon ich sehen dass alleine nur zu kritisch
    Ja nach dem ersten Wahlgang und denn Wahlversprechen, blieb ja
    nur Brust oder Keule
    Es ist aber auch traurig das es niemand aus denn eigenen Reihen hier die Missstände sieht ( wird man mit dem Partei Buch besinnungslos geschlagen)?? Oder verkauft man seine Seele (wie Tim Taler)und denn gesunden Menschenverstand !?
    Es ist echt traurig wo wir drauf zu Steuern!? Bleibt nur das Segel herrum zu reißen!? Ahoi
    P.s. hoffentlich kommt kein Eisberg

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