Um 4 Uhr früh zu 100 im Zoo: Luca-App lässt sich austricksen – Fatale Folgen für Gesundheitsämter?

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Jungelefant Yaro ist die derzeitige Attraktion im Zoo Osnabrück. Doch selbst der niedliche Rüssler zog nicht früh um 4 Uhr über 100 Besucher in den Zoo - was die Luca-App allerdings behauptete (Foto c/o Zoo Osnabrück)

Ebenso wie viele andere Regionen in Deutschland setzt auch der Kreis Unna seit April auf die Luca-App. Sie gilt als neuer Top-Standard zur Kontaktverfolgung. Die SPD-Fraktion Unna will sie schnellstmöglich auch für die Kreisstadt.

Schon 12 Bundesländer haben Lizenzen gekauft, für über 10 Millionen Euro.

Doch durch einen Fehler können Nutzer die App austricksen. Die Folgen für die Gesundheitsämter wären dramatisch, heißt es warnend in Medien, die am Mittwoch erstmals über diese fatale Fehlfunktion berichteten:

So waren in der Nacht zu Mittwoch, 7. April, gegen 4 Uhr in der Frühe gut 100 angebliche Besucher im Zoo Osnabrück eingeloggt. So behauptete es die Warn-App Luca.

„Die angeblichen nächtlichen Zoogänger besuchten natürlich nicht wirklich zu nachtschlafender Zeit das Elefantenjungtier Yaro …, sondern konnten sich dank eines grundlegenden Konzeptionsfehlers in der Luca-App von überall in Deutschland im Zoo einbuchen: Die App verfügt über keinerlei Plausibilitätsprüfung bei den Logins.“

In einem ersten Statement betonten die Luca-Macher, ein Missbrauch der QR-Logincodes sei unwahrscheinlich:

„Kein Gesundheitsamt der Welt wird 100 Leute kontaktieren, die nachts in einem Zoo waren.“

Eine Plausibilitätsprüfung, wie von den Kritikern angeregt, würde dem Konzept der Datensparsamkeit widersprechen.

Doch der Fall zieht Kreise, da sich unter anderen auch Prominenz zu den Kritikern gesellt:

„War ganz schön was los gestern Nacht im Zoo Osnabrück“, twitterte der Fernsehmoderator Jan Böhmermann am Mittwoch. Dazu postete er einen Screenshot aus der Luca-Warnapp, der die Besucherstatistik der eingeloggten Nutzer an einem Standort darstellt. Demnach sollen sich rund 120 Besucher von 4 bis 8 Uhr früh im Osnabrücker Zoo aufgehalten haben – zu dieser Zeit ist der Zoo naheliegenderweise geschlossen.

„Wenige Stunden zuvor hatte (Böhmermann) ebenfalls bei Twitter dazu aufgerufen, sich mit Hilfe eines QR-Codes, den er in seinem Tweet direkt mitgeliefert hatte, zu nachtschlafender Zeit im Osnabrücker Zoo einzuchecken“, berichtet die RP online. „Noch dazu sollten seine Follower sich mit gefälschten Anmeldedaten einloggen. Gesagt, getan. Böhmermanns Follower sorgten – zumindest in der Luca-App – für einen nächtlichen Ansturm auf den Zoo.“

4 KOMMENTARE

  1. Die App ist eine echte Alternative zu der Zettelwirtschaft die weder den Besuchern behagt weil jeder die eingetragenen Daten sehen kann noch den Geschäften die einen bürokratischen Riesenaufwand betreiben müssen.
    Es gibt sicher kein hundertprozentiges Programm dass alle Wünsche berücksichtigt.
    Sind die Datenschützer befriedigt, ist das Sinn meist unnütz wie bei der Corona App.
    Und jeder kann sich heute irgendwo mit falschen Daten rumtrieben.
    In dem Fall zeigt aber Böhmermann einmal mehr welch Geistes Kind er ist (wollte den Ausdruck eigentlich nicht mehr verwenden aber wenn überhaupt ist er hier passend)
    Die App kann allen in der derzeitigen Situation zu einem „normalen Leben“ verhelfen.
    Statt dessen versucht dieser (??sagt ich lieber nicht) und seine ebenfalls leicht angeschlagen Follower die derzeit einzige Alternative zu den unsinnigen Selbsttests nieder zu machen.
    Aber wir können ja weiter wieder einmal unzählige Monate warten bis dann die offizielle RegierungsApp auf dem Markt ist die vermutlich von den Datenschützern genehmigt wiederum nur zur absolut unsinnigen Akkunutzung auf dem Handy führen wird.

    • Dieses “Geistes Kind“ hat offensichtlich noch nicht das Problem erkannt und sollte zur Fraktion der Aluhutträger wechseln.
      Es geht nicht darum irgendwelche Ämter und Leute zu verarschen sondern um unser aller Arsch zu retten indem wir Infektionsketten erkenn und abstellen.
      Aber vielleicht hat er den Hut ja schon auf, soll neben erheblichen Kopfschmerzen auch Denkverlust verursachen sofern Hirn überhaupt vorhanden ist.

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