Corona in Fröndenberger Kita: Quarantäne für alle Kinder – Heute Testung vor Ort – Kritik an Vorgehen von Kreis und Stadt

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Fröndenberg-Hohenheide - Archivbild RB

In einer Kindertagesstätte in Fröndenberg ist ein Coronafall aufgetreten. Alle Kinder wurden für den heutigen Montagmittag, 29. März, zur Testung in die Kita im Stadtteil Hohenheide einbestellt.

Zuvor war Quarantäne für alle Kinder verfügt worden, da, so berichten uns Eltern, keine Gruppentrennung erfolgt sein soll.

Das betroffene Kind hatte die Kita den Informationen der Eltern vom Freitag zufolge am Dienstag, 23. März, das letzte Mal besucht. Dieser Stichtag wird der Quarantäneverfügung zugrunde gelegt.

Aus der Sicht betroffener Eltern seien Information und Vorgehen durch die Stadt Fröndenberg und den Kreis wenig zufriedenstellend verlaufen:

Da die eigentlich vorgesehene getrennte Betreuung nicht erfolgt sei (laut Begründung der Einrichtung Eltern gegenüber waren die Gründe Personalmangel und Umstrukturierung), müssten nun alle Kinder in Quarantäne. Das Kreisgesundheitsamt lehne eine Freisetzung nach 10 Tagen ab mit Verweis auf die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Auch die Information durch das Ordnungsamt der Stadt Fröndenberg sei wenig optimal verlaufen, kritisierten Eltern: So sei ein Ordnungsamtmitarbeiter am Freitagnachmittag in seinem Privatauto zu Eltern gefahren und habe einen gekritzelten Zettel überreicht, auf dem eine Telefonnummer des Kreisgesundheitsamtes stand. Dort sollten sich die Eltern bitte melden.

Per WhatsApp informierte ein Mitglied des Elternrates im Anschluss die Eltern über eine Information des Ordnungsamtes: Die Quarantäneverordnungen würden erst am Montag oder Dienstag herausgehen, die Stadt arbeite daran.

Am heutigen Mittag nun hätten Kinder zwischen 2 und 5 Jahren zusammen mit ihren Eltern an der Kita gestanden, eine terminliche Trennung für die Testung sei, so wurde ihnen auf Rückfrage durch den Kreis mitgeteilt, in der Kürze der Zeit nicht möglich gewesen.

Ein Vater kommentierte dieses Vorgehen gegenüber unserer Redaktion wie folgt: „Ich finde das alles, vorsichtig gesagt, sehr unglücklich, und es wundert mich, daas es nach einem Jahr Corona noch solche Ungereimtheiten gibt.“

UPDATE – die Stadt Fröndenberg antwortete auf unsere Anfrage vom frühen Mittag um 16 Uhr:

„Das Kreisgesundheitsamt organisiert die Information und setzt die Corona-Tests an und organisiert sie. Das Ordnungsamt wird erst danach vom Gesundheitsamt eingeschaltet, um die die daraus folgenden schriftlichen Quarantäneanordnungen zu erstellen und zu verteilen. Unabhängig davon werden die Anordnungen bereits vom Gesundheitsamt vor Ort mündlich ausgesprochen.

Zusätzlich hatte das Kreisgesundheitsamt bei einigen Familien am Freitagnachmittag um Rücksprache gebeten. Dies wurde zumeist telefonisch übermittelt. Wo dies nicht möglich war, wurde sie, um sicher zu gehen, durch einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes persönlich überbracht.

Diese Pandemie ist eine Ausnahmesituation für alle. Die Sorge um Sicherheit und Gesundheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger ist Aufgabe des Ordnungsamts der Stadt Fröndenberg/Ruhr.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten aufgrund der Coronakrise seit einem Jahr auch an den Wochenenden. Sie setzen die sich beinahe wöchentlich ändernden Coronaschutzverordnungen um und nehmen ihr Pflichten im Dienste der Allgemeinheit sehr gewissenhaft wahr.“

Die Kreisverwaltung Unna bat in ihrer Stellungnahme am Abend die Eltern um Verzeihung.

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