16.000 € fehlen: Spenden fürs Frauenhaus brechen ein – „Pandemie zeigt Ausmaß drohender und erlebter Gewalt“

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Symbolbild Gewalt, verzweifelte Frau - Quelle Pixabay

Es bietet Schutz für Frauen in Not und ist nun selbst in Not. In der Spendenkasse des Frauenhauses für den Kreis Unna klafft ein Loch von 16.000 Euro.

„Leider konnten wir coronabedingt kaum um Spenden bitten“, berichtet Birgit Unger, Geschäftsführerin des Frauenforums Kreis Unna.

Die Pandemie wirkte sich auch auf die Belegung des Frauenhauses aus: „Über den langen Zeitraum des ersten Lockdowns waren viele Plätze in den Frauenhäusern nicht belegt, so auch bei uns. Frauen konnten sich nicht mehr nach außen um Unterstützung wenden, da auch ihre Partner und Väter der Kinder das Haus oder die Wohnung kaum mehr verließen.“

Birgit Unger:

„Das vergangene Jahr hat uns deutlich gemacht, dass mehr Frauen, als uns bewusst war, von drohender und erlebter häuslicher Gewalt betroffen sind.“

Das Frauenhaus sei wegen der Pandemie phasenweise nur zur Hälfte ausgelastet gewesen.

Die Mitarbeiterinnen haben zum Jahresende kurzfristig die Möglichkeit genutzt, das Dachgeschoss mit den persönlichen  Schlafräumen und Bädern für Frauen und Kinder renovieren zu lassen und das eine oder andere Stockbett, die Sessel den Zimmern und weitere Ausstattungsgegenstände zu ersetzen.

„Die Frauen und ihre Kinder können nun wieder in einem schöneren ‚Interims-Wohnumfeld‘ leben, in das sie ja nicht freiwillig geflüchtet sind“, sieht Birgit Unger Lichtblicke.

Kamens Bürgermeisterin Elke Kappen und die Gleichstellungsbeauftragte Martina Grothaus begrüßen das Engagement und rufen die Bürgerinnen und Bürger – konkret anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März – dazu auf, die Arbeit des Frauenhauses mit einer Spende zu unterstützen.

Elke Kappen will auch selbst spenden, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Kamen. Die sonst üblichen Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag müssen in Kamen wie in allen anderen Städten wegen des Coronashutdowns ausfallen.

Die Spenden kommen in diesem Jahr übrigens nicht nur dem Frauenhaus in Unna, sondern auch einem Partnerprojekt zugute: Die Hälfte der Einnahmen leitet die Einrichtung an das Frauenhaus in Port Elizabeth im Osten Südafrikas weiter. Birgit Unger unterhält persönliche Kontakte zu der Einrichtung, die sich ähnlich wie das Frauenforum mit einem Frauenhaus für Frauen und deren Kinder, die sich in vielfältigen problematischen Lebenslagen und Nöten befinden, engagiert.

Infos zu dem Projekt gibt es unter dem Link http://www.betsheekoom.org.za.

Spenden an das Frauenforum im Kreis Unna können unter der IBAN DE21 4435 0060 0000 0397 92 auf das Konto bei der Sparkasse UnnaKamen überwiesen werden.

Quelle: Pressemitteilung Stadt Kamen

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