Minister Reul zum Böllern an Silvester: „Lassen Sie es am besten ganz sein“

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Archivbild vom Silvesterfeuerwerk 2017 in Unna, Alter Markt. /Foto RB

Der Jahreswechsel 2020/21 wird anders als die gewohnten.

Feuerwerksverkauf, auch online, ist bundesweit verboten, Böllerverbote regelt jede Stadt individuell – in Hamm ist die ganze Stadt Verbotszone, Dortmund definiert drei Verbotszonen und die Kommunen im Kreis Unna überhaupt keine.

An Silvester gelten im öffentlichen Raum außerdem ein Ansammlungsverbot und Kontaktbeschränkungen, auch Silvesterpartys sind laut Coronaschutzverordnung NRW verboten – polizeiliche Handhabe in den privaten 4 Wänden besteht allerdings nur bei Ruhestörungen und wenn Gefahr im Verzug ist.

Das Land NRW stellt die wichtigsten Fakten zur Sicherheitslage in drei Fragen an Innenminister Herbert Reul zusammen.

Wie schätzen Sie die Sicherheitslage an Silvester ein?

Es ist für die Sicherheitsbehörden besonders schwer vorauszusagen, wie sich die Menschen angesichts der Corona-Regeln verhalten werden. Wir konnten aber zum Beispiel an Halloween oder zum Karnevalsauftakt schon einige Erfahrungen zum Verhalten der Menschen sammeln. Hier waren die allermeisten Leute sehr vernünftig.

Ich freue mich, dass die Leute sich auch über die Weihnachtsfeiertage sehr verantwortungsvoll verhalten und die Corona-Regelungen befolgt haben. Aber ein besinnliches Weihnachten zuhause ist etwas Anderes als Silvester. Und so werden wir das tun, was geboten ist und was Sicherheit bringt – wir stellen uns auf Probleme mit Menschen ein, die trotz aller Mahnungen unvernünftig sind.

NRW-Innenminister Herbert Reul. (Fotoquelle Land NRW)

Wie viele Polizistinnen und Polizisten werden im Einsatz sein?

Insgesamt werden an Silvester 2020 über 4.800 Polizisten für Sicherheit und Ordnung in Nordrhein-Westfalen sorgen. Das sind etwas mehr als im vergangenen Jahr. Darunter sind rund 1.300 Kräfte der Bereitschaftspolizei, die die Polizeibehörden vor Ort in dieser Nacht unterstützen werden. Diese sind den Behörden teilweise direkt zugeordnet.

Fast 500 von ihnen gehören jedoch zur sogenannten Landeseinsatzbereitschaft. Das sind Polizistinnen und Polizisten, die an taktischen Standorten im gesamten Land verteilt sind und bei Bedarf als zusätzliche Kräfte angefordert werden können. So kann die örtliche Polizei effektiv auf schnelle Lageentwicklungen reagieren. Wir gehen den Jahreswechsel also sogar mit einem leicht erhöhten Kräfteansatz an.

Die Polizei wird mit den Kommunen gemeinsam konsequent gegen Menschen vorgehen, die behördliche Auflagen missachten und dadurch die Gesundheit anderer gefährden.

Was meinen Sie, werden sich die Bürgerinnen und Bürger an die Böllerverbote halten?

Ein landesweites Böllerverbot gibt es zwar nicht. Aber es gibt von Ort zu Ort unterschiedliche Auflagen zum Thema Böllern, die Sie beachten müssen. Die Verbote werden von der Polizei und den Ordnungsbehörden konsequent kontrolliert und geahndet.

Meine Empfehlung für dieses Jahr lautet allerdings: Lassen Sie es am besten einfach ganz sein! So gehen Sie auf Nummer sicher. Und noch viel wichtiger: Sie entlasten das Gesundheitssystem, wenn Sie helfen, die Risiken von Unfällen mit Pyrotechnik zu minimieren – gerade in diesen Zeiten. Ich appelliere also noch einmal an die Bürgerinnen und Bürger, sich weiterhin vernünftig zu verhalten und die geltenden Regeln zu befolgen.

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