Unseriöse Firmen drängen zum Vertragsabschluss

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Foto: Verbraucherzentrale Kamen

Niemals Verträge „an der Haustür“ abschließen!

Messerschleifen, Teppich- und Dachrinnenreinigung, Einfahrt teeren: Immer wieder kommt es zu verdächtigen oder kriminellen Geschäftsangeboten an der Haustür.

Die Polizei rät: Schließen Sie nicht vorschnell Verträge ab und vergleichen Sie in Ruhe und Abstand Angebote. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Erst heute, 28.09., wurde in Bergkamen ein „Messerschleifer“ gemeldet, der zwar gut sein Angebot präsentieren konnte, die Messer aber stumpf blieben. Im folgenden Streitgespräch wurden 135 Euro verlangt. Jetzt ermittelt die Polizei wegen Verdachts des Betruges.

Vor Firmen, die überteuerte und teils unnötige energetische Sanierungen an der Haustür bevorzugt älteren Hauseigentümern verkaufen, warnen aktuell die Stadt Kamen und die Verbraucherzentrale:

Insbesondere im Stadtgebiet Kamen habe es zuletzt vermehrt Anfragen und Beschwerden hierzu gegeben. Dabei geht es jeweils um Verträge über Leistungen für mehrere tausend Euro.

Manche Firmen tragen offiziell klingende Bezeichnungen wie „Institut“ oder „Agentur“ und geben vor, in Kooperation mit der Stadt oder dem Land NRW unterwegs zu sein.

Die Firmenvertreter kommen unangekündigt zu Verbraucherinnen und Verbrauchern nach Hause und drängen sie, sofort einen Vertrag abzuschließen“, berichtet Karin Baumann von der Verbraucherzentrale.

Manchmal diene eine bereits laufende, von außen sichtbare Sanierungsarbeit als Aufhänger. Die vermeintlichen Energieberater behaupteten dann, dass die Handwerksfirmen nicht die richtigen Schritte umsetzten oder schlecht arbeiteten.

„Sie drängen darauf, die Arbeiten an Stelle der ursprünglich beauftragten Firmen zu übernehmen und halten dafür kräftig die Hand auf“, berichtet Baumann.

Eine andere Masche sei es, auf einen vermeintlich dringenden Sanierungsbedarf hinzuweisen, etwa weil der Keller angeblich feucht sei oder das Dach sanierungsbedürftig scheine.

Ohne Bedenkzeit, in der sie Notwendigkeit und Preis der Leistung überprüfen könnten, sollen die Verbraucherinnen und Verbraucher, meist älteren Semesters, dann einen Auftrag erteilen.

„Unabhängig vom genauen Vorgehen gibt es für alle Haustürgeschäfte einen ganz einfachen Ratschlag: Unterschreiben Sie nichts sofort“, betont Baumann. Besonders, wenn es um hohe Summen gehe, müsse Zeit sein, um ein Angebot unter die Lupe zu nehmen.

„Einen Kleinwagen kauft man ja auch nicht spontan, nur weil gerade überraschend ein Autoverkäufer an der Haustür klingelt.“

Hochtrabend oder neutral klingende Namen sollten zudem niemanden beeindrucken, ergänzt Baumann.

„Jedes Unternehmen darf sich zum Beispiel ‚Agentur‘ oder ‚Institut‘ nennen – das bedeutet gar nichts.“ Seriöse Energieberaterinnen und Energieberater kommen aber niemals unangekündigt vorbei. Wer bereits einen Vertrag an der Haustür unterschrieben hat, hat in vielen Fällen ein gesetzliches Widerrufsrecht, das 14 Tage ab Vertragsschluss gilt.

Wurde bei Vertragsschluss nicht über dieses Recht informiert, besteht es sogar länger.

Rechtliche Beratung zu Haustürgeschäften und auch seriöse Energieberatung gibt es in Kamen bei der Verbraucherberatung in der Kirchstraße 7, Telefon 02307 4380101.

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