Podium der Bürgermeisterkandidaten – UNNA. braucht.EIS und ADFC luden ein

0
571
Kandidatenpodium bei "UNNA.braucht.EIS" am 24. August in der Kleingartenanlage Kastanienhain. (Fotos RB)

Zwei Vereine mit jeweils klaren Zielsetzungen luden Anfang voriger Woche die Unnaer Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten zu Podiumsdiskussionen ein. Die Eishalleninitiatie UNNA.braucht.Eis befragte alle acht Bewerber am Montag in der Kleingartenanlage Kastanienhain zu ihrem jeweiligen Standpunkt zum Eishallenerhalt und zur mutmaßlichen Verschleppung der Sanierung durch die Sadt; beim Radclub ADFC ging es am Dienstag im Katharinenhof um die Pläne der potenziellen künftigen Bürgermeister/innen in Sachen fahrradfreundliche City.

Wir fassen beide Veranstaltungen hier kurz zusammen.

* Zur Erklärung, wieso wir erst jetzt und kurz zusammengefasst berichten: Bei der ADFC-Veranstaltung gab es laut dem Club eine Kommunikationspanne, wir waren nicht eingeladen; den Kandidaten der CDU, Dirk Wigant, erreichte die Einladung ebenfalls nicht, weshalb im Katharinenhof nur 6 der 8 Bewerber diskutierten (Ingrid Kroll von Wir für Unna war wegen eines anderen Termins verhindert). Über die Veranstaltung von UbE berichteten wir aus anderen Gründen nicht, die mit dem Umgang mit Presse zu tun haben. Entsprechende Gespräche haben inzwischen stattgefunden.

Die Podiumsdiskussion im Katharinenhof am Dienstag, 25. August, fasst der veranstaltende ADFC Unna wie folgt zusammen:

Die beiden ADFC-Ortsgruppensprecher Helmut Papenberg und Uwe Schmidt begrüßten die folgenden 6 zur Wahl stehenden Bürgermeisteranwärter: Katja Schuon (SPD), Claudia Keuchel (Bündnis 90/Die Grünen), Frank Ellerkmann (FDP), Frank Muermann (FLU) und die beiden unabhängingen Kandidaten Herr Jens Ole Wilberg und Achim Megger.

Bei der ersten Frage zur Fahrradnutzung konnten alle Kandidaten positiv punkten, alle besitzen Fahrräder und nutzen diese auch regelmäßig, ob zum Dienst oder als Sport- oder Freizeitfahrzeug am Wochenende und im Urlaub.

Ebenso befürworten alle Kanditaten eine Verkehrswende mit besserer Fahrradinfrastruktur und sicherer, wenn möglich, vom Autoverkehr getrennte Wege mit möglichst großer Verkehrssicherheit. Auch der ÖPNV solle gestärkt werden, war das Credo aller Teilnehmer.

Im Blickpunkt war besonders der Innenstadtbereich innerhalb des Verkehrsringes, der vom Parksuchverkehr befreit werden solle und die Stadt durch weniger Autoverkehr an Lebensqualität gewinnt. Die Niederlande haben vor ca. 50 Jahren eine Verkehrswende eingeleitet und besitzen viele gestalterische Vorzeigprojekte, die es nachzuahmen gilt.

Eine Stimme aus dem Publikum forderte eine sofortige Optimierung der Fahrradwege durch für den Radler sinnvollere Ampelschaltungen, die bisher nur für den Autofahrer optimiert würden und die übrigen Verkehrsteilnehmer oftmals zu lange Wartezeiten beschert.

Kritik bieten auch die Neubauprojekte der Stadt Unna, die bisher sinnvolle Mobilitätskonzepte vermissen lassen.
Umstritten war bei den Teilnehmern das Verkehrskonzept für den neuen Grundschulbau, er lässt eine fahrradfreunliche sichere Zuwegung nicht erkennen.

Natürlich sind alle Projekte mit Kosten verbunden, die Fahrradwegeplanung mit einem Zielnetz liegt ca. 6 Jahre zurück. Und davon wurde bisher nichts realisiert.

Alle Bürgermeisterkandidatinnen und Kandidaten gehörten bisher nicht dem Rat der Stadt Unna an. Allgemeine Forderung war, endlich die Verkehrswende einzuleiten, die Umwelt durch weniger schädlicher Abgase und Lärmemissionen zu schützen.“

Als Ergänzung unserer Redaktion: Der nicht anwesende CDU-Kandidat Dirk Wigant fordert in seinem Programm ein neues Mobilitätskonzept, das gleichberechtigt alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt und kein Verkehrsmittel einseitig bevorzugt oder benachteiligt.

Hier Fotos, alle c/o ADFC

Zur Podiumsdiskussion von „UNNA.braucht.EIS“ am Montag, 24. August, im Kleingartenvereinsheim Kastanienhain am Weidenweg hier zunächst unsere Eindrücke in Stichpunkten:

Dass sich bei einer öffentlichen Diskussion um die Eissporthalle alle Bewerber/innen um das Bürgermeisteramt für eine zügige Umsetzung des Bürgerentscheids aussprechen, ist zu erwarten, insofern waren diesbezüglich keine Kontroversen zu erwarten. Alle Kandidatinnen und Kandidaten betonten denn auch die Wichtigkeit, die Bürger mitzunehmen, bevor es zu solchen durchgreifenden Maßnahmen aus der Bevölkerung kommen muss. Das wollen alle acht, sollten sie Bürgermeister/in werden, ganz anders angehen.

Katja Schuon, SPD: „An Transparenz hat es gehapert. Das würde ich besser machen. Ich möchte Bürgerbeteiligung in jeder Form ausbauen.“

Dirk Wigant, CDU: “ Mein Ziel ist es, dass künftig keine Bürgerentscheide mehr stattfinden, sondern wir vorher klären, was der Bürgerwille ist. Das müssen wir viel früher bei den Menschen selbst erfragen. Das wird auch bei den Bürgern erst noch ein Umdenken erfordern. Denn wir haben das Phänomen, dass sich Menschen dann interessieren, wenn es sie ganz direkt angeht.“

Ingrid Kroll, Wir für Unna: „Die Umsetzung dauert jetzt schon viel zu lang. 1 Jahr und 3 Monate. Das geht absolut gar nicht. Rund 16.000 Bürger haben entschieden: Renoviert die Halle. Da gibt es keine Alternative. Wir sind gewählt worden, um die Bürger zu verteten. Das dauert alles viel zu lange.“

Frank Murmann, Freie Liste Unna (FLU): „Die FLU war eine der wenigen, die immer für den Erhalt waren. Ich sehe die Eishalle aus mittelständischer Sicht auch als Standortfaktor. Ich werde, sollte ich Bürgermeister werden, sofort die Gespräche mit UbE wieder aufnehmen. Man muss da Transparenz und Ruhe reinbringen.

Claudia Keuchel, B90/Grüne: „Wenn wir viel Geld investieren, sollten wir die Halle auch so gestalten, dass möglichst viele junge Menschen sie nutzen können, mit Indoor-Sportarten etc. Ich verbinde mit dieser Eishalle persönlich sehr viel, dort habe ich miti 14 Jahren mein erstes Extrabreit-Konzert gehört. Und Pommes in der Pistenbar sind mir auch ein Begriff.Ich wäre eher dafür, eine neue Halle zu bauen. Mit dem Bürgerentscheid wurde uns aber klar vorgegeben, dass wir die alte Halle zu sanieren haben. 2021 müssen wir das Ding kurz vor fertig haben.“

Frank Ellerkmann, FDP: „Dass wir im Stadtrat dagegen gestimmt haben, betrachte ich persönlich als Fehler, den ich sehr schmerzlich bereue. Mein Ziel ist jetzt, die Halle möglichst schnell auf sportliche Beine zu stellen. Die Eissporthalle hat in Unna Tradition, sie gehört zu Unna. Ich würde als Bürgermeister sofort nachhaken, wieso das so lange dauert, bevor sich die Fronten derart verhärten.“

Achim Megger, parteilos: „Keine Alternative, das Ding wird umgesetzt und möglichst schnell. Wenn ich Bürgermeister würde, könnte ich mir auch vorstellen, noch eine Saunalandschaft auf dem Gelände zu ergänzen.“

Jens-Ole Wilberg, parteilos: „Wir haben leider erpasst, etwas flexibler zu reagieren. Ich als Veranstaltungsmensch könnte mir vielfältige Nutzungsmöglichkeiten vorstellen, mit Sport, Klettern etc. Was man in der Folgezeit macht, ist aber offen. Erst einmal muss die Halle saniert werden, und zwar ohne weitere Verzögerungen. Dass die Leute in Unna – einer Kreisstadt – zum Eislaufen nach Bergkamen müssen, ist für mich ein Unding. Der Bürgerentscheid kam spät. Es ist vorher viel verpasst worden. Es ist schade, dass da Menschen und Ideen ausgeblutet werden. Es fehlt in der Stadt jemand, der Bock hat, das umzusetzen.“

Die Zusammenfassung von UbE:

„Alle acht Kandidatinnen und Kandidaten folgten der Einladung, um unter dem Titel „Kann man aus der Schnecke noch ein Rennpferd machen?“ über die wichtigen Themen „Eissporthalle“, „Bürgerentscheid“  und „direkte Demokratie“ zu diskutieren.

Es war eine rundum gelungene Veranstaltung, keiner der 50 Plätze blieb leer. Coronabedingt mussten sogar zahlreiche Interessierte abgewiesen werden, da die Abstandsregelungen ansonsten nicht hätten eingehalten werden können.

Die Diskussion wurde live auf die UbE Facebook Seite gestreamt. Der Beitrag hat insgesamt mehr als 7.000 Personen erreicht. Das zeigt deutlich das enorme und ungebrochene Interesse, dass das Schicksal der Eishalle Unna auch fast 1 1/2 Jahre nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid bei zahllosen Unnaer Bürgerinnen und Bürgern weckt!
Aus Sicht von Unna.braucht.Eis besonders erfreulich: Alle Kandidatinnen und Kandidaten haben sich für die schnelle Sanierung der Eissporthalle ausgesprochen und die Gespräche mit UbE auf Augenhöhe wieder aufzunehmen.
So steht nach der Wahl einem schnellen Beginn der Sanierungsarbeiten wohl nichts mehr im Wege.

Bedanken möchten wir uns natürlich bei den Kandidatinnen und Kandidaten, bei dem Moderator Herr Christian Braatz, bei Frau Silvia Rinke vom Rundblick Unna als einzig anwesende Vertreterin der Presse, sowie natürlich dem Team von Herr Kunz vom Kleingartenverein Kastanienhain!“

Fotos von Rundblick Unna

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here