Infektionsherd „privates Umfeld“: Partyverbote rücken offenbar näher

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Symbolbild, Quelle Pixabay

Mehr als jede dritte Neuinfektion mit Covid-19 in NRW geschieht aktuell im „privaten Umfeld“ – darunter fallen auch private Feiern, erlaubt mit bis zu 150 Teilnehmern ohne Abstand und Maske. Jetzt rückt die Einschränkung privat organisierter Partys offenbar näher.

Denn auch andere Bundesländer verzeichnen eine Häufung von Ansteckungen im privaten Umfeld – in Berlin sind es z. B. über die Hälfte aller Infizierungen. Öffentliche Veranstaltungen (Kultur, Konzerte etc.) spielen in NRW wie auch in anderen Bundesländern hingegen nur eine untergeordnete Rolle für die wieder steigenden Zahlen. Das ist auch im Kreis Unna der Fall (wir berichteten).

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) berichtete heute exklusiv, dass sich die Länder offenbar auf ein einheitliches Vorgehen zur Partybeschränkung einigen wollen.

Solle die Zahl der Infektionen weiter „in diesem Tempo“ ansteigen, drohten abermals „harte Kontaktbeschränkungen“-

Der Gesundheitsminister von Baden-Württemberg, Manfred Lucha (Grüne), nannte jede neue Öffnung einen „Ritt auf der Rasierklinge“. Falls sich herausstelle, dass die Bürger sich an Maßgaben nicht hielten, könne und müsse das Land „nachsteuern“.

NRW stellte zusammen mit Schleswig-Holstein und Berlin ebenfalls Verbote in Aussicht.

Bundespolitiker der Großen Koalition kritisierten das Verhalten vieler Bürger zum Teil scharf. „Wir dürfen nicht riskieren, dass Kitas und Schulen wieder schließen und Kinder über Wochen zu Hause bleiben müssen, weil wir durch Familienfeste mit zu lockeren Regeln ein erhöhtes Infektionsgeschehen in Kauf genommen haben“, wird SPD-Chefin Saskia Esken in der F.A.S. zitiert.

Und Ralph Brinkhaus, Fraktionsvorsitzender der Union, sagte, es sei zwar „ganz natürlich“, dass die Menschen nach dem Ende des Lockdowns „raus wollten, dass sie sich mit Freunden trafen und ihre Familien besuchten. Leider hat sich mit dem Beginn des Sommers eine gewisse Leichtfertigkeit ausgebreitet.“

Dass die Bürger auch bei Feiern in ihren eigenen vier Wänden kontrolliert werden, hatte Gesundheitsminister Laumann zumindest für NRW am vergangenen Mittwoch ausgeschlossen.

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