Landeschwellenverlegung Richtung Unna: Keine neue Umweltverträglichkeitsprüfung nötig – Entscheidung dauert noch

2
584

Die Bezirksregierung Münster hat jetzt eine Vorprüfung zu den Umweltauswirkungen zur beantragten Schwellenverlegung am Flughafen Dortmund vorgenommen. Demnach ist für die Verlegung der Schwellen 300 Meter in Richtung Unna keine neue Prüfung der Umweltverträglichkeit notwendig.

Gegen die Expansion besteht wie berichtet Widerstand aus Unna, weil zusätzlicher Lärm insbesondere über Massen befürchtet wird. In einer Online-Umfrage unserer  Redaktion auf Facebook, die eine Woche dauerte und an der rund 3000 Voter teilnahmen, stimmten 58 Prozent für die Flughafenpläne.

In ihrer Pressemitteilung schreibt die Bezirksregierung:

Der Flughafen möchte auf seiner vorhandenen Start- und Landebahn die östlich gelegene Landeschwelle um 300 Meter in Richtung Unna verlegen. Dadurch stünde den Flugzeugen aus der Anflugrichtung Unna eine Landebahnlänge von 2.000 statt bislang 1.700 Metern zur Verfügung. Entsprechende Antragsunterlagen hat der Flughafen Ende Mai 2020 bei der Bezirksregierung Münster als zuständiger Luftverkehrsbehörde eingereicht.

Die Vorprüfung der Bezirksregierung Münster hat ergeben, dass durch die geplante Verlegung der Schwelle keine erneute Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung ausgelöst wird.

Schon im Verfahren zur Startbahnverlängerung auf 2.000 Meter im Jahr 2000 ist eine umfangreiche und alle Aspekte umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt worden. Allein durch eine mögliche Verlegung der Schwelle werden keine solchen zusätzlichen oder erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen erwartet, die eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung auslösen.

Die Bezirksregierung macht in diesem Zusammenhang deutlich, dass das Ergebnis dieser Vorprüfung kein Indiz dafür ist, welche Art des Zulassungsverfahrens für die Entscheidung über den Antrag gewählt wird.

Ob dafür nun ein Plangenehmigungsverfahren oder ein Planfeststellungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung in Betracht kommt, entscheidet die Bezirksregierung erst im nächsten Schritt.

Hierzu werden zunächst verschiedene Träger öffentlicher Belange, zum Beispiel betroffene Städte und Kommunen, Naturschutzverbände und Industrieverbände beteiligt.

Aktuell sind auf der 2.000 Meter langen Start- und Landebahn beidseitig um 300 Meter einwärts Landeschwellen verlegt, sodass für eine Landung jeweils nur eine Bahnlänge von 1.700 Metern zur Verfügung steht. Der Flughafen begründet die beantragte Schwellenverlegung in Richtung Unna mit der Gewährleistung eines sicheren Flugbetriebs insbesondere für neue Flugzeugtypen bei widrigen Witterungsverhältnissen.

Eine Entscheidung über die Art des Zulassungsverfahrens ist nach der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange voraussichtlich nicht vor Oktober 2020 zu erwarten. Danach schließt sich die Durchführung des eigentlichen Zulassungsverfahrens an.

2 KOMMENTARE

  1. Dann wollen wir mal hoffen dass die Bezirksregierung endlich die Sinnhaftigkeit und den Wert des Flughafen erkennt.
    Diese Touristen Schleuder, subventioniert durch die Bürger der Stadt Dortmund und vermutlich auch durch weitere Steuergelder die es ermöglichen Billig-Carrier günstig zu Lasten der Bevölkerung urlaubshungerige aus ganz NRW und NL in die Touristenorte zu fliegen.
    Überrascht bin ich auch wenn nur die Fokussierung der Lärmbelastung auf Massener erfolgt
    Immer wenn ich Freunde in ganz Unna besuche “erfreut” mich dieser Flughafen, vor allem bei Starts wie in der letzten Woche überwiegend gen Osten.
    Egal ob auf der Terrasse im Kastanienhof, im Garten an der Platanenallee, oder beim Plausch in Mühlhausen ist bei den Starts ein Gespräch nicht mehr möglich. Selbst in Hemmerder haben die Bürger noch “Spaß” an der Touristen Schleuder. Fast 2 Minuten dauert es bis der Lärmpegel von Unna kommend, über Flierich, Hemmerde, Frbg. dann südöstlich verschwindet. Aber offensichtlich gib es ja Politiker die das gerne erleben und dass dann auch noch mit absurden Argumenten als gut verkaufen wollten.
    Ein Benjamin von der FDP hat da die beste Lachnummer abgeliefert.
    Ein Outlet Center am Flughafen wäre eine Chance zum Beispiel um in Unna Wohlstand zu erreichen. Gleichzeitig aber auch mit dem Hinweis eben dieses in Werl geplante Center gerade von der Stadt Unna als Innenstadtgefährdent verhindert wurde.
    Tut mir leid Herr Benjamin aber mit dieser Aktion haben sie den vermutlich einzigen und letzten FDP Wähler in Unna verloren..

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here