Steine und Betonplatte auf Autos geworfen, Pkw-Hersteller erpresst – Festnahme

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Sein erster Erpresserbrief war nach einem nächtlichen Betonplattenwurf am 28. April auf die A44 eingegangen – das Geschoss schlug ins Auto einer 25-Jährigen ein, die zum großen Glück unverletzt blieb. Es war nicht die einzige Tat dieses jungen Kriminellen. Jetzt ist der 21-Jährige gefasst.

Die Polizei Dortmund hat am Mittwochabend (13. Mai) einen mutmaßlichen Erpresser und Steinewerfer festgenommen, nach umfangreichen Ermittlungen zusammen mit der Staatsanwaltschaft Paderborn.

„Mit hohem Personalaufwand und modernster Technik kamen die Ermittler dem 21-jährigen Mann aus Geseke auf die Spur“, teilte am frühen Nachmittag die Dortmunder Polizeispressestelle mit. „Er soll am heutigen Donnerstag einem Haftrichter am Amtsgericht vorgeführt werden.“ Ziel  ist Untersuchungshaft wegen schwerer räuberischer Erpressung und versuchtem Mord.

Hier die Pressemitteilung:

Der in Russland geborene deutsche Staatsangehörige steht im Verdacht, einen Autohersteller erpresst und eine hohe Geldsumme gefordert zu haben. Zudem wird er verdächtigt, in diesem Zusammenhang mehrmals Betonplatten bzw. Steine auf die Fahrbahn von Autobahnen und Landstraßen geworfen zu haben.

Sein erster Erpresserbrief war nach einer Tat am 28. April auf der A 44 eingegangen. Bei dem nächtlichen Wurf einer Betonplatte war eine 25-jährige Autofahrerin glücklicherweise nicht verletzt worden, als die Platte in ihr Auto einschlug.

Weitere Taten ereigneten sich in der Nacht zum 4. Mai auf der L 776 und in der Nacht zum 5. Mai auf der A 33. In beiden Fällen wurden Gegenstände auf die Fahrbahn geworfen, allerdings weder Fahrzeuge getroffen noch Menschen verletzt.

Die Ermittlungsbehörden haben die Erpressung von Anfang an ernst genommen und die Ermittlungen im Rahmen eines verdeckten Großeinsatzes geführt. Neben intensiven und komplexen technischen Ermittlungen stand dabei auch der Schutz der Bevölkerung im Vordergrund. Mit einem hohen Personalaufwand fahndete die Polizei im Bereich Ostwestfalen nach dem Täter und hatte dabei besonders Straßenüberführungen als potenzielle weitere Tatorte im Fokus. Eingebunden waren dabei sowohl zivile als auch uniformierte Kräfte sowie unter anderem auch ein Polizeihubschrauber, Diensthunde und Kräfte der Bereitschaftspolizei.

Die Ermittlungen führten schließlich zur Wohnanschrift des Mannes in Geseke. Dieser wurde mit Unterstützung von Spezialeinheiten festgenommen. Bei Eintreffen der Beamten verletzte sich der 21-Jährige selbst. Er wurde sofort zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht, wurde jedoch anschließend dem Polizeigewahrsam zugeführt.

Ziel der heutigen richterlichen Vorführung ist das Erwirken eines Haftbefehls wegen schwerer räuberischer Erpressung und versuchten Mordes.

Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft – auch zum Motiv und den Hintergründen der Tat – dauern weiterhin an. Geprüft wird auch, ob der 21-Jährige für weitere Erpressungstaten in Betracht kommt.

Der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange äußerte sich erleichtert über den Ermittlungserfolg: „Wir haben rund um die Uhr alle Register gezogen, um den Täter dingfest zu machen. Aufgrund der Taten mussten wir den Erpresser sehr ernst nehmen. Daher galt es, alle uns zur Verfügung stehenden gesetzlichen und technischen Ermittlungsmöglichkeiten auszuschöpfen – darunter die offenen Maßnahmen wie die strategische Fahndung, aber auch eine Vielzahl von verdeckten Maßnahmen. Mein Dank gilt dem gesamten Ermittlerteam der Polizei Dortmund sowie allen Behörden und Dienststellen, die mit guter und engagierter Zusammenarbeit zu dem Ermittlungserfolg beigetragen haben.“

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