Ministerin Scharrenbach: Auch Vermieter schützen – Ladenmieterin aus Kamen dankt kulanter Vermieterin

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Seit fast 4 Wochen nun sind die meisten Geschäfte in NRW geschlossen, die Einnahmen bei Null, die Mieten laufen jedoch weiter. Die durch die Regierung eröffnete Möglichkeit, bei coronabedingten Ausfällen die Miete zu stunden (maximal bis Juli, verzinste Rückzahlung), sorgte bereits für heftige Diskussionen.

Für freiwilliges Entgegenkommen sind derzeit alle Geschäftsleute in gemieteten Räumen nur zu dankbar – und es gibt dieses Entgegenkommen: So dankt eine Ladeninhaberin aus Kamen ihrer Vermieterin in folgendem öffentlichen Facebookpost: 

„Gerade in dieser Zeit sind viele auf Entgegenkommen und Unterstützung angewiesen…
Es rettet nicht vor der momentanen Zukunftsangst und den Sorgen um unsere Wirtschaft. ABER es zeigt, dass Solidarität, Für- und Miteinander keine Fremdwörter sind. Danke sage ich meiner Vermieterin,, die mir aus freien Stücken einen neuen Mietvertrag angeboten hat,
mit einer Mietminderung von fast 300 Euro im Monat bis zum Ende des Jahres.
Das rettet mich nicht… und macht mich nicht reicher… ABER es rührt mich und macht mich dankbar. Ich hoffe, dass viele gewerbliche Vermieter so entgegenkommend sein werden, denn nur so ist unser Überleben möglich und natürlich mit Eurer Unterstützung weiterhin.

Danke!“

Währenddessen fordert NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach, die ebenfalls aus Kamen kommt, ein „Sicher-Wohnen-Schutzpaket“: Denn nicht nur Mieter, auch Vermieter bekämen immer größere Probleme.

„Jetzt sind gemeinschaftliche Ansätze gefragt – nicht das Ausspielen gesellschaftlicher Gruppen“, unterstreicht Scharrenbach.

„Aktuell erreichen mich zahlreiche Anfragen besorgter Vermieterinnen und Vermieter, die infolge von Mietzahlungsfällen die Rechnungen von Strom- und Wasserversorgern nicht bezahlen können.

Die Landesregierung NRW hat dafür Sorge getragen, dass das Wohngeld in unserem Land zum einen digital beantragt werden kann und zum anderen zügig bewilligt werden soll. Hierfür danke ich den kommunalen Behörden ausdrücklich. Dieses Vorgehen hilft Mieterinnen und Mietern und zugleich den Vermietern.“

So appellieren die Wohnungswirtschaftsverbände an ihre Mitglieder, bis auf weiteres auf Mieterhöhungen zu verzichten und überall dort, wo es nötig ist, unbürokratisch Ratenzahlungen oder Stundung der Mietzahlungen zu ermöglichen

Der Landesverband Haus & Grund Rheinland Westfalen unterstreicht hingegen das Problem auch für Vermieter:

„Grundsätzlich wäre es sinnvoll, auf Direktzahlung staatlicher Mietunterstützungen an den Vermieter umzustellen, um wirtschaftliche Probleme beim Vermieter zu vermeiden.

Die privaten Vermieter und ihre Mieterinnen und Mieter dürfen mit den finanziellen Folgen der Corona-Situation nicht alleine gelassen werden. Gerade die vielen privaten Kleinvermieter haben meist keine Rücklagen, um längere Mietausfälle zu verkraften, bei vielen von ihnen sind die Mieteinnahmen oft die notwendige Rente. Fast 40 Prozent der privaten Vermieter sind 60 Jahre und älter. Private Vermieter, die Mietausfälle finanziell stemmen können, bieten trotzdem schon heute Mietminderungen oder Stundungen an, um gute Mietverhältnisse auch in Zukunft fortsetzen zu können.“

Hintergrund

  • Der VdW Rheinland Westfalen ist Verband der kommunalen und öffentlichen, genossenschaftlichen, kirchlichen sowie industrieverbundenen und privaten Wohnungswirtschaft mit 480 ehemals gemeinnützigen Wohnungsunternehmen und -genossenschaften in Nordrhein-Westfalen sowie im nördlichen Rheinland-Pfalz. Die Verbandsmitglieder bewirtschaften mehr als 1,2 Millionen Wohnungen in Nordrhein-Westfalen, darunter auch heute noch mehr als die Hälfte mietpreisgebunden, jeder vierte Haushalt wohnt und lebt in diesen Wohnungsbeständen. 2020 werden die Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften mehr als 2,5 Milliarden Euro in den bezahlbaren Wohnungsneubau sowie in die energetische sowie generationengerechte Modernisierung ihrer Wohnungsbestände investieren.
  • Der BFW Landesverband Nordrhein-Westfalen ist der Verband der mittelständischen Immobilienwirtschaft in Nordrhein-Westfalen und Mitglied im Spitzenverband BFW Verband der freien Immobilien- und Wohnungswirtschaft. Die Mitgliedsunternehmen stehen für 50 Prozent des Wohnungs- und 30 Prozent des Gewerbeneubaus und sind die Hauptantriebskraft des Städtebaus. Sie prägen damit entscheidend die derzeitigen und die zukünftigen Lebens- und Arbeitsbedingungen in Nordrhein-Westfalen. Der Verband vertritt die Interessen von rund 250 Mitgliedsunternehmen.
  • Haus & Grund Rheinland Westfalen vertritt die Interessen von über 108.000 Haus- und Wohnungseigentümern, Vermietern sowie Kauf- und Bauwilligen gegenüber Politik, Gesellschaft und Medien. Die Haus & Grund-Mitglieder bieten als private Vermieter mehr als eine Million Mietwohnungen in Nordrhein-Westfalen an.

Quelle: Landesportal NRW

 

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