Deutschlandweit sind für den kommenden Samstag, 31. Oktober – an Halloween – Demonstrationen der „Gen Z“ angekündigt. Ein überregionales Bündnis ruft in mehr als 20 deutschen Städten zu Protestmärschen und Kundgebungen auf. Sie stehen unter dem Motto „Gen Z steht auf“ oder „Gen Z regelt das“.
Die Hauptthemen der Kundgebungen sind:
- – Bildung: Marode Schulen, Mangel an Lehrkräften und fehlende Zukunftsperspektiven
- – Wehrdienst: Gegen die Wiedereinführung von Wehrpflicht- oder Wehrdienstmodellen
- – Soziales und Finanzen: Gegen Kürzungspläne, hohe Mieten und steigende Lebenshaltungskosten
- – Demokratie: Zeichen gegen einen Rechtsruck und für den Schutz von Grundrechten
- – Klimaschutz: Forderung nach konsequenterem Handeln gegen den Klimawandel.
Die Polizei Dortmund hat die Lage wachsam im Blick. Sie erklärt:
„Die Polizei Dortmund beobachtet die Gesamtsituation und die damit verbundenen Entwicklungen seit Tagen aufmerksam und bereitet sich für Dortmund und Lünen selbstverständlich gewissenhaft auf diesen Tag und die möglicherweise daraus resultierenden Einsatzanlässe intensiv vor.
Mit Stand von heute (27. Oktober, 8:40 Uhr) liegt der Polizei für Lünen und Dortmund keine Versammlungsanzeige im Zusammenhang mit dem angekündigten „Gen Z“-Protest vor.
Unabhängig davon verfolgt und bewertet die Polizei die Mobilisierungsaufrufe, insbesondere in den sozialen Netzwerken, fortlaufend und steht dazu im engen Austausch mit den Sicherheitsbehörden des Landes und der Stadt Dortmund. Klar ist, dass die Polizei Dortmund die Versammlungsfreiheit umfassend schützt.
Friedlich für die eigenen und auch fremde Anliegen auf die Straße zu gehen, seine Meinung öffentlich zu äußern und zu protestieren, ist ein verfassungsrechtlich garantiertes Freiheitsrecht. Dies gilt selbstverständlich auch für junge Menschen, und die Polizei Dortmund schützt dieses Recht.
Ebenso klar ist aber auch: Wer Versammlungen – wie zuletzt geschehen in Frankreich – für Gewalt im öffentlichen Raum missbraucht oder aber nun die Kulisse von Halloween nutzt, um Gewalt auszuüben und öffentliches oder privates Eigentum zu beschädigen, steht einer Polizei gegenüber, die konsequent einschreitet, um genau dies zu unterbinden und die daraus resultierenden Straftaten konsequent zu verfolgen.„
Das will Gen Z
Auf der Website „Gen Z steht auf“ erläutert die Initiative ihre Beweggründe:
„Wir sind junge Menschen, die nicht länger zusehen wollen, wie über unsere Zukunft entschieden wird, ohne dass wir gehört werden. Am 31. Oktober gehen wir in 23 Städten gleichzeitig auf die Straße:
für Bildung, Gesundheit, Klimaschutz und ein bezahlbares Leben, gegen die Wehrpflicht und gegen einen Sparkurs auf unserem Rücken.
Positionspapier – Gen Z regelt!
Bundesweiter Protest der Generation Z am 31. Oktober 2026

Wer wir sind
Am 31. Oktober gehen wir als Generation Z in ganz Deutschland auf die Straße –
und wir laden euch ein, uns dabei zu unterstützen. Wir sind junge Menschen, die
nicht länger zusehen wollen, wie über unsere Zukunft entschieden wird, ohne dass
wir gehört werden.
In Frankreich, Belgien und Spanien protestieren Jugendliche bereits. Der Funke ist
nach Deutschland übergesprungen: Erste Solidaritätsaktionen mit den
Schüler:innenprotesten in Frankreich haben schon stattgefunden.
Was uns bewegt
Wohin wir auch schauen, sehen wir Krisen und kaum eine Perspektive für uns:
- Kaputte Schulen und Sparkurs: Gespart wird bei Bildung, Sozialem, Kultur und
Gesundheit. Suchtkliniken für Jugendliche schließen, Psychotherapie ist für viele
kaum noch erreichbar. - Steigende Lebenshaltungskosten: Preissteigerungen, hohe Steuern und
Armut belasten viele Menschen im Alltag – ihre Sorgen bekommen zu wenig
Aufmerksamkeit. - Ungerechte Lastenverteilung: Die Kürzungen gehen auf unseren Rücken,
während Großunternehmen weiter profitieren und Milliarden in Aufrüstung
fließen. - Wehrpflicht und Musterung: Wir sollen für Kriege ausgebildet werden, über
die wir nie mitentschieden haben. - Mehr Überwachung: Der Überwachungsapparat wird immer weiter ausgebaut.
- Fachkräftemangel: Er verschärft die Probleme in Schulen, Pflege und
Gesundheitsversorgung.
Wofür wir stehen
1 Überparteilich und gemeinsam: An diesem Tag stellen wir politische
Differenzen zurück und stehen gemeinsam für die Menschen ein, nicht für eine
Partei. Unsere gemeinsamen Probleme sind wichtiger als das, was uns trennt.
2 Kritik an der politischen Führung: Wir kritisieren Entscheidungen der Politik,
egal welche Partei dahintersteht. Viele Kräfte stellen sich als einzige Lösung dar,
obwohl ihre Politik unsere Zukunft gefährdet. Keine Partei steht über den Sorgen
der Bevölkerung.
3 Einheit statt Spaltung: Wir stehen für alle Menschen – unabhängig von
Herkunft, Hautfarbe, Religion oder politischer Meinung. Wir wollen
zusammenbringen, statt uns gegeneinander aufbringen zu lassen.
4 Eine Stimme für die Jugend: Wir Jugendlichen werden vernachlässigt und
ignoriert. Das wollen wir ändern.
Was wir wollen
Wir fordern eine Politik, die in Bildung, soziale Sicherheit, Gesundheit und
bezahlbares Leben investiert – statt bei der jungen Generation zu sparen. Wir wollen
mitbestimmen, wenn über unsere Zukunft entschieden wird.
Der 31.10. ist erst der Anfang. Dauerhafte Probleme brauchen mehr als einen
Protesttag. Wir wollen langfristig etwas verändern und auch danach weitermachen.
Unser Aufruf an euch
Wir suchen Organisationen, Vereine und Initiativen, die unsere Anliegen teilen.
Unterstützt uns, indem ihr den Protest am 31. Oktober bekannt macht, mit euren
Mitgliedern teilnehmt oder uns mit Erfahrung und Ressourcen helft. Gemeinsam
zeigen wir: Ohne uns läuft die Zukunft nicht!“
































