Im Vorbeiradeln Müll entsorgen: CDU möchte „fahrradgerechte Mülleimer“ für Unna – Drei würden fast 8000 € kosten

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Foto: c/o Stadt Unna, Ratsinformationssystem

Im Vorbeiradeln Müll entsorgen statt extra anhalten und absteigen zu müssen.

Diesen Service möchte die CDU-Fraktion Unna den hiesigen Radfahrern angedeihen lassen und hat Mitte Juli einen entsprechenden Antrag gestellt, der nächste Woche im Fachausschuss beraten wird. (Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Grünflächen – 22.09.2026 – 17:00 Uhr)

Die Stadtverwaltung soll demnach prüfen, ob und in welchem Umfang an stark frequentierten Radwegstrecken wie im Kurpark „fahrradgerechte Mülleimer“ aufgestellt werden können. Zudem soll sie geeignete Standorte und passende Modelle ermitteln.

Als Entscheidungsgrundlage soll eine Kostenschätzung für die Anschaffung, Aufstellung (gegebenenfalls einschließlich baulicher Maßnahmen) sowie die laufende Pflege und Leerung für exemplarisch zwei bis drei Standorte vorgelegt werden.

Die (CDU-geführte) Stadtverwaltung spart in ihrer Vorlage für den Fachausschuss am 22. September nicht mit kritischen Worten.

Stellungnahme der Verwaltung:

Im Kurpark steht bereits ein engmaschiges Netz an Abfallbehältern zur Verfügung. Insgesamt sind dort rund 60 Papierkörbe installiert. Diese befinden sich an den Hauptwegen, sowie an den Aufenthaltsbereichen und gewährleisten eine flächendeckende Möglichkeit zur Abfallentsorgung.

Darüber hinaus sind die an den Laternen befestigten Papierkörbe in „Fahrradhöhe“ angebracht. Die Papierkörbe sind im Kurpark so positioniert, dass sie auch von Radfahrern gut erreichbar sind, während andere in einer niedrigeren Höhe insbesondere für Kinder ausgelegt sind. Damit wird bereits heute den unterschiedlichen Nutzergruppen Rechnung getragen.

Der Kurparkkümmerer Michael Witthueser teilt zudem die Einschätzung nicht, dass die Aufstellung spezieller, ohne Absteigen nutzbarer Fahrrad-Mülleimer zu einer spürbaren Verbesserung der Sauberkeit im Kurpark führen würde.

„Aus seiner Sicht liegt das Problem nicht in einem Mangel an Entsorgungsmöglichkeiten, sondern vielmehr in deren Nutzung. Wer Abfälle ordnungsgemäß entsorgen möchte, findet im gesamten Kurpark ausreichend vorhandene Papierkörbe vor.“

Hinzu kommt, dass die Nutzung eines speziell für die Entsorgung während der Fahrt konzipierten Abfallbehälters auch unter dem Gesichtspunkt der Verkehrssicherheit kritisch zu bewerten ist. Das einhändige Fahren zur Entsorgung von Abfällen kann insbesondere auf stärker frequentierten Wegen zu vermeidbaren Gefahrensituationen und Unfällen führen.

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei den Wegen im Kurpark um Fußwege handelt, auf denen das Fahrradfahren lediglich freigegeben ist.

„Von Fahrradfahrern wird daher eine angepasste Geschwindigkeit verlangt. Auch insofern ist ein kurzes Absteigen zur Benutzung der zahlreichen vorhandenen Papierkörbe ohne weiteres zumutbar.“

An den Spielplätzen im Kurpark wurden in jüngster Zeit neue Fahrradabstellanlagen errichtet. In deren unmittelbarer Nähe befinden sich ebenfalls Abfallbehälter, sodass Radfahrende ihr Fahrrad problemlos abstellen und Abfälle sicher entsorgen können.

Zusammenfassend kommt der Kurparkkümmerer zu dem Ergebnis, dass im Kurpark bereits eine ausreichende Anzahl an Papierkörben vorhanden ist und keine Notwendigkeit für die Installation zusätzlicher fahrradgerechter Abfallbehälter besteht. Vorrangig sollte darauf hingewirkt werden, die vorhandenen Entsorgungsmöglichkeiten konsequent zu nutzen.

Als Teststrecke für ca. 3-4 radfahrergerechte Mülleimer könnte die Königsborner Straße herangezogen werden. Bei der Königsborner Straße handelt es sich um eine ausgebaute und beschilderte Fahrradstraße, die entsprechend stark durch Radfahrer frequentiert wird, auch wenn hier keine übermäßige Vermüllung bekannt ist.

Das Amt für Mobilität und Tiefbau hat sich bei der Modellwahl an der für Radfahrende immer wieder zitierten Musterstadt Kopenhagen orientiert und Kosten für das Modell KALI-Wurfmülleimer (s. Abbildung) ermittelt. Bei einer Abnahme von 10 Stück Mülleimern dieser Sorte läge der Stückpreis bei 995,00 € netto zzgl. Frachtkosten i. H. v. 690,00 €. Bei einer Bestellung von lediglich drei Stück wird der Einheitspreis steigen und die Frachtkosten werden gleich hoch bleiben, so dass umgerechnet ein Mindest-Einheitspreis (bei einer Bestellung von 10 Stück) von (995,00 € + 69,00 € = ) 1.064 € zzgl. Umsatzsteuer = 1.266,16 €/Stk. entstünde. Die Lieferzeit wird momentan mit ca. 8 Wochen angegeben. Hinzu kämen die Kosten für den Einbau inklusive Fundamentierung, die gemäß Angebot 720,49€/Stk. betragen.

Die jährlichen Unterhaltungskosten für die Leerung der Mülleimer werden auf ca. 1.700 € geschätzt.

Für die Ausstattung einer Teststrecke mit drei radfahrgerechten Mülleimern würden insgesamt folglich Kosten von min. 7.659,95 € entstehen.

Sollte eine solche Erprobung gewünscht sein, wäre die Einstellung entsprechender Haushaltsmittel für die Haushaltsplanung 2027 zu beantragen bzw. zu beschließen.

  • Anm. d. Red.: Die Stadt Unna hat zum 9. 9. eine Haushaltssperre bekommen.

11 KOMMENTARE

  1. Mülleimer für Radfahrer!!!!!!!!!
    Und dann wundert man sich in der CDU, dass die keiner mehr wählt.
    Ich habe gedacht, Unna hat kein Geld, und dann diese Schwachsinnige Idee?
    Wenn ich als Radfahrer Dinge mit mir führe, welche Müll verursachen, dann kann ich den so entstandenen Müll auch so lange mitnehmen, bis ich einen Mülleimer erreiche.
    Anders als bei der Tour de France, kann ich als Radfahrer dann ja mal kurz stehen bleiben und die ganzen Mülleimer im Kurpark kennen lernen.
    Das ist dochsicher eine Idee von den Grünen, bei der der Produzent dieser Wurfmülleimer, Parteimitglied ist und die CDU darf dann mal ausprobieren, wie unnütz das ist.
    Wenn die Dinger angeschaft werden, fordere ich Wurfmülleimer für Fußgänger, E-Scooterfahrer und Autofahrer. Auf dem Verkehrsring haben wir zu wenige Mülleimer, hier würde es ja noch sinn machen, damit der Müll nicht aus dem Fenster geworfen wird.
    Man hat doch hin und wieder das Bedürfniss, die Handlungsfähigkeiten unserer Rathaus- Regierung zu überprüfen.
    Gebt das Geld lieber für die Beleuchtung des Radringes frei, damit in der FuZO wieder eine Radfahr und E-Scooter verbot dauerhaft eingerichtet wird.
    Wir könnten auch noch einen neuen Park in Unna gebrauchen, dann sind wir irgendwann vielleicht ein Luftkurort.

  2. Ich glaube, der übermäßig warme Sommer hat bei einigen Ratsmitgliedern das Gehirn austrocknen lassen. Die Stadt Unna hat kein Geld in der Kasse und will für Blödsinn Geld aus dem Fenster werfen. Man kann in der CDU Unna schon erkennen, dass ein klar denkender Teil der Ratsmitglieder sich nicht mehr hat aufstellen lassen. Diese klaren Vorstellungen fehlen zum Nachteil von Unna.

  3. Na endlich! Unna löst eines der drängendsten Probleme unserer Zeit: Radfahrer müssen beim Müllwegwerfen tatsächlich anhalten.
    Unzumutbar!

    Im Kurpark stehen bereits rund 60 Mülleimer. Aber diese verlangen etwas völlig Absurdes: Man muss tatsächlich kurz bremsen, anhalten und den Müll sogar auch noch selbstständig hineinwerfen. Drei besonders fahrradgerechte Exemplare sollen diesem Skandal nun ein Ende bereiten. Kosten: fast 8.000 Euro.

    Für drei(!) Mülleimer.

    Während Unna einen engen Haushalt hat und überall sparen muss, wird Geld offenbar großzügig für kommunale Luxusprobleme verteilt. Hauptsache, niemand muss für weniger als zehn Sekunden die Füße auf den Boden stellen.

    Fehlt eigentlich nur noch das nächste Klima Projekt oder ein weiterer Piko-Park.
    Vielleicht kombiniert man beides gleich mit einem solarbetriebenen Mülleimer, der per App meldet, wenn ein Radfahrer in den 15 Meter Umkreis des Mülleimers kommt, damit dieser auch noch rechtzeitig seinen zusätzlichen Müll aus dem Rucksack holen und den Abwurf vorbereiten kann?!

    Und sowas ausgerechnet unter Beteiligung der CDU, die doch so gerne von Vernunft und solidem Umgang mit Steuergeld spricht.
    Früher hieß die Frage: „Brauchen wir das wirklich?“
    Heute offenbar: „Wie verkaufen wir es als Fortschritt?“

    Unna hat wahrlich andere Probleme. Aber immerhin ist eines jetzt geklärt:
    Der Bürger soll sparen.
    Die Stadt soll sparen.
    Nur der Radfahrer muss künftig nicht mehr daran sparen, was ihm am meisten fehlt:
    diesen einen kurzen Moment zum Anhalten.

  4. Nun, wenn jetzt wegen der Haushaltsperre diese Fahrradmülleimer nicht angebracht werden können und der Radfahrermüll dann im Kurpark überhand nimmt, kann man letzteren ja einfach für Fahrräder sperren.
    Ja, ist blöde für die überwiegende Mehrheit der Radfahrer, die dort keinen Müll produzieren, oder ihn in die vorhandenen Abfallbehälter werfen oder wieder mitnehmen, aber immerhin: Das wäre quasi umsonst und so ist es ja auch sonst oft, daß wegen dem Fehlverhalten einiger dann alle unter den Maßnahmen leiden müssen. Kräht sonst auch kein Hahn nach.
    Aber schön, daß die Stadt offenbar keine wichtigeren Probleme hat!

  5. Transparenz
    Der Internationale Wirtschaftssenat e.V. fordert Drogentests:
    „Der Internationale Wirtschaftssenat fordert regelmäßige und unabhängige Drogentests für Politiker und andere Personen in besonders verantwortungsvollen staatlichen Führungspositionen. Begründet wird der Vorstoß damit, dass Drogen- oder Alkoholmissbrauch die Urteils- und Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigen könne.“
    Quelle:““https://x.com/NewsFokus/status/2099826439293964692″“ und weitere auf Anfrage

    Für das Aufstellen von radfahrergerechten Mülltonnen bin ich nur dann, Mülltonnenkorbwerfen für Radfahrer als Olympische Disziplin eingeführt wird…

  6. Respekt, ist denn schon wieder 1. April? Wie kommt der Radfahrer beim Fahren zu Müll? Der soll gefälligst die Finger am Lenkrad lassen und erforderlichenfalls absteigen. Was für ein Unsinn?! Passt gut zur Haushaltssperre!!

  7. Mülleimer sollten so konstruiert sein, daß sie unzugänglich für Vögel insbesondere Krähen sind. Außerdem sollte nicht bei jeden Windstoß alles wieder rausfliegen. Das sieht mir nicht so danach aus. Daher wieder eine total sinnlose Steuerverschwendung eines gelangweilten Politikers.

  8. Für so etwas ist Geld da? Unglaublich. Wenn zuviel Müll im Kurpark liegen bleibt einfach die Fahrräder aussperren!!!! Ganz einfach und unglaublich kostengünstig

  9. Nachtrag : Das haben die doch, auf dem Stadtfest, zu fortgeschrittener Stunde, an der Bierbude entwickelt.
    Aus diesem Grund hat die CDU auch die beeindruckenden Wahlergebnisse eingefahren.

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