Der fünfarmige Kreisverkehr am Kreishaus Unna wird ungeachtet der fortlaufenden Nachbesserungsversuche für mehr Sicherheit nicht sicherer. Im Gegenteil.
Die Unfallkommission des Kreises hat den sog. „Kreishauskreisel“ nicht nur erneut als „Unfallhäufungsstelle für Radfahrer/Fußgänger“ identifiziert, sondern nun auch in der alarmierenden Häufungskategorie „Schwerverletzte Personen“ gelistet.
Am 18. Juni befassten sich die Mitglieder der Unfallkommission unter Vorsitz des Kreises mit jenen Straßenstellen und Kreuzungen, die die Kreispolizeibehörde bis zum 31. März dieses Jahres als „Unfallhäufungsstellen“ 2026 identifiziert hatte.
Alarmierend stach hier schon wieder der ehemals zweispurige Kreishauskreisel hervor, in den gleich vier Hauptverkehrsstraßen und eine Fahrradstraße münden: Friedrich-Ebert-Straße, Hansastraße, Kantstraße, Viktoriastraße und Platanenallee.
Buchstäblich seit Jahrzehnten wird an diesem Fünfer-Straßenzusammentreffen herumgedoktert.
Als diese multiple Straßenzusammenführung seinerzeit von einer Kreuzung zum Kreisverkehr umgestaltet wurde, verliefen die Ein- und Ausfahrten zunächst zweispurig. Zugleich war das Innere des Kreisverkehrs aber zu klein für zweispurige Verkehrsführung.
Hieß, man fuhr auf zwei Spuren ein und musste sich beim Kreiseln und Ausfahren auf einer Spur arrangieren. Das klappte gänzlich gar nicht, es krachte am laufenden Band.
In einer Probephase wurden die Ein- und Ausfahrten dann auf Einspurigkeit verengt, was ein Jahr später zum Dauerzustand erhoben wurde.


Unfälle gab es allerdings weiterhin, meist jetzt auf den Fußgänger- und Radlerüberwegen, die den Kreisverkehr säumen.
Also beschloss der Stadtrat vor einigen Jahren ein vermutlich landesweites Novum: eine Ampel am Kreisverkehr. Diese stoppt seither den ein- und auskreiselnden Verkehr auf der Viktoriastraße in Höhe Netto, wenn die Bedarfsampel für Fußgänger und Radfahrer Grün zeigt.


Als vorläufig letzter Versuch, die Sicherheit am Dauerproblemkreisel zu erhöhen, wurde 2024 die Gegenläufigkeit des Radwegs aufgehoben – Radler dürfen seither nur in einer Richtung um den Kreisel fahren.


Dennoch wurde der Kreishauskreisel jetzt auch in der Kategorie „Schwerverletzte Personen“ in der 3-Jahreskarte 24-26 identifiziert, teilt der Kreis mit.
Was die Unfallkommission mit diesen Informationen anfängt, ist noch offen. Ihr obliegt es, regelmäßig darüber zu beraten, wie Unfallhäufungsstellen – vor allem immer wiederkehrende – langfristig entschärft werden könnten.
Beim Kreishauskreisel scheinen inzwischen alle realistischen Möglichkeiten ausgeschöpft. Immer öfter wurden schon Rufe laut: „Macht das Ding wieder zur Kreuzung.“
Neben dem berüchtigten Unnaer Großkreisel fanden sich noch 6 weitere wiederholte Unfallbrennpunkte auf der Liste der Unfallkommission wieder. An den folgenden Stellen krachte es sowohl 2025 als auch schon 2024 besonders häufig und/oder schwer:
- Selm, Kreisstraße B236, Neue Werner Straße
- Selm, Kreisstraße B236, Beifanger Weg, Landsbergstraße
- Selm, Kreisstraße B236, Botzlarstraße
- Werne, Konrad-Adenauer-Platz, Stadthaus
- Werne, Bahnhofstraße, Fürstenhof
Außerdem wurde noch eine Nachmeldung aus dem 4. Quartal 2025 beraten:
Kamen-Methler, Wasserkurler Straße L 821, Massener Str. L 821, Afferder Str. K 39.
Für das Kalenderjahr 2025 gibt es insgesamt 33 Unfallhäufungsstellen im Kreis Unna (außer Lünen) zu vermelden: Allein 12 entfallen auf die Kreisstadt, 6 auf Selm, 5 auf Kamen. Bönen ist mit 3 Unfallbrennpunkten dabei, Bergkamen mit 2 und Schwerte mit einer – lediglich Fröndenberg glänzt mit keiner einzigen Unfallhäufungsstelle.
Bei der Nachbetrachtung der 2024er-Unfallhäufungsstellen wurde erfreulicherweise festgestellt, dass 20 von 32 Örtlichkeiten durch getroffene Maßnahmen sicherer geworden und keine Unfallhäufungsstellen mehr sind. Dies entspricht einem Prozentsatz von 62,50 %.
Die übrigen 12 Stellen wurden im Jahr 2025 bereits wieder erneut beraten oder kamen nun über die Nachbetrachtung erneut hinzu.
Quellen: PM Kreis Unna, eigene Berichterstattungen (Archiv)
































