CSD Lünen verliert staatliche Förderung – Spendenaufruf soll 1800 Euro einbringen

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Regenbogenfahne - Symbolbild, Quelle Pixabay

Der Christopher Street Day (CSD) Lünen verliert die staatliche Förderung durch „Demokratie Leben!“. Die Veranstaltung muss daher privat von den Organisatoren finanziert werden.

Mitorganisator Julius Neumann aus Lünen hat deshalb einen Spendenaufruf gestartet, um die notwendigen ca. 1800 Euro zusammenzubekommen.

In dem Aufruf auf der Plattform GoFundMe heißt es:

„Hallo, mein Name ist Julius und ich bin Teil des Planungsteams des CSD Lünen. Leider wurde uns die Förderung durch Demokratie Leben! beendet, sodass wir den CSD nun aus eigenen Mitteln finanzieren müssen. Deshalb bitte ich herzlich um eine kleine Spende!“

Grafik c/o GoFundMe

Zum Spendenaufruf geht es HIER lang.

Bei „Demokratie leben“ handelt es sich um ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). Es wurde 2014 durch die damalige Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) ins Leben gerufen und soll Projekte finanziell unterstützen, die die Demokratie stärken. Seit 2025 ist „Demokratie leben“ zudem auch Teil der Strategie des Bundes gegen Extremismus.

Das Ministerium schreibt zu dem Programm auf seiner Website, dass es „zahlreiche Initiativen, Vereine und engagierte Menschen, die sich für ein vielfältiges und demokratisches Miteinander einsetzen“ fördere. Dazu gehören z. B. Kommunen und Landkreise im Rahmen von „Demokratiepartnerschaften“, aber auch verschiedene Projekte der Bildungsstätte Anne Frank, der Konrad-Adenauer-Stiftung, von Correctiv, der Charité, des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) oder der AWO.

Das Programm fördert Projekte zur Prävention von Extremismus, zur Stärkung marginalisierter Gruppen und Aussteigerprogramme.

Das Familienministerium trage damit „zur Stärkung der Demokratie und zu einem friedlichen, respektvollen Umgang bei, fördert Teilhabe und ermöglicht die Arbeit gegen jede Form von Demokratiefeindlichkeit“, heißt es auf der Website des Ministeriums.

Warum soll das Programm neu aufgestellt werden?

Aus der Union kam immer wieder die Kritik, dass das Programm zu einseitig fördere, auch von Ministerin Karin Prien (CDU). Diese hatte nach ihrem Amtsantritt angekündigt, das Programm zwar fortzuführen, aber umzubauen und künftig Projekte gegen Islamismus, Antisemitismus, Linksextremismus und Hass im Internet stärker zu fördern.

Dafür sollen mehr als 200 andere Projekte, die bisher gefördert werden, ab dem kommenden Jahr keine Fördergelder mehr erhalten. Denn, so argumentiert Prien: Sie verfehlen ihre Programmziele.

Die Ministerin sagte verschiedenen Medien gegenüber, dass die bisher von „Demokratie leben“ geförderten Projekte die „Mitte der Gesellschaft“ nicht ausreichend erreichen. Daher will sie in Zukunft weniger Projekte von zivilgesellschaftlichen Initiativen und dafür verstärkt Projekte von Schulen, Sportvereinen oder Bibliotheken fördern.

„Es ist der Eindruck entstanden, dass das Programm eine Ausrichtung hat, die eher in das linksliberale Milieu hineinreicht. Ich will das Programm aber breit in der Mitte der Gesellschaft aufstellen.“

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