Sichtbare Schäden an Containern und Toiletten – SPD fordert zukunftsfähige Lernbedigungen für Hellweg-Realschule Massen

0
48
Aus dem Vorstellvideo der Hellweg-Realschule (Screenshot, Quelle Website HRS)

Die räumliche Situation an der Hellweg-Realschule beschäftigt die SPD-Fraktion Unna. Bei einem Besuch des Arbeitskreises Schule sei deutlich geworden, „dass insbesondere bei den Pavillon- beziehungsweise Containerbauten erheblicher Handlungsbedarf besteht“, heißt es in einer Pressemitteilung der größten Ratsfraktion.

Die Gebäude, die regulär für den Unterricht von vier Klassen genutzt werden, weisen nach Eindruck der SPD deutliche bauliche Mängel auf. So moniert sie:

„Sichtbare Feuchtigkeitsschäden, beschädigte Decken und teilweise blinde Fensterscheiben prägen das Bild. Die Pavillons stammen aus den 1960er Jahren und stoßen offenbar zunehmend an ihre Grenzen.“

Die Hellweg-Realschule sei eine wichtige Säule der Schullandschaft in Unna, betonen die Genossen. In den Anmelderunden der letzten Jahre war sie bei Eltern und Kindern zunehmend nachgefragt. „Daher müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen“, erklärt Ilka Essers, schulpolitische Sprecherin der Fraktion.

Neben dem Zustand der Unterrichtsräume sieht die SPD auch bei den in die Jahre gekommenen Toilettenanlagen Verbesserungsbedarf. Für inzwischen mehr als 750 Schülerinnen und Schüler seien die Kapazitäten nach Einschätzung des Arbeitskreises nicht mehr ausreichend. Vor allem in den Pausen komme es regelmäßig zu unangemessen langen Wartezeiten.

Die SPD-Fraktion hat deshalb eine Anfrage an die Verwaltung gestellt. Darin bittet sie unter anderem um Auskunft darüber, ob die Schäden in ihrem gesamten Ausmaß bekannt sind und ob es bereits Überlegungen für einen Ersatz der Pavillonbauten und eine Sanierung der Toilettenanlagen gibt.

Die Sozialdemokraten betonen dabei, dass sie auf eine konstruktive Lösung setzen. Das Engagement von Lehrkräften, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern verdiene gute und zeitgemäße Lernbedingungen. Ziel müsse es sein, der einzigen Realschule in Unna zukunftsfähige Lernbedingungen zu geben.

Rückblick – Es war einmal: Pläne für einen Schulneubau schon 2021 in weite Ferne gerückt

„Auf dem Müllhaufen der Stadtgeschichte“ landen, so prognostierte schon vor fünf Jahren die Fraktion „Wir für Unna“, aktuell zahlreiche zuvor ambitioniert diskutierte und geplante Projekte der Kreisstadt. Darunter: die Eissporthalle (deren Bürgerentscheid Stadt und Politik einträchtig kippten) und nicht zuletzt auch der Neubau der Hellweg-Realschule.

Die nach dem Aus der Anne-Frank-Schule einzige Realschule Unnas erfreut sich bei den Eltern nicht nur ungebrochener, sondern steigender Beliebtheit. Das ließ sich an den Anmeldezahlen schon seit 2020 eindrucksvoll ablesen. Sie kletterten und kletterten.

Das Schulgebäude an der Königsborner Straße ist sanierungsbedürftig, so stark, dass der Rat im Jahr 2019 für einen kompletten Neubau votierte. Maßgeblich forciert wurde das Realschulthema von der CDU, die inzwischen mit Dirk Wigant den Bürgermeister stellt.

Ein zunächst von der Verwaltung favorisierter neuer Schulstandort auf der ehemaligen Freizeitbadfläche in Massen wurde nach kontroversen Diskussionen verworfen – das Areal liegt mitten in der Einflugschneise des nahegelegenen Dortmunder Flughafens.

Statt dessen stellte die Verwaltung plötzlich umfassende Pläne für einen Neubau am bisherigen Standort der Hellweg-Realschule vor, welcher sukzessive während des laufenden Schulbetriebs vorgenommen werden sollte.

Erst wenn alle Klassen in das neue Gebäude umgezogen sind, soll zuletzt der Altbau abgerissen werden.

Um diese damals mit 25 Mio. Euro bezifferten Pläne (inklusive neue Sportstätte und evtl. Lehrschwimmbecken) ist es still geworden.

Auf unsere Nachfrage gab uns die Stadt zuletzt im Mai vor 5 Jahren als Sachstand wieder: Der Neubau der Hellweg-Realschule sei „nach wie vor wichtig“, aber aufgrund der großen Bauprojekte wie zum Beispiel dem Hertinger Tor oder auch der Sanierung der Eishalle in der Priorität „etwas nach hinten gerückt“. Dennoch werde der Neubau/Umbau der Hellweg-Realschule „im Hintergrund weitergeplant“.

An eine mittelfristige Realisierung glaubten die Kritiker (darunter auch die FLU) schon damals allein deshalb nicht, weil der Grundschul- und Kita-Neubau am Hertinger Tor mit der damit einhergehenden Straßenumgestaltung sämtliches Geld verschlingen würde, was Unna jetzt schon nicht (mehr) hat. Die Kostenprognose wurde zuletzt auf über 30 Millionen Euro nach oben korrigiert.

Die Schule am Hertinger Tor wurde im Sommer vergangenen Jahres eröffnet. Von einer Großsanierung oder gar einem Neubau der Hellweg-Realschule spricht niemand mehr.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here