„Baumfrevel in Unna – Appell an Bürgerinnen und Bürger“, titelt die Kreisverwaltung diese Meldung vom Dienstag, 11. Mai:
„Leider kommt es immer wieder in Unna zu Baumfrevel. Zuletzt wurden in der Dorotheenstraße zwei alte Platanen angebohrt und mutwillig beschädigt.
Das möchte die Untere Naturschutzbehörde zum Anlass nehmen, auf die Wichtigkeit von Bäumen in Städten hinzuweisen.
Bäume in der Stadt sind weit mehr als bloßes „Grünzeug“ – sie sind ein Stück Infrastruktur, das unsere Lebensqualität, unsere Gesundheit und sogar unsere Immobilienwerte direkt beeinflusst.
Wohlfahrtswirkung von Stadtbäumen
Stadtbäume verbessern nachweislich das Mikroklima, indem sie Schatten spenden, die Luft kühlen und Feinstaub sowie Schadstoffe aus der Luft filtern. Durch Verdunstung über die Blätter kann die Temperatur unter Bäumen im Sommer um mehrere Grad gegenüber baumlosen Flächen sinken, was Hitzestress reduziert und die Aufenthaltsqualität im Freien erhöht. Gleichzeitig produzieren Bäume Sauerstoff und speichern Kohlendioxid, wodurch sie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Neben den physikalischen Effekten ist die psychische Wohlfahrtswirkung erheblich: Der Blick ins Grüne, ein Spaziergang unter Bäumen oder durch eine Allee senkt Stress, verbessert die Stimmung und unterstützt die Erholung. Bäume sind damit Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge – genauso wichtig wie Spielplätze, Schulen oder ÖPNV.

Besonderer Wert von Baumalleen
Baumalleen haben in Städten eine besondere Funktion, weil sie viele Einzelwirkungen von Bäumen bündeln und räumlich erfahrbar machen. Sie strukturieren Straßenräume, bieten Orientierung im Verkehr und wirken wie „grüne Korridore“, in denen sich Menschen gerne zu Fuß oder mit dem Rad bewegen.
Entlang von Alleen entsteht eine durchgehende Schatten- und Frischluftspur, die ganze Straßenzüge spürbar abkühlt und die Aufenthaltsqualität deutlich erhöht. Zudem sind sie ein Kultur- und Naturgut, weswegen sie durch das Land unter Schutz gestellt wurden.
Alleen sind wertvolle Lebensräume und Trittsteine für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, von Vögeln über Insekten bis hin zu Fledermäusen. Sie verleihen Stadtvierteln ein unverwechselbares Gesicht und sind häufig identitätsstiftende „Wahrzeichen“ eines Ortes, mit denen sich Bürgerinnen und Bürger emotional verbinden.
Monetärer Wert eines Baumes
Die vielfältigen Leistungen eines Baumes lassen sich auch in Geld ausdrücken:
Für viele Kommunen und Fachleute gilt ein alter, gesunder Stadtbaum als Vermögenswert, dessen Gesamtwert pro Baum durchaus in den sechsstelligen Eurobereich reichen kann.
In solchen Bewertungen fließen unter anderem ein: der Beitrag zur CO₂-Speicherung, zur Energieeinsparung (weniger Kühl- und Heizbedarf), zur Luftreinhaltung, zur Lärmminderung sowie die Kosten, die ohne diesen Baum für technische Lösungen anfallen würden. Hinzu kommen Aufwendungen für Pflanzung, Pflege und Erhalt, die sich über Jahrzehnte summieren und zeigen, dass es wirtschaftlich sinnvoll ist, vorhandene Bäume zu schützen, statt sie zu fällen und später teuer zu ersetzen.
Zahlreiche Erhebungen zeigen, dass die Nähe zu Parks, Grünflächen und baumbestandenen Straßen den Wert von Wohnungen und Häusern spürbar erhöht. Menschen sind bereit, für ein Wohnumfeld mit Bäumen und gutem Stadtklima mehr zu bezahlen, weil sie dort eine höhere Lebensqualität, bessere Aufenthaltsqualität im Freien und ein attraktiveres Stadtbild erwarten. Lebendiges Grün gilt zunehmend als Standortfaktor.
Wer heute einen Baum erhält statt fällt, sichert nicht nur ökologische Funktionen, sondern stabilisiert auch den Wert des eigenen Quartiers – und damit letztlich auch seine eigene Immobilie.
Appell an Bürgerinnen und Bürger
Bäume in unseren Städten sind kostbar, verletzlich und nicht beliebig ersetzbar – ein alter Baum braucht Jahrzehnte, um seine volle Wohlfahrtswirkung zu entfalten
. Deshalb ist Baumschutz eine gemeinsame Aufgabe: von Kommunen, Politik und Planungsbüros, aber auch von jeder einzelnen Bürgerin und jedem einzelnen Bürger. Wer Baumalleen schätzt, sollte sich bei Planungen und Bauvorhaben zu Wort melden, Pflege- und Nachpflanzaktionen unterstützen und auf den sorgsamen Umgang mit Wurzeln, Stamm und Krone achten.
Durch die unter-Schutz-Stellung gehören Alleebäume uns allen. Sie sind ein öffentliches Gut.
Werden diese Bäume mutwillig durch private beschädigt, handelt es sich nicht nur um einen ökologischen Schaden, sondern auch um einen finanziellen. Für die Aufwendungen der daraus entstehenden Verkehrssicherungs-, Pflege- oder Ersatzpflicht, werden mutwillig Kosten aus öffentlichen Mitteln produziert, die an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden könnten.“





































Aber sie versperren Parkplätze. 3 Bäume weg 2 Parkplätze gewonnen.
Die ganzen Pluspunkte sehen die Vandalen nicht, nur : wo stelle ich mein Auto Hin?
Sollte DAS die Motivation sein, sind diese Vandalen dümmer, als die Polizei erlaubt. Oder glauben sie wirklich (die Vandalen), dass die Stadt dort statt eines Baumes einen Parkplatz anlegt?