Fachkräfte für Energiewende fit machen: Kreis plant Lehrfabrik für Wasserstoff und „intelligente Stromnetze“

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Foto: Kreis Unna

Wie bereitet man Fachkräfte auf die Energiewende vor?

Der Kreis Unna will diese Frage jetzt aktiv angehen. In diesem Monat startet eine 1,5-jährige Vorstudie für eine neue „Lehrfabrik“.

Das Ziel ist ein modernes Ausbildungszentrum, in dem das Arbeiten mit Wasserstoff und intelligenten Stromnetzen, sogenannten Smart Grids, praktisch erlernt werden kann.

Der Kreis erläutert:

„Die Energiewende benötigt Experten. Schätzungen zufolge fehlen in Deutschland bis zum Jahr 2030 rund 350.000 Fachkräfte, um den Umbau des Energiesystems zu bewältigen.

Allein im Bereich Wasserstoff werden jährlich zehntausende qualifizierte Mitarbeiter benötigt. Um diesen Bedarf im Kreis Unna zu decken, wird nun ein konkretes Konzept für eine praxisnahe Lehrfabrik entwickelt.“

Eine Lehrfabrik ist dabei kein gewöhnlicher Klassenraum. Hier wird unter echten Arbeitsbedingungen trainiert, ohne den laufenden Betrieb in Unternehmen zu stören. Firmen steuern Maschinen und Wissen bei, während die Teilnehmer unter realen Bedingungen lernen. Die Schwerpunkte der Planung liegen auf den chemischen und physikalischen Grundlagen von Wasserstoff sowie der Erzeugung, dem Transport und der Speicherung von grünem Wasserstoff.

Zudem soll die Steuerung moderner Stromnetze vermittelt werden. Dieses Angebot richtet sich an eine Vielzahl von Berufen, von Industriemechanikern und Elektrotechnikern bis hin zu Fachkräften aus dem Handwerk für Sanitär, Heizung und Klima oder der Gefahrenabwehr.

Die Zeus GmbH führt die 24-monatige Vorstudie durch. Dabei wird untersucht, was genau gebraucht wird, wie die Lehrinhalte aussehen müssen und wo im Kreis Unna der beste Standort für die Fabrik ist. Markus Kamann, Geschäftsführer der Zeus GmbH, betont die Bedeutung des Vorhabens:

„Mit der Konzeptionsstudie schaffen wir die Grundlage für ein Ausbildungszentrum, das industrielle Praxis, technologische Innovation und regionale Wertschöpfung systematisch verbindet. Die Lehrfabrik soll Unternehmen, Netzbetreibern und Kraftwerksstandorten im Kreis Unna eine verlässliche Qualifizierungsstruktur für die Transformation bieten.“

Auch Landrat Mario Löhr sieht das Projekt als entscheidenden strategischen Vorteil für die Region: „Die Energiewende entscheidet sich nicht nur an Infrastrukturprojekten, sondern vor allem an qualifizierten Fachkräften. Mit der Lehrfabrik Wasserstoff und Smart Grid investieren wir in die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes und stärken zugleich die Beschäftigungsperspektiven in der Region.“

Sascha Dorday, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung (WFG) Kreis Unna, ergänzt: „Die Verbindung von Wasserstofftechnologie und intelligenter Netzinfrastruktur ist konsequent. Smart Grids sind Voraussetzung für die effiziente Integration erneuerbarer Energien und für einen funktionierenden Wasserstoffhochlauf. Mit der Konzeptionsstudie prüfen wir nun strukturiert Standortoptionen, Partnerstrukturen und ein tragfähiges Betreibermodell.“

Von der Lehrfabrik sollen viele profitieren, darunter Stadtwerke, Netzbetreiber sowie die geplanten wasserstoffbetriebenen Kraftwerke in Werne und Bergkamen. Ebenso richtet sich das Angebot an Handwerksbetriebe und Dienstleister für moderne Gebäudetechnik. Die Studie schafft die Entscheidungsgrundlage für den Bau der Fabrik und eine mögliche Förderung durch das „5-StandorteProgramm“, mit dem das Land beim Strukturwandel unterstützt.

Die Vorstudie selbst wird mit Steuergeld des Landes NRW gefördert. Interessierte Unternehmen können sich bereits jetzt über die Vorstudie informieren.

Quelle Kreis Unna

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