Lärm, Dreck, sogar Angriffe – SPD sieht „dringenden Handlungsbedarf“ bei Saatkrähen in Unna und Holzwickede

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Saatkrähe, Symbolbild - Quelle Pixabay



Die SPD-Fraktion im Kreistag des Kreises Unna sieht angesichts stark wachsender Saatkrähenpopulationen in innerstädtischen Wohngebieten einen akuten politischen Handlungsbedarf.

In einem Schreiben an SPD-Abgeordnete des Landtags Nordrhein-Westfalen, des Deutschen Bundestages und des Europäischen Parlaments im Kreis Unna fordert die Fraktion gesetzgeberische Initiativen, um den zunehmenden Nutzungskonflikt zwischen Artenschutz und Lebensqualität der Menschen zu lösen.

In einer Pressemitteilung dazu erläutert die Kreis-SPD:

„In Teilen von Unna und Holzwickede leiden Anwohner seit Jahren unter massiven Beeinträchtigungen durch große Saatkrähenkolonien.

Dazu zählen erhebliche Lärmbelastungen in den frühen Morgenstunden, starke Verschmutzungen von Gehwegen, Hauseingängen, Fahrzeugen sowie Spiel- und Sportflächen durch Krähenkot und eine Müllproblematik, weil die Tiere sich inzwischen auch an Abfalleimern zu schaffen machen.

Zudem berichten Bürger von zunehmend aggressivem Verhalten der Vögel – bis hin zu einzelnen Angriffen.

Die Populationen wachsen teils um bis zu 40 Prozent pro Jahr, so die SPD.

„Die Situation verschärft sich spürbar und beeinträchtigt die Lebensqualität tausender Menschen. Besonders betroffen sind unter anderem Wohnbereiche an der Platanenallee in Unna sowie zentrale Bereiche in Holzwickede.

Der SPD-Fraktion sei bewusst, dass Saatkrähen durch europäisches und nationales Naturschutzrecht besonders geschützt sind. Gleichzeitig stoßen Kommunen bei möglichen Gegenmaßnahmen regelmäßig an die engen rechtliche Grenzen. Vor-Ort-Termine und Gespräche mit Verwaltungen hätten bislang keine wirksamen Lösungen hervorgebracht.

„Wir stellen den Arten- und Naturschutz nicht grundsätzlich infrage“, betonen Maik Luhmann, Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag (li.), und Frederik Bald, Kreistagsmitglied für Holzwickede (re.). „Aber in dicht besiedelten innerstädtischen Bereichen braucht es eine Güterabwägung, die auch die berechtigten Interessen und den Schutz der Menschen ernst nimmt.“

Da vergleichbare Probleme inzwischen in vielen Kommunen in Nordrhein-Westfalen und bundesweit auftreten, fordern Maik Luhmann und Frederik Bald einen übergreifenden politischen Prozess. Ziel müsse es sein, praktikable und rechtssichere Instrumente für den Umgang mit stark konzentrierten Beständen geschützter Arten in Konfliktgebieten zu entwickeln.

Mit Blick auf die bevorstehende Brutsaison warnen Luhmann und Bald vor weiterem Zeitverlust. Viele Betroffene hätten derzeit das Gefühl, dass sich niemand zuständig fühle. Dem müsse entschlossen entgegengewirkt werden.

Konkrete Maßnahmen gegen die Krähnen erwähnen die Genosen in ihrer Mitteilung nicht.

Quelle: PM SPD Kreis Unna

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