Region Emscher und Lippe: Wasserwirtschaftsjahr 2026 war erneut deutlich zu trocken

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Trotz eines regenreichen Oktobers ziehen die Emschergenossenschaft und der Lippeverband eine negative Bilanz für das abgelaufene Wasserwirtschaftsjahr 2026: Die Niederschlagsmengen in der Emscher-Lippe-Region lagen signifikant unter den langjährigen Mittelwerten. Nach den regenreichen Jahren 2023 und 2024 verzeichnen die Wasserwirtschaftsverbände damit zwei niederschlagsarme Jahre in Folge.

Regenreicher Oktober glättet Sommerdefizit nur leicht

Im Oktober 2026 fielen im Emscher-Gebiet im Gebietsmittel 106,0 Liter pro Quadratmeter (langjähriges Mittel: 65 Liter) und im Lippe-Gebiet 91,2 Liter pro Quadratmeter (langjähriges Mittel: 62 Liter). Den Höchstwert registrierte die Messstation am Frohnhauser Weg in Mülheim an der Ruhr mit 127,1 Litern im Monat sowie einer Tagessumme von 36,1 Litern am 7. Oktober. Den geringsten Niederschlag verzeichnete die Station am Hafenamt in Hamm mit 72,0 Litern.

Trotz dieser überdurchschnittlichen Werte schloss das gesamte Wasserwirtschaftsjahr (November 2025 bis Oktober 2026) in beiden Verbänden deutlich zu trocken ab. Neben trockenen Wintermonaten führten vor allem die Sommermonate Juni, Juli und August mit Hitzeperioden von über 38 Grad Celsius zu einem anhaltenden Defizit.

Bilanz für Emscher- und Lippe-Gebiet

  • Emscher-Gebiet: Mit insgesamt 637 Litern Niederschlag pro Quadratmeter wurden lediglich 80 Prozent des langjährigen Mittels von 799 Litern erreicht. Das Jahr 2026 belegt damit Rang 11 der trockensten Wasserwirtschaftsjahre seit 1931.
  • Lippe-Gebiet: Im Lippe-Einzugsgebiet fielen 628 Liter pro Quadratmeter, was 82 Prozent des langjährigen Mittels von 766 Litern entspricht (Rang 16 der trockensten Jahre seit 1931).

Folgen für Gewässer und Forderung nach Schwammstadt-Konzepten

Die Verbände weisen auf die Risiken hin: Anhaltendes Niedrigwasser reduziert den Sauerstoffgehalt in Flüssen und Bächen und gefährdet Wasserlebewesen. Zudem verlieren ausgetrocknete Böden die Fähigkeit, Starkregen aufzunehmen, was die Überflutungsgefahr erhöht.

Die Wasserverbände fordern daher eine konsequente Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips im Verbandsgebiet. Regenwasser müsse vor Ort versickern oder direkt in Gewässer geleitet werden, anstatt in der Kanalisation zu verschwinden. Über die Zukunftsinitiative „Klima.Werk“ setzen Emschergenossenschaft und Lippeverband entsprechende Projekte mit den Mitgliedskommunen um.

Quelle: Emschergenossenschaft und Lippeverband (Pressemitteilung vom 5. November 2026)

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