Beim letzten Durchgang kassierte die Stadt Unna mit der Note 4,11 das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte – der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) sprach von einem „massiven Absturz“.
Die Stadt Unna ruft derzeit dazu auf, am aktuellen ADFC-Fahrradklima-Test 2026 teilzunehmen. Die Befragung läuft noch bis zum 30. November 2026.
Verschlechterung seit zehn Jahren
Der ADFC benotete die Situation in Unna bereits beim vergangenen Test harsch als „nicht mal ausreichend“. Nach Ansicht der örtlichen Fahrradlobby fuhr Unna, einst als Vorzeigestadt für Radverkehr angetreten, politisch „rückwärts in die Sackgasse“.
Das vor 10 Jahren vom Rat beschlossene „Zielnetz 2025“ sei Stückwerk geblieben, zudem bemängelten Radfahrer unzureichende Ampelschaltungen, mangelnde Oberflächenqualität der Radwege sowie ein beeinträchtigtes Sicherheitsgefühl. Auch die Einzeichnung von Parkplätzen auf der Fahrradstraße am Afferder Weg stieß auf scharfe Kritik.
Entsprechend benoteten im vorigen Jahr die Unnaer Radler auch das Unnaer Angebot. Die Oberflächen der Fahrradwege, fehlende Attraktivität beim Radfahren für Alt und Jung werden besonders bemängelt, das Sicherheitsgefühl ist beeinträchtigt und die Ampelschaltungen sind aus Sicht der Radlern mangelhaft.
Der ADFC Unna erklärte seine Erwartung, „dass sich die Stadtverwaltung intensiv mit diesem Ergebnis auseinandersetzt und der neue Rat hier endlich Entscheidungen zugunsten der Fahrradfreundlichkeit trifft. Vor allem braucht es Wege, wo Radler nicht auf Gehwegen zu Konflikten mit Fußgängern abgedrängt werden.“
Die Weichenstellung sei trotz dem aufwendig erarbeiteten Mobilitätskonzept in Unnas Verwaltung nicht angekommen.



Erster Beigeordneter wirbt um Teilnahme
Trotz der deutlichen Kritik in den Vorjahren unterstützt die Verwaltung den akuellen Aufruf zur Befragung. Sandro Wiggerich (Grüne), Erster Beigeordneter der Stadt Unna und zuständig für Umwelt, Klima und Mobilität, erklärt:
„Der ADFC-Fahrradklima-Test gibt uns wichtige Hinweise darauf, wie die Menschen die Bedingungen für den Radverkehr in Unna erleben. Ich lade daher alle Radfahrer in Unna herzlich ein, sich an der Befragung zu beteiligen und ihre Erfahrungen einzubringen. Gemeinsam können wir die Fahrradfreundlichkeit unserer Stadt weiterentwickeln.“
Erstmals eigene Umfrage für Kinder und Jugendliche
Im Rahmen der diesjährigen Befragung widmet der ADFC Kindern und Jugendlichen erstmals ein eigenes Formular. Ziel ist es, die spezifischen Bedürfnisse und Sicherheitsanforderungen junger Verkehrsteilnehmer auf dem Schul- oder Freizeitweg direkt zu erfassen. Frank Masurat, Bundesvorsitzender des ADFC, betont, dass Kinder den Straßenverkehr anders wahrnehmen und den Kommunen konkrete Schwachstellen aufzeigen können.
Die Online-Befragung umfasst 27 Fragen, dauert etwa zehn Minuten und ist unter fkt.adfc.de zugänglich. Die Ergebnisse und das bundesweite Ranking der Kommunen werden im Frühjahr 2027 veröffentlicht.
Quelle: Stadt Unna / ADFC Unna
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