Teure Energie, kaputte Brücken, Baustellenchaos: IHK zu Dortmund fordert schnelle Entlastung für Betriebe

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Wirtschaft und Transformation - Symbolbild, KI-generiert

Positionspapier der IHK zu Dortmund – fünf Handlungsimpulse für eine zukunftsfähige Industrie:

Die Industrie braucht wettbewerbsfähige Energiepreise, zügige Genehmigungen und eine leistungsfähige Infrastruktur. Der Industrieausschuss der IHK zu Dortmund legt dazu ein Positionspapier vor, das sich mit fünf konkreten Handlungsimpulsen an Politik und Verwaltung richtet, um die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Das Papier benennt dringliche Aufgaben in den Bereichen Energieversorgung, kommunale Entscheidungen, Infrastruktur und den Zugang mittelständischer Unternehmen zur Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.

Die fünf Handlungsfelder im Überblick:

1. Energieversorgung: Wettbewerbsfähige Preise und stabile Rahmenbedingungen

Der Ausschuss fordert dauerhaft international wettbewerbsfähige Preise und stabile Rahmenbedingungen für Strom und Wärme. Ein staatlich gestützter Industriestrompreis könne einzelne Unternehmen zwar vorübergehend entlasten, löse aber die strukturellen Ursachen hoher Energiepreise nicht dauerhaft.

„Eine zeitweise Entlastung hilft den betroffenen Betrieben. Für langfristige Investitionen brauchen wir aber eine Energieversorgung, die insgesamt wettbewerbsfähig ist. Dazu gehört auch die Wärmeversorgung, die für viele industrielle Prozesse entscheidend ist“,

betont Dr. Fendel. Die Energiepolitik müsse technische Möglichkeiten, Marktbedingungen und wirtschaftliche Tragfähigkeit stärker berücksichtigen und dabei dem Klimaschutz Rechnung tragen.

2. Kommunale Ebene: Blockaden verhindern

Auch auf kommunaler Ebene sieht der Industrieausschuss Handlungsbedarf. Bei Standortentscheidungen, der Entwicklung von Gewerbeflächen und Infrastrukturprojekten müssten Räte selbst bei schwierigen Mehrheitsverhältnissen zu tragfähigen Lösungen kommen. Wirtschaftlich wichtige Vorhaben dürften nicht in parteipolitischen Blockaden stecken bleiben. „Politik und Verwaltung können hier unmittelbar etwas bewegen: pragmatische Mehrheiten organisieren und über Stadtgrenzen hinweg zusammenarbeiten“, so Dr. Fendel.

3. Verwaltungsverfahren: Schneller und effizienter

Zugleich fordert der Ausschuss schnellere und effizientere Verwaltungen. Bestehende rechtliche Spielräume sollten für wirtschaftsfreundliche Entscheidungen genutzt, Antrags- und Genehmigungsverfahren vereinfacht werden. Eine engere Zusammenarbeit benachbarter Kommunen könne helfen, Aufgaben kostengünstiger und zügiger zu erledigen. „Wenn ein Betrieb erweitern will, braucht er klare Zuständigkeiten und ein Verfahren, das verlässlich vorankommt“, unterstreicht Dr. Fendel.

4. Verkehrsinfrastruktur: Brückensanierungen priorisieren

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Verkehrsinfrastruktur. Nach Einschätzung des Ausschusses zeigen kurzfristige Sperrungen wichtiger Verkehrsachsen wegen gravierender Brückenschäden, wie verletzlich Wirtschaftsstandorte geworden sind. Für Unternehmen bedeuten sie Umwege, höhere Kosten und unsichere Lieferketten.

Brückensanierungen und Ersatzneubauten müssten deshalb mit klaren Prioritäten, gesicherter Finanzierung und beschleunigten Verfahren vorangetrieben werden. Dazu gehörten eine über kommunale und regionale Grenzen abgestimmte Baustellenplanung und eine transparente Kontrolle der Fortschritte.

5. Sicherheitsindustrie: Zugang für den Mittelstand

Das fünfte Handlungsfeld betrifft die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Der wachsende Investitionsbedarf eröffnet nach Auffassung des Ausschusses auch industriellen Mittelständlern Möglichkeiten, etwa als Zulieferer, Technologiepartner oder Anbieter von Produkten für zivile und militärische Anwendungen (Dual-Use-Lösungen). Dafür brauche es klare Anlaufstellen, transparente Anforderungen und verlässliche Perspektiven. Zugangshürden müssten gesenkt, Beschaffungs- und Vergabeverfahren vereinfacht sowie Sicherheitsprüfungen und Genehmigungen beschleunigt werden.

Das jetzt vorgelegte Papier ergänzt bestehende Positionen der IHK zu Dortmund, insbesondere die „Resolution für die Zukunft der Industrie – Transformation mit Augenmaß“ vom 2. Dezember 2024 und die Wirtschaftspolitischen Leitlinien 2023–2027. Ziel ist, Investitionen und Innovationen auch unter schwierigen Bedingungen zu ermöglichen. Dafür müssten Wirtschaft, Politik und Verwaltung gemeinsam die Voraussetzungen schaffen.

PM IHK zu Dortmund

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