Dauermadelöhr Kreuz DO/Unna: Warum die Auffahrt bis 2028 dicht bleibt – und der Oelpfad vorerst nicht hilft

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Verkehr, Pendeln, Stau - Symbolbild, Quelle RB

Seit Anfang Oktober rollt, wie stetig auf Rundblick berichtet, eine regelmäßige Stauwelle durch den Kreis Unna und Dortmund. Der Grund: Im Rahmen der Großbaustelle am Autobahnkreuz Dortmund/Unna (A1/A44) ist die Auffahrt von der B1 aus Unna kommend auf die A1 in Fahrtrichtung Köln/Dortmund voll gesperrt.

Erst auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte die Autobahn GmbH in der ersten Oktoberwoche offiziell die enorme Dauer der Maßnahme: Die Sperrung bleibt bis voraussichtlich Ende 2028 bestehen

Für Unmut unter Pendlern sorgt nicht nur die verkehrliche Belastung, sondern auch der Umstand, dass die künftig vorgesehene Ausweichroute über die neue Anschlussstelle „Am Oelpfad“ in Holzwickede noch gar nicht existiert.

Hoffnung auf Ausweichroute gedämpft: DEGES blockiert Vorziehen der B454n

Eigentlich sieht das neue Verkehrskonzept nach dem Umbau des Autobahnkreuzes vor, dass die direkte Verbindung zwischen Unna-Zentrum und Dortmund künftig über die neu zu bauende Anschlussstelle „Am Oelpfad“ und die Ortsumgehung Holzwickede verläuft.

Auf Redaktionsanfrage stellt Renée Trippler von der Autobahn GmbH klar, dass die Projektgesellschaft DEGES hier keinen vorzeitigen Ausweichweg schaffen kann. Wie die zuständige DEGES-Referentin mitteilt, ist das Großprojekt B1/A40 in drei Bauabschnitte unterteilt:

  • Sperrung im Bauabschnitt 1: Derzeit laufen die Arbeiten im ersten Abschnitt am Autobahnkreuz.
  • Oelpfad gehört zu Abschnitt 2: Der Bau der Anschlussstelle „Am Oelpfad“ ist Teil des zweiten Bauabschnitts sowie der Ortsumgehung Holzwickede.
  • Keine Vorziehung möglich: Ein Vorziehen dieser Arbeiten schließt die DEGES aus Sicherheitsgründen aus. Die Bauarbeiten dürfen für alle Verkehrsteilnehmer nicht über eine Strecke von mehr als sechs Kilometern am Stück unter fließendem Verkehr realisiert werden.

Damit steht fest: Eine Ausweichung über die neue B1-Anschlussstelle Oelpfad wird es während der gesamten Jahre der A1-Sperrung nicht geben.

Kommunikationskritik und Zuständigkeitswirrwarr

Die extrem lange Laufzeit der Vollsperrung von mehr als zwei Jahren sorgte zum Auftakt im Oktober für heftige Kritik. Auf der Website der Autobahn GmbH war zunächst lediglich der Starttermin (5. Oktober) angegeben, nicht aber die Dauer der Einschränkung. Erst nach mehrmaligen schriftlichen und telefonischen Anfragen unserer Redaktion teilt Behördensprecher Mirko Holping mit, dass die Zufahrt erst Ende 2028 wieder frei gegeben werden kann.

Holping räumte ein, dass die Behörde diese langfristige Sperrung nur unzureichend kommuniziert habe, verwies jedoch darauf, dass der Rat der Stadt Unna vorab informiert worden sei. Auch in der Lokalpolitik sorgt das Vorgehen für Unmut: Die SPD-Fraktion Unna kritisierte ein Zuständigkeitswirrwarr und forderte auch von der Stadtverwaltung Unna eine aktivere Informationspolitik sowie das Ausweisen von Ausweichstrecken für die Bürger.

Hintergrund: Warum das Autobahnkreuz neu gebaut wird

Der Umbau des Autobahnkreuzes ist Teil der Verlängerung der A40. Die ursprüngliche „Kleeblattform“ des Kreuzes wird aufgegeben und durch direkte Verbindungsrampen („Überflieger“) ersetzt. Wegen der zu kurzen Verflechtungsstrecken und der Unfallgefahr beim Spurenwechsel fällt die direkte Verbindung von Unna-Zentrum nach Dortmund künftig weg.

Die aktuellen Sperrungen im Überblick

  • Auffahrt B1 (aus Unna) zur A1 Richtung Köln/Dortmund: Voll gesperrt seit 5. Oktober 2026 bis Ende 2028. Umleitung: Die U 51 führt den Verkehr über die B1 weiter in Richtung Dortmund bzw. über das Kreuz Unna-Ost. Für Verkehrsteilnehmer aus Richtung Fröndenberg empfiehlt sich je nach Ziel in Dortmund die Ausweichroute über Menden und Schwerte (B7/B236).
  • Verbindung A44 (aus Dortmund) zur A1 Richtung Köln:Im Autobahnkreuz Dortmund/Unna gesperrt für voraussichtlich acht Wochen (seit 2. Oktober).
  • Verengung auf der A44:Engpass im Bereich der Iserlohner Straße (Wasserleitungsarbeiten) zwischen Kreuz Dortmund/Unna und Unna-Ost.

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